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Bürgermeisterwahl Taucha: Roland Gasch will dritter Kandidat sein

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Bei der am 7. Juni stattfindenden Bürgermeisterwahl in Taucha startet womöglich noch ein dritter Kandidat. Nachdem Antje Brumm (CDU) und Tobias Meier (Parteienbündnis aus SPD, Linke, FDP und Grüne) bereits seit Anfang des Jahres für sich werben, will nun Roland Gasch als Einzelkandidat antreten. Heute entscheidet sich, ob er die dafür nötigen 80 Unterstützer-Unterschriften erhält.

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Roland GaschDie Leipziger Volkszeitung nennt ihn bereits seit Anfang Mai einen „Kandidaten“, obwohl der Weg bis dahin noch gar nicht zu Ende gegangen ist. Denn erst heute Abend wird feststehen, ob es Roland Gasch gelungen ist, 80 Tauchaer zu bewegen, für ihn zu unterschreiben. Erst dann ist er offiziell ein Kandidat für die anstehende Bürgermeisterwahl. Das Procedere ist kompliziert: Zuerst müssen die potenziellen Unterstützer überhaupt von Gaschs Vorhaben wissen. Danach müssen sie zum Einwohnermeldeamt der Stadt Taucha und dort auf einem Zettel unterschreiben. Eine Abgabe von Unterschriften-Listen ist also nicht möglich. „Ich glaube, am Freitag waren es 64 Unterschriften, plus minus einige wenige. Es kann sein, dass ein paar Stimmen ungültig sind, die von Bürgern abgegeben wurden, die nicht wahlberechtigt sind, weil sie noch nicht drei Monate in Taucha gemeldet sind“, so der 44-jährige Plösitzer.

Bislang war der Vorsitzende der Stadtratsfraktion FDP/Bündnis 90/Die Grünen Mitglied der Grünen. Am Donnerstag vergangener Woche jedoch ist er mehr oder weniger freiwillig ausgetreten, nachdem der Kreisverband Nordsachsen ihm bereits das Vertrauen aberkannte und ein Parteiausschluss ohnehin bevorstand. Grund: Mit seinem Entschluss, für das Amt des Tauchaer Bürgermeisters anzutreten, missachtete er den Beschluss seines Kreisverbandes. Dieser hatte sich Ende Februar auf Tobias Meier als Kandidaten geeinigt. „Ich habe mich sehr gewundert über Herrn Gasch. Er stellt sich gegen den mehrheitlichen Beschluss, den er vor mehr als zwei Monaten selbst mitgetragen hat. Da muss man sich fragen, wie es mit dem Weitblick bestellt ist und ob ihm damit nicht schon eine Grundvoraussetzung für das Bürgermeisteramt fehlt“, ist Barbara Scheller, Kreissprecherin der Grünen Nordsachsen hörbar aufgebracht. Als sie von Gaschs Vorstoß hörte, rief sie sofort Tobias Meier an, um ihm mitzuteilen, dass die Partei weiter hinter ihm steht. „Ein Zurückrudern stand nie im Raum, wenn wir so einen Entschluss fassen, stehen wir auch dazu. Dass nun ein Mitglied aus der Reihe tanzt, ist sein demokratisches Recht, aber dann muss er auch mit den Konsequenzen leben“, so Scheller.

Gründe für eine Beteiligung bei der Bürgermeisterwahl in Taucha habe Roland Gasch genügend, wie er sagt. „Es entsprach nicht ganz meiner Vorstellung von Demokratie, wie die Verhandlungen über die Bestimmung des gemeinsamen Kandidaten gelaufen sind. Außerdem habe ich gemerkt, dass es für viele Tauchaer nicht befriedigend ist, dass sie sich bei der Wahl im Endeffekt wegen der Parteienzugehörigkeit der Kandidaten nur zwischen FDP und CDU entscheiden können“, sagt Gasch. Erste mögliche Inhalte seines Wahlkampfes hat er bereits definiert: So will er sich für Transparenz und frühzeitige Beteiligung einsetzen und nennt dafür als Beispiel den Ausbau des Gärtnerweges. „Hier agiert die Stadtverwaltung an den Bürgern vorbei“, meint er. Entscheidungsprozesse der Verwaltung müssten aktiv und bürgerfreundlicher kommuniziert werden, etwa über den Stadtanzeiger. Außerdem will Roland Gasch die direkte Demokratie stärken und Bürgerentscheide auf kommunaler Ebene ermöglichen. Zudem soll das Breitband-Internet für alle Ortsteile ausgebaut werden, dies sei sogar eines seiner dringendsten Vorhaben. Außerdem kämpfe er für ausreichende Kinderbetreuungsplätze und wolle neue Abgaben und Gebühren, etwa für den Straßenausbau und Gewässerabgaben, vermeiden.

Tobias Meier, der gemeinsame Kandidat von SPD, Linke, FDP und den Grünen, hält sich mit Kritik an Gasch im Gegensatz zu Barbara Scheller zurück. „Ich kann nur sagen, dass die Gemeinsamkeiten, die zwischen den Parteien über die letzten Jahre im Stadtrat gewachsen sind, schon immer für das Wohl der Bürger eingesetzt wurden. Wir machen hier keine Bundes- oder Landespolitik, sondern wollen Taucha gemeinsam voranbringen. Um Parteizugehörigkeit geht es da gar nicht“, sagt er. Zudem verstünde Meier nicht, warum sich Gasch am 25. Februar auf der Wahlveranstaltung nicht direkt als Kandidat gemeldet hätte. „Die Möglichkeit hat ja bestanden“, so Meier. Bezogen auf die Fraktion FDP/Bündnis 90/Die Grünen im Tauchaer Stadtrat kündigte Tobias Meier gegenüber Taucha kompakt an, dass diese wohl künftig ohne Roland Gasch fortgeführt werde. „Das Vertrauensverhältnis ist zerstört, wir machen ohne ihn weiter“, sagt der 37-Jährige

Das Einwohnermeldeamt der Stadt Taucha hat am heutigen Montag aufgrund des Wahlgesetzes bis 18 Uhr geöffnet. Bis dahin können Unterschriften für Roland Gasch abgegeben werden. Grünen-Sprecherin Barabara Scheller geht von einer knappen Entscheidung aus. „Sollte er wirklich als Kandidat zugelassen werden, wird seine Höchstgrenze zur Wahl wohl bei sieben Prozent liegen“, meint sie.

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Veröffentlicht am 11. Mai 2015 um 15:36 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 14. August 2017 um 16:44 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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