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Antje Brumm will Bürgermeisterin werden

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Die CDU Taucha hat ihren Bürgermeisterkandidaten bestimmt, genauer gesagt ihre Kandidatin. Mit der Wahl von Antje Brumm sei der Wahlkampf nun endgültig eröffnet, so Jens Bruske, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Taucha.

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Das Ratsherrenzimmer im Ratskeller war am Montagabend gut gefüllt, auch Politprominenz hatte sich eingefunden: Nordsachsens Landrat Michael Czupalla, der Landtagsabgeordnete Jörg Kiesewetter und der ehemalige Landtagsabgeordnete Rolf Seidel etwa. Ziel der ersten Zusammenkunft im Jahr, noch vor dem traditionellen Neujahrsempfang: Die Wahl des Bürgermeister-Kandidaten. Zuvor war durchgesickert, dass es im Stadtverband Taucha lange Zeit Unklarheiten gab, wer für dieses Amt antreten soll. Der von vielen favorisierte Jens Bruske hatte sich frühzeitig dagegen entschieden, andere willige Kandidaten ließen sich nicht finden. Nach Informationen von Taucha kompakt soll sich Landrat Czupalla persönlich daraufhin für Antje Brumm, Leiterin des Umweltamtes des Landkreises Nordsachsen, ausgesprochen und sie ermutigt haben, zu kandidieren.

Doch es gab auch eine Überraschung: Neben der bereits fest stehenden Antje Brumm stellte sich auch Unternehmer und Heimatvereins-Vorsitzender René Werner zur Wahl, nachdem ihn ein Mitglied vorschlug. Werner erbat sich eine Minute Bedenkzeit vor der Tür – gemeinsam mit Bruske und Czupalla. Nach dieser Minute stand fest: „Ja, ich kandidiere“. Er sei aber keineswegs als Konkurrent anzusehen. „Es gab ja um Vorfeld Spannungen und wir sind eine demokratische Partei. Ich habe immer gesagt, wenn ich noch mal vorgeschlagen werde, trete ich auch an“, so der Geschäftsmann, der unter anderem den Bowlingdschungel Taucha betreibt. René Werner trat bereits vor sieben Jahren zur CDU-internen Abstimmung um die Kandidatur zum Bürgermeisteramt an – und verlor damals gegen Michael König und Ralph Nietzschmann.

Bevor die 20 anwesenden und wahlberechtigten CDU-Mitglieder ihre Stimme abgeben durften, stellten sich beide Kandidaten vor. Antje Brumm las aus einer Mappe allerhand Fakten vor: Die 49-Jährige ist in Eutin (Schleswig-Holstein) geboren, in der Kieler Förde aufgewachsen und wohnt seit 20 Jahren in Taucha. Genau so lang ist die zweifache Mutter auch Mitglied der CDU Taucha. Seit 1999 saß sie im Stadtrat. Als 2011 klar war, dass sie Amtsleiterin des Umweltamtes Nordsachsen wird, war dies ein „schwarzer Tag“, wie sie sagte. Auch rechtlichen Gründen durfte sie Amt und Mandat nicht verbinden, was traurig gewesen sei. „Ich konnte plötzlich nichts mehr in Taucha mitentscheiden“, so Antje Brumm.

antje-brummIhre Kandidatur trete sie aus „tiefer kommunaler Verbundenheit und Verantwortung für die Stadt“ an. Ihre Programmatik umfasse die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales. „Ich möchte den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt erhalten und ausbauen. Taucha ist eine liebenswerte Stadt, die aber eine bessere Wirtschaftsförderung braucht“, so Brumm. Auch die B87n sei ein großes Thema, sie vertrete wie die CDU allgemein den Standpunkt, dass diese Straße dringend gebraucht werde. „Durch die Parthenaue wird sie mit uns aber nicht führen“, sagte sie. Im Gegenteil: Sie plane, die Region um Taucha noch intensiver erlebbar machen zu wollen. Ihr bisheriges Engagement für Kitas, Schulen und die Pfadfinder ließe Brumm auch nicht die Kinder und Jugendlichen vergessen. Der Ausbau von Gymnasium, Oberschule und der Kitas sei ihr ein Anliegen. Ebenso müssten Sport, Kultur und das Ehrenamt sowie die Vereine allgemein besser unterstützt werden.
Des weiteren brauche Taucha eine Imagekampagne und einen besseren Internetauftritt. Allerdings sagte sie auch, dass Taucha bislang einen „sehr guten Bürgermeister hat. Dringliche Probleme gibt es nicht“, meinte sie.

