Anzeige


„Kleine Fortschritte, das müssen wir als Stadt Taucha lernen“

,
0
144
mal gelesen

Seit dem Wochenende ist Tobias Meier offiziell der neue Bürgermeister von Taucha. Nach einem umfangreichen Wahlkampf online und offline gelang es ihm, bereits im ersten Wahlgang die Konkurrenten hinter sich zu lassen. Seit Montag sitzt er nun im Rathaus. Taucha kompakt sprach mit ihm über seine persönliche neue Situation.

Anzeige
Körbisbau Bauunternehmen:
Mauerwerk und Dach - alles vom Fach.





Tagespflege Pittiplatsch und seine Freunde:
Liebevolle, individuelle Betreuung.
Jetzt Platz für Ihr Kind anfragen!


Tagespflege Taucha


Seit 1. August sind Sie nun offiziell der Bürgermeister von Taucha. Ihre Website ist entsprechend aktualisiert, Ihr beruflicher Status bei XING ebenso, die Website der Stadt Taucha begrüßt uns mit Ihrem Foto. So langsam realisiert man die neue Aufgabe, oder?
Seit meiner Wahl am 7. Juni sind einige Wochen vergangen. Die Gefühlslage hat sich dabei mehrfach geändert. Anfangs war ich einfach überwältigt vom Ergebnis und dem Vertrauen, welches mir die Bürger gegeben haben. Die Nachwehen der Wahlkampfzeit mussten auch erst einmal überstanden werden. Mir war es wichtig, zügig alle Dinge zu regeln. Das ging bei der Entfernung der Plakate innerhalb von drei Tagen los, ging weiter bei der Nachfolgersuche, Übergabe und Abwicklung meiner Tätigkeiten bei Leipzig Fernsehen, den IceFighters und der FDP/Grünen Stadtratsfraktion. So kam langsam das Bewusstsein, dass hier etwas passiert ist, was mein Leben maßgeblich verändert.

Jetzt freue ich mich auf die neue Aufgabe, mit dem nötigen Respekt vorm Amt. Jedoch blicke ich sehr optimistisch in die arbeitsreiche Zukunft. Dass ich nicht allein bin, viele Unterstützer habe und Tauchaer, die ihre Heimatstadt genauso lieben und sich für sie einsetzen, hilft mir. Weitere Menschen möchte ich aktivieren und begeistern. Vielleicht kann man es so beschreiben, wie wenn einer sagt, dass er sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Ich meine, dann arbeitet man mit Herzblut. Und scheinen die Herausforderungen noch so groß, mit der Liebe und dem Tatendrang kann sich etwas sehr Gutes entwickeln. Die Voraussetzungen sind gegeben, in Taucha ist in den letzten 25 Jahren Vieles entstanden. Dieses zu bewahren und unsere Stadt in die Zukunft zu führen ist mein Bestreben. Wir können noch mehr erreichen.

Sie haben ein großes Freunde- und Bekannten-Netzwerk. Auf Sie müssen doch nun ständig Anfragen, Hinweise, gut gemeinte Ratschläge und anderes einprasseln. Kann man auf alles antworten? Wie halten Sie Wichtiges und Unwichtiges auseinander?

Meine Vernetzung und das Wirken in unserer Stadt waren sicherlich Gründe, warum ich überhaupt in Betracht gezogen habe, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Viele gesellschaftlich und politisch Aktive kennen mich aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Bereichen. Das hat mir sicher zum Erfolg geholfen und es möglich gemacht, dass vier Parteien (SPD, DIE LINKE, FDP, B90/Grüne) mich zu ihrem Kandidaten gewählt haben. Da ich noch nie ein Einzelgänger war, Gemeinsamkeiten suche um zusammen etwas zu bewegen und erfolgreich zu sein, höre ich selbstverständlich weiter zu. Durch meinen Wissensdurst und die währende Kommunikation möchte ich nah am Geschehen bleiben. Das ist in meinem näheren Umfeld so, wie auch bei den zahlreichen interessanten Menschen die ich in den letzten Monaten kennenlernen konnte. Da schließe ich ausdrücklich auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit ein.

Natürlich prasseln so auch gut gemeinte Ratschläge und Anfragen auf mich ein. Ich bin aber kein Mensch, der viel von Schnellschüssen hält. Spontanität da wo sie gefordert ist, ist gut, ansonsten sondiere ich die Themen und Lage und entscheide, wenn ich genügend Informationen gesammelt habe. Aber man muss auch nicht alles überdramatisieren. Oft hilft ein Anruf oder eine Nachfrage und die kleinen Herausforderungen sind geklärt. Eine Schwäche von mir ist vielleicht, dass ich oft nicht aufhören kann. Dass ich auch entschleunige und mir die ein oder andere Ruhepause gönne, dafür sorgen meine Familie und engen Freunde.

Stichwort Zusammenarbeit im Rathaus: Wie schätzen Sie Ihre Ausgangssituation ein? Wird es ein gutes Miteinander werden?
Bereits in den Tagen vor dem 1. August war ich öfter im Rathaus, habe mich über Abläufe informiert, einige grundlegende Dinge klären können, um einen möglichst reibungslosen Übergang zu schaffen. Hier wurde ich schon gut aufgenommen. Zwischen dem Abschied von Dr. Holger Schirmbeck und meinem Neuanfang den Alltag zu meistern, war sicher für die betroffenen Mitarbeiter sicher nicht so einfach. Am Montagmorgen habe ich die Mitarbeiter der Kernverwaltung, des Bauhofes und die Hausmeister im Ratssal begrüßt. Dort habe ich erläutern können, was mir für eine gute Zusammenarbeit wichtig ist. Betont habe ich, dass bei mir Offenheit, Ehrlichkeit und Loyalität zählen und wir nur gemeinsam mit den Bürgern die Zukunft Tauchas gestalten können.

Wichtig ist mir aber auch, dass ich alle Mitarbeiter und ihre Tätigkeiten kennenlernen möchte. Ganz egal ob wir uns schon zig Jahre kennen oder noch nie gesprochen haben. Ich möchte die Abläufe im Haus und der Verwaltung verstehen. Deshalb soll auch niemand glauben, nur weil ich vieles erfrage, dass das etwas mit Misstrauen zu tun hat und ich alles infrage stelle. Ich komme ja beruflich aus der kaufmännsch/kreativen Richtung. Da bin ich auf die Erfahrung und die Routine der Mitarbeiter angewiesen. Mein Wahlsieg ist daher auch ein Sieg der Verwaltung. Denn: die Bürger trauen mir als einen von „außen“ kommenden zu, gemeinsam mit den Rathausangestellten die kommende Zeit zu meistern.

Wird es personelle Veränderungen im Rathaus aufgrund Ihres Amtsantrittes geben?
Wir haben ein Personalentwicklungskonzept, welches wir seit Jahren verfolgen und gegebenenfalls anpassen. Das kenne ich als Stadtrat und habe es auch immer positiv begleitet. In den kