Stadt Taucha verbietet Tuningtreffen

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„Saisonopening McDonalds Taucha“ – so heißt eine Veranstaltung bei Facebook, Update: Die Veranstaltung wurde gelöscht. die derzeit auf rund 3.300 Teilnehmer und über 7.000 Interessierte kommt. Dieses „Opening“ ist seit Jahren ein nicht genehmigter Treff der Tuningszene aus Leipzig und der Region. Aufgemotzte, tiefergelegte und chromglänzende Autos gibt es hier zu sehen, nicht selten werden die Motoren aufheulen gelassen oder via „Burnout“ ordentlich Gummi gegeben. Mit entsprechenden Auswirkungen für Anlieger und Anwohner. In diesem Jahr soll es nicht so weit kommen. Die Stadtverwaltung Taucha erließ heute als Ortspolizeibehörde eine entsprechende Verfügung gegen das Tuningtreffen. Demnach sind Veranstaltungen auf öffentlichem Gelände und auf Privatgelände im Gewerbegebiet An der Autobahn am 1. April untersagt.

In der Erklärung heißt es:

In den letzten Jahren wurde in der Otto-Schmidt-Straße und dem angrenzenden Gewerbegebiet „An der Autobahn“ sowohl im öffentlichen Verkehrsraum als auch auf dem Privatgelände, mit Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehrsraum (Parkplätze), eine Veranstaltung ohne erforderliche Erlaubnis durchgeführt, die regelmäßig zu erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geführt haben.

Durch das verstärkte Verkehrsaufkommen und die große Anzahl von Zuschauern kommt es zu Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer bei der Zu- bzw. Abfahrt von den Gewerbebetrieben sowie den angrenzenden Wohngebieten.

Auch war eine ungehinderte Zufahrt von Rettungskräften in das Gebiet nicht mehr möglich. Verantwortliche Personen für die Veranstaltung waren nicht zu ermitteln. Eine straßenrechtliche Anordnung für die Sperrung oder eine Sondernutzungserlaubnis sind nicht beantragt worden.

Auf Anfrage von Taucha kompakt erklärte Tauchas Sprecher Nico Graubmann, man habe versucht, mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Dies habe nicht geklappt, weil sich Verantwortliche nicht finden ließen. Es hätte sicher eine Möglichkeit gegeben, aus dem ungeordneten Treffen eine genehmigte Veranstaltung zu machen – ohne Ansprechpartner aber eine schwierige Sache.

Das Verbot umfasst die folgenden Punkte:

1. Veranstaltungen auf dem öffentlichen Gelände und Privatgelände mit Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehrsraum (Parkplätze), laut beigefügter Karte, werden am 01.04.2017 untersagt.

2. Von diesem Verbot umfasst sind insbesondere das Zur-Schau-Stellen von Fahrzeugen sowie die unerlaubte Benutzung der öffentlichen Straße und des Privatgeländes mit Auswirkung auf den öffentlichen Verkehrsraum (Parkplätze) in der Otto-Schmidt-Straße und im Gewerbegebiet „An der Autobahn“, Musik- darbietungen und der Ausschank alkoholischer Getränke ohne Anzeige eines vorübergehenden Gaststättengewerbes nach § 2 Abs. SächsGastG)

Am 1. April sind darum weiträumige Halteverbote im Gewerbegebiet gültig. Die entsprechenden Schilder stehen zum Teil jetzt schon. So soll es dann aussehen:

Bei Zuwiderhandlung kündigt die Stadt Taucha die „Anwendung von unmittelbaren Zwang“ an. Dieser Rechtsbegriff umschreibt die Anwendung körperlicher Gewalt unter Anwendung von entsprechenden „Hilfsmittel“ wie Fesseln, Dienstfahrzeuge, Wasserwerfer, technische Sperren, Diensthunde und Dienstpferde.
Update: Auf Nachfrage erklärt Nico Graubmann, dies seien die letzten Mittel. Keinesfalls würde sich die Polizei entsprechend postieren. Man hoffe auf Verständnis bei der Szene. Die öffentliche Ordnung und Sicherheit müsse die Stadt Taucha gewährleisten. Das sei bei einer nicht angemeldeten und nicht genehmigten Veranstaltung ohne genau definierte Verantwortliche einfach nicht möglich. Ebenfalls machte man noch mal deutlich, dass das Treffen durchaus hätte stattfinden können – wenn es einen klaren Veranstalter dafür gäbe. Der Leipziger Volkszeitung sagte Bürgermeister Tobias Meier: „Klar wird man uns als Spaßbremsen titulieren nach dem Motto: ,Wenn schon mal was los ist in Taucha, wird es verboten‘. Wir wollen niemandem das Hobby vermiesen, sondern würden mit einem Veranstalter, wenn es ihn geben würde, gemeinsam nach einer Lösung suchen.“

Die Szene lässt sich von der Ankündigung offenbar dennoch nicht einschüchtern. In der Diskussion der Facebook-Veranstaltung heißt es unter anderem, die Masse würde es bringen. Von ein bisschen Polizei ließe man sich nicht einschüchtern. Allerdings ist auch von einem Plan B die Rede, der kurzfristig bekannt gegeben werde. Update Ende

Hier geht es zum kompletten Wortlaut der Allgemeinverfügung.

So sah es vergangenes Jahr zum Saisontreffen aus:

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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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9 Kommentare

  1. Hallo Taucha.
    Das sieht wirklich ganz schön gefährlich aus und muss unbedingt verboten werden, nicht das noch irgend jemand sein Augenlicht wegen anders artigen Fahrzeugen verliert.
    Das was mit der allgemeinen Verfügung durchgesetzt wird ist absoluter Schwachsinn und in keiner Weise Förderlich für eine Integration und ein gesellschaftliches Zusammenleben. Anstatt sich für eine Jugend einzusetzen die Versucht mit ihrer Zeit, Kreativität und Selbstverwirklichung etwas sinnvolles anzufangen und sich gesellschaftlich zu organisieren und zu orientieren wird auf einer peinlich zu wiederum Grundlage eine Veranstaltung verboten die vielleicht 3stunden dauert und Nichteinmal als solche angedacht ist. Und was zur Hölle ist eine „unerlaubte Nutzung öffentlicher Straßen“ ??!? Oder „das Verbot zur Schau Stellung der Fahrzeuge“. Ich lach mich kaputt. Wer denkt sich Soetwas aus? Druck erzeugt einfach nur Gegendruck bis etwas bricht. ( physikalische Gesetzmäßigkeiten) und erzeugt damit eine „jetzt erstrecht Einstellung!“ Die Aussage eine öffentliche Veranstaltung daraus zu kreieren ist gescheitert weil es keinen Ansprechpartner gibt ist eine faule Ausrede. Natürlich gibt es keinen Verantwortlichen, weil es keine Veranstaltung ist. Es ist ein zufälliges Treffen Gleichgesinnter, wie sich bei Sonnenschein hunderte Leute am See oder im Park treffen. Trotzdem werden diese Plätze nicht geräumt. Also Taucha, einfach weniger meckern und einfach mal zum Wohle der Jugend die auf Drogen verzichtet und versucht etwas konstruktives zutun, unterstützen und eine saisonopening Veranstaltung erstellen. Teilnahmen wird es genug geben, keine Sorge und somit seid Ihr Veranstallter und Ansprechpartner.

    • Mehrere Fehler in deiner Betrachtung:

      1. Drei Stunden für die Veranstaltung? Definitiv nicht, letztes Jahr war schon gegen 14 Uhr dort Ausnahmezustand, 22 Uhr Abends ging kaum noch was bis letztendlich spät in die Nacht. Da es keine offizielle Veranstaltung ist gibt es auch keinen Beginn, also hier von „nur drei Stunden“ zu sprechen ist schon etwas dreist.

      2. Was sinnvolles in ihrer Freizeit zu machen: Was denn z.B.? Es bleibt ja nicht bei dem zur Schau stellen der Fahrzeuge, das ist genau der Punkt. Wie bereits unten beschrieben gibt es von eurer Seite her viele negative Punkte die mit dem ganzen Treffen einhergehen.

      3. Es ist kein zufälliges Treffen von Gleichgesinnten, es ist eine geplante Aktion welche in Facebook verteilt wird. Wenn sich hundert Leute im Park treffen verstoßen sie damit nicht gegen die StVO, ihr dagegen tut genau das. Und zwar in dem ihr auf den Straßen parkt, die kompletten Straßen rauf und runter fahrt, sodass keiner mehr durch kommt (auch keine Rettungswagen oder Feuerwehr) –> sinnloses Umherfahren ist laut StVO eine Ordnungswidrigkeit … „(1) Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen und Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen. Unnützes Hin- und Herfahren ist innerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn Andere dadurch belästigt werden.“ … ich glaub ein besseres Paradebeispiel für diesen Paragraphen als eure „Veranstaltung“ gibt es nicht.

      Also viel Rauch um Nix, Ärger über die Absage ist verständlich … aber stellt es bitte nicht so hin als ob die Veranstaltung grundsätzlich kein Problem wäre und sich dort nur 10-20 Jugendliche treffen und ihre Autos anschauen! Und damit ist auch die Gegenmaßnahme diese Vereinigung zu untersagen auch gerechtfertigt.

  2. Was ihr dabei komplett vergesst ist, wie die Leute sich dort benehmen. Mitnichten ist es wie hier dargestellt, dass sich da nur ein paar Jugendliche treffen und n bisschen Autos gucken. Letztes Jahr sah es in den Straßen um den Bereich aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Die Zufahrt zu den hinteren Privat- und Gewerbegrundstücken war bereits seit dem frühen Nachmittag stark beeinträchtigt bzw. gar nicht möglich. Die ganze Nacht durch Lärm durch Burnouts und sonstiges, Betrunkene in Warnwesten versuchen den Verkehr zu regeln… und das alles einfach mal so. Es ist nämlich genau das, da kann man schön mal woanders hinfahren, den Abend genießen, Müll und Dreck hinterlassen etc. Anschließend fährt man wieder, den Mist können ruhig andere weg machen, ist ja keiner verantwortlich. Und ob die Aktion alle so begeistert wie ihr das darstellt wage ich zu bezweifeln. Wenn es so einfach ist, setzt euch doch mit der Stadt und z.b. mcDonalds hin oder mit Möbel Kraft und macht ein Konzept. Die haben einen riesigen Parkplatz wo ihr niemanden stört. Was ist daran so schwer?

  3. Herr Maulwurf , auch viele Tauchaer hinterlassen eine ganze Menge Müll …sonst wäre der Einsatz des jungen Mannes, Bauhof nicht erforderlich der jeden Tag bei Wind und Wetter Taucha sauber hält ….da schon mal nach gedacht? ????? Und das alleine dann beschweren sich auch noch Bürger über Dreck in Taucha……. ..

  4. Und das rechtfertigt dass man dann zusätzlich noch dort die Straße und Grünflächen verdreckt und machen kann was man will? Fällt dann ja nicht mal mehr auf, ne? Eine komische Logik habt ihr…

  5. Neeee das letzte mal haben die den Müll mitgenommen. ……aber solche Pflichtbewussten…Bürger die gern alles und jeden melden ist auch nicht schlecht. ..schade das alles nur verteufelt wird und verboten. ….. ich finde es traurig sie über solche Dinge aufzuregen …. einige vergessen das sie selbst jung waren .

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