René Werner war erstaunt über den längeren Vortrag: „Ich habe gar nichts vorbereitet, kann aber sagen, dass ich genau das tun möchte, was ein Bürgermeister zu tun hat. Nämlich, sich für seine Stadt einzusetzen“, sagte der 48-Jährige, der in wenigen Tagen 49 wird. Seit 20 Jahren betreibt Werner ein Baugeschäft, sein seit zehn Jahren laufendes Handelsgeschäft hat gute Kontakte in China. Seit dreieinhalb Jahren betreibt er zudem den Bowlingdschungel. Sein Herz schlage „voll für Taucha“, was auch sein Engagement beim Heimatverein zeige, so Werner.

In einer anschließenden Wortmeldung von Landrat Michael Czupalla lobte dieser die Wirtschaftskraft und vorherrschende Infrastruktur Tauchas. Zudem sprach er sich deutlich für Antje Brumm aus, die ein Glücksfall für Taucha sei. Sie kenne die Verwaltung und die Strukturen der Stadt. Auf die Anmerkung von Versammlungsleiter Horst Naumann, dass diese Einflussnahme so kurz vor der Abstimmung nicht optimal sei, erntete dieser von Czupalla ein maßregelndes „Du bist jetzt still!“

Um 20.21 Uhr stand dann das Ergebnis fest: Antje Brumm erhielt von den CDU-Mitgliedern 15 Stimmen, fünf entfielen auf René Werner. Brumm könnte also zu Tauchas erster Bürgermeisterin werden. Wie Prof. Dr. Dieter Nadolski vom Tauchaer Verlag gegenüber Taucha kompakt bestätigte, hatte Taucha noch nie ein weibliches Stadtoberhaupt.

Damit sind es also nun schon zwei Anwärter auf den Chefposten im Rathaus. Tobias Meier (FDP), der sich vergangene Woche vorstellte, muss in den kommenden Tagen noch in einer ähnlichen parteiinternen Veranstaltung offiziell gewählt werden. Interessierte Bürger, die sich ebenfalls als Kandidat aufstellen lassen müssen, benötigen 80 Unterstützer-Unterschriften, sofern ihre Parteien nicht im Stadtrat oder Landtag vertreten sind.

Der Bürgermeister und auch der Landrat werden am 7. Juni 2015 gewählt, ein eventuell nötiger zweiter Wahlgang ist auf den 28. Juni terminiert. Ob Michael Czupalla nochmals als Landrat antritt, wolle er nächste Woche bekanntgeben. Bereits jetzt sucht die Stadt Taucha zahlreiche ehrenamtliche Helfer zur Bildung der Wahlvorstände in den 15 allgemeinen Wahlbezirken und den zwei Briefwahlbezirken. Wahlhelfer müssten laut Mitteilung ihren Hauptwohnsitz in Taucha und ein Mindestalter von 18 Jahren haben. Bewerber und Vertrauenspersonen für Wahlvorschläge dürfen keinem Wahlorgan angehören, das für dieselbe Wahl tätig wird. Für die Tätigkeit am Wahlsonntag gebe es eine Aufwandsentschädigung. Bei Interesse bittet die Stadtverwaltung um eine entsprechende Meldung bei Marcus Bayer. Telefon: 034298 70305, E-Mail: marcus.bayer@taucha.de. Ausgefüllt werden sollte diese Bereitschaftserklärung (PDF-Download).

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Veröffentlicht am 13. Januar 2015 um 22:38 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 14. August 2017 um 16:42 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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9 Kommentare

  1. Hallo Daniel,
    ich bin immer wieder beeindruckt wie toll und wertungsfrei (das Wort gibt es wahrscheinlich nicht , ich erfinde immer mal wieder ein Neues) du schreibst.
    Schreib ein Buch!!!
    viele Grüße Manuela

    • Hm, naja, so sollten Journalisten ja immer arbeiten. Ich versuche, Dinge so auszudrücken, dass sie jeder versteht und will natürlich auch den gegebenen Abstand und die Objektivität wahren. Aber vielen Dank für die Blumen, abermals. :)

