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Exklusiv: Neue Häuser an Bogumils Garten?

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Ginge es nach Eberhard Hickethier, entstünde auf seiner Brachfläche zwischen der Leipziger und Ernst-Moritz-Arndt-Straße schon bald ein neues Baugebiet für Ein- und Zweifamilienhäuser. Das Baurecht steht ihm allerdings im Weg. Jetzt hat er geklagt.

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Die Wohngebiete am Parkblick, Gärtnerweg und der Kastanienhof an der Theodor-Körner-Straße sowie die Stadtvillen an der Manteuffelstraße zeigen es: Grundstücke für Einfamilienhäuser in Taucha sind begehrt – und meist schnell weg. Einen ähnlichen Erfolg erhofft sich jetzt Eberhard Hickethier. Er will ein Baugebiet für 14 Einfamilien- und zwei Zweifamilienhäuser im Stadtvillen-Stil etablieren. Seit dem Jahr 2000 gehört ihm das etwa 14.800 Quadratmeter große unbebaute Gelände entlang der Leipziger Straße, das viele Tauchaer bislang nur als wilden Durchgang zum Ärztehaus Bogumilsgarten und zur Kita Tausenfüßler nutzen. Anfang 2012 wurde das ehemalige Wäldchen gerodet. Vor einigen Wochen ließ der Eigentümer das Gelände forstwirtschaftlich Mulchen, also Gestrüpp und „hindernden Jungwuchs“ entfernen. Seitdem wirkt das Areal aufgeräumt. „Passiert hier endlich etwas?“, fragten sich viele Tauchaer. Hickethier würde dies gern bestätigen, tritt aber auf der Stelle.

Ursprünglich sollte auf das unbebaute Flurstück 597/1 ein Appartementhotel gebaut werden. Dafür existierten ein Vorhaben- und Erschließungsplan aus dem Jahr 1993 sowie eine Baugenehmigung aus dem Jahr 1996 für ein laut Hickethier unmittelbar nach der Wende geplantes, teils fünfgeschossiges Bauprojekt mit dem Namen „Büro- und Boardinghaus mit Tiefgarage samt Parkanlage und Teich Bogumilsgarten“. Bis zu 100 Appartements mit einer Bruttogeschossfläche von 15.340 Quadratmetern und weiteren 6330 Quadratmetern Bürofläche sollten hier entstehen. Daraus geworden ist nie etwas. Der Erschließungsplan existiert noch, die Baugenehmigung ist laut Landratsamt Nordsachsen seit 1999 erloschen. Hickethier, der das Gelände im Wissen dieser Pläne und vorliegenden Baugenehmigung erwarb, konnte die Bebauung nie vornehmen. „Die Gründe dafür lagen und liegen nicht in meiner Einflusssphäre, weshalb die Fläche leider eine unschöne Brache bleiben musste“, sagt er. Jetzt will er dieses „überholte und monströs gewordene Planrelikt aus Wendezeiten“, wie er es nennt, nicht mehr angehen. „Die Rahmenbedingungen und die nachhaltige Wirtschaftlichkeit dafür fehlen in Taucha“, meint er. Angemessene Hotels und Pensionen seien bereits vorhanden.

Gegen den Vorhaben- und Erschließungsplan aus 1993 geht Hickethier nun gerichtlich vor. Mit einer Normenkontrollklage beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht Bautzen vom 6. November will er die Funktionslosigkeit dieses 21 Jahre alten Planes feststellen lassen. Um seine eigenen Pläne für ein neues Wohngebiet zu beschleunigen, hat der Immobilienentwickler aus Weil im Schönbuch bei Stuttgart nun für Teile des Grundstücks eine Bauvoranfrage beim Landratsamt Nordsachsen eingereicht. Denn seit einem Gespräch mit Bürgermeister Holger Schirmbeck im Mai diesen Jahres, bei dem er um Aufstellung eines Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren bat, sei nichts passiert. „Offensichtlich tut man sich auf Seiten der Stadt schwer damit“, sagt er.

Tatsächlich wurde das Vorhaben bereits vor längerer Zeit im Stadtrat verhandelt, mit dem Ergebnis, dass eine Wohnbebauung in diese Lücke nicht gewünscht ist. Bürgermeister Schirmbeck wollte sich vor dem Hintergrund der Klage gegen sein Haus nicht ausführlich gegenüber Taucha kompakt äußern. „Rein von der Sache her haben wir einen bestandskräftigen Vorhaben- und Erschließungsplan. Herr Hickethier hat das Areal aus einer Insolvenzmasse mit diesem Wissen gekauft. Dass er nun dagegen Klage einreicht, ist sein gutes Recht. Die Planungshoheit hat aber die Stadt Taucha“, sagt er. Die Stadt wolle die Ergebnisse der Klage abwarten und hat die Angelegenheit den Anwälten übergeben. Wie lange so ein Verfahren dauert, konnte Thomas Pastor, Sprecher beim Oberverwaltungsgericht, nicht sagen: „Da gibt es keinen Mittelwert, hier ist von sechs Monaten bis vier Jahren alles möglich.“ Die Frage seriös zu beantworten sei in diesem Anfangsstadium nicht möglich.

Das ist geplant:
Eberhard Hickethier will auf dem Grundstück den „Bogumilspark“ errichten. Entstehen sollen 16 Stadtvillen mit maximal drei Geschossen unter Wahrung eines gewissen Parkcharakters. Der bislang wilde Fußweg von der Leipziger Straße zum Ärztehaus soll beibehalten, aber befestigt und auch als Radweg gestaltet werden. Die Grundstücksgrößen reichen von 701 bis 1065 Quadratmeter, durchschnittlich sind sie 850 Quadratmeter groß. Die Bebauung entlang der Leipziger Straße ist aus Schallschutzgründen um neun bis elf Meter eingerückt.

Ein Schleifenring (also eine Straße) mit zwei Anbindungspunkten an die Ernst-Moritz-Arndt-Straße soll das Baugebiet erschließen. Gegebenenfalls entstehen dort vier Stellplätze für Besucher. Die Planungen übernahm das Architektenbüro Daab Nordheim Reutler aus Leipzig.

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Veröffentlicht am 13. November 2014 um 12:22 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 5. August 2018 um 17:49 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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8 Kommentare

  1. Hallo

    nun stehen ja schon Bauschilder, die für „Bogumils Park“ werben. Wissen Sie hier etwas neues?

    Danke

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