  2. Sehr geehrter Herr Große,
    mit großer Anteilnahme verfolge ich als Neutauchaer Bürger in den letzten Wochen die Bürgermeisterwahl und denke, daß ich diesen Vorgang einigermaßen unbefangen betrachten kann, denn aus der Vergangenheit kenne ich weder Herrn Meier noch Frau Brumm. Lediglich Ihre Seiten verschafften mir annähernd ein Bild über beide Kandidaten. Der eine, Herr Meier, von vier Parteien aufgestellt und Frau Brumm von der CDU. Schon allein aus diesem Umstand ergeben sich viele Fragen an die Verantwortlichen der vier Parteien. Keine eigenen Kandidaten? Ausgerechnet einer von der FDP? Einer aus dem Heimatverein? Ein Studioleiter des Regionalfernsehens? Pressesprecher beim Eishockeyverein? Ungeachtet der tiefen Verbundenheit von Herrn Meier zur Stadt Taucha, die von seinen Unterstützern gerade als Qualifizierung als „einer von uns“ deklariert wird, gibt es nichts was diesen jungen Mann als Bürgermeister qualifizieren könnte. Auch wenn er nach Taucha süchtig ist, so ist das keine enstzunehmende Empfehlung.
    Die CDU stellt eine Kandidatin auf die Verwaltungsrecht studiert hat, als Stadträtin von Taucha jahrelange Erfahrungen hat, beruflich in der öffentlichen Verwaltung professionell integriert ist und über entsprechende qualifizierte Netzwerke verfügt und von sich sagt, dass Taucha ihr am Herzen liegt.
    Ein(e) Bürgermeister(in) der Taucha am Herzen liegt ist mir allemal lieber als ein Tauchasüchtiger. Die Entscheidung für die Bürgermeisterwahl dürfte den Bürgern Tauchas, wenn Qualifizierung als Entscheidungskriterium gewählt wird, nicht schwer fallen.

    • Hallo Herr Werner, danke für Ihren Kommentar. Ohne Stellung zu einem der Kandidaten beziehen zu wollen – Herr Meier ist natürlich auch Stadtratsmitglied, und das länger als Frau Brumm – und heute noch im Stadtrat. Sie können sich über Herrn Meier auf dessen Website informieren: http://www.allesfuertaucha.de. Persönlich und privat gesprochen: Er publiziert dort sehr nachvollziehbar, warum er sich wofür einsetzt. Diese Transparenz vermisse ich ein bisschen bei Frau Brumm. Herr Meier verfolgt alle Reaktionen im Netz sehr genau, so dass ich glaube, dass er sich hier auch selbst äußern wird.
      Viele Grüße und Danke für das Lob, was diese Website betrifft.

  3. Sehr geehrter Herr Große,

    mit seinem Kommentar nimmt der Neubürger Michael Wernerbetreffend die Bürermeisterwahl in Taucha eine unbefangene Betrachtungsweise für sich in Anspruch. Seine Stellungnahme wird dem nicht gerecht. Es stimmt, dass Tobias Meier von vier Parteien zum jeweiligen Bürgermeisterkandidat bestimmt wurde. Das hat seinen Grund. Seit 1999 arbeiten SPD, Die Linke, Die Grünen und – seit ihrer Rückkehr – die FDP im Stadtrat zusammen. Wir haben maßgeblich die Politik von Dr. Schirmbeck im Stadtrat unterstützt und meinen, mit vorzeigbaren Ergebnissen den Bürgern gegenüber treten zu können. Dieser Politikstil soll in Taucha weiter möglich sein. Wir haben daher gemeinsam den Besten gesucht und Tobias Meier gefunden. Zur Gegenkandidatin können einem Neubürger kein Vorwurf gemacht werden, wenn er folgendes nicht weiss: Frau Brumm ist aus dem Stadtrat ausgeschieden, um in der Verwaltung des Landkreises beruflich voranzu kommen. Als CDU-Vorsitzende wurde Frau Brumm 2013 abgewählt. Seither besteht – auch nicht mittelbar – eine wahrnehmbare Verbundenheit zur Kommunalpolitik in Taucha. Netzwerke über die eigene Partei hinaus sind nicht erkennbar. Was mich an der Stellungnahme von Michael Werneram meisten irritiert, sind die Hinweise zum beruflichen Weg von Tobias Meier. Muss man in Westdeutschland Verwaltungswissenschaften studiert haben um in Taucha Bürgermeister sein zu können?

    Christof Heinzerling, Stadtrat, SPD

  4. Hallo, lieber Herr Große,
    die Kommentierung Ihres Beitrages durch Herrn Werner ruft bei den Stadträten der Linkspartei Verwunderung hervor. Für uns ist so gar nicht nachvollziehbar, woher Herr Werner seine kenntnisreiche Einschätzung über unseren gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten Tobias Meier hat. Herr Meier ist aktiver Stadtrat, vor allem aber auch durch seine vielfältigen Aktivitäten in Taucha bekannt und geachtet. Von der CDU-Kandidatin Brumm hörte man seit Jahren, konkret seit ihrem Ausscheiden aus dem Stadtrat und ihrer Abwahl als CDU-Ortsvorsitzende nichts mehr. Ein gesellschaftliches Engagement ist nicht erkennbar; konkrete Kenntnisse zur gegenwärtigen Stadtpolitik fehlen in ihren Aussagen. Wenn Herr Werner meint, eine berufliche Erfahrung als Leiterin des Umweltamtes im Landkreis reiche zur Führung einer Stadt allemal aus, so ist dies meines Erachtens eine recht einseitige und – mit Verlaub – sehr westdeutsche – Betrachtungsweise. Ich meine, ein Kandidat kann nur durch sein Auftreten, seine Präsenz und seine Aktivität überzeugen, nicht durch formale, inhaltlich wenig aussagefähige Erklärung.

    Studienrat Jürgen Ullrich
    Stadtrat

  5. Sehr geehrter Herr Michael Werner, vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Person zur Bürgermeisterwahl. Gern erkläre ich Ihnen den Weg zum Entschluss eines gemeinsamen parteiübergreifenden Kandidaten. Seit Jahren ist es in Taucha ein Bestreben vieler Ehrenamtlicher konkrete Dinge überparteilich, pragmatisch und konstruktiv zu lösen. Wir alle sind Nachbarn, Freunde, Sportkameraden usw., kennen die Herausforderungen der Stadt und lieben unsere Heimat. Egal ob erst hergezogen oder schon immer hier verwurzelt. Warum nicht die Kräfte zum Wohle unserer Parthestadt bündeln? Wir machen hier weder Landes- noch Bundespolitik. Wir haben noch wenige Tage bis zur Wahl. Bis dahin können sie sich gern mit den Themen vertraut machen, die jetzt vielleicht nicht revolutionär daher kommen aber uns im Ort voran bringen bzw. Entstandenes erhalten werden. Legen Sie bitte die Wahlaussagen der betreffenden Parteien zur letztjährigen Stadtratswahl nebeneinander. Auch dort werden Sie erkennen, dass wir in Taucha, egal welcher politischen Grundausrichtung, nicht weit auseinander sind. Wir leben nun mal Tür an Tür. Gern komme ich mit Ihnen persönlich ins Gespräch. Bevor ich zu meiner Person komme, darf ich Sie berichtigen. Frau Brumm hat laut ihrer Homepage „Diplom-Geologin mit Schwerpunkt Angewandte Geologie/ Hydrogeologie“ studiert und kein Verwaltungsrecht. Zu mir: seit jeher bin ich in Taucha zuhause, wie auch seit mehreren Generationen meine Familie. Bis 1997 absolvierte ich eine kaufmännische Ausbildung. Danach war ich in einem Elektronikhandel im Hauptbahnhof Leipzig tätig, als Filialleiter und Personaltrainer der mitteldeutschen Geschäfte. Seit 2009 arbeite ich bei Leipzig Fernsehen, war dort Marketingleiter und bin nun Studioleiter in Leipzig. Hier bin ich zuständig für das Tagesgeschäft des Senders, die wirtschaftliche Entwicklung, die finanziellen Abwicklungen und habe Personalverantwortung für über 20 feste und freie Mitarbeiter. Seit 18 Jahren engagiere ich mich im Heimatverein Taucha, war Gründungsmitglied und Vorstand des Kunst- und Kulturverein e.V., den heutigen Kulturfreunden Taucha. Zudem war ich Unterstützer der Parthebad-Initiative. Seit 2011 arbeite ich ehrenamtlich im Stadtrat von Taucha, bin tätig im Verwaltungs-, Finanz-, Kulturausschuss sowie Aufsichtsratsmitglied der Städtischen Gesellschaften. Als Pressesprecher der IceFighters Leipzig bin ich für das mediale Erscheinungsbild und im Marketing tätig. Außerdem ist es mein Ziel als Aufsichtsratsvorsitzender der Interessengemeinschaft Eissport Taucha eG den Standort in Taucha zu festigen. Aber lassen Sie uns doch über alles gern persönlich sprechen. Ich bin dazu jederzeit bereit.

    Beste Grüße Tobias Meier
    034298/529880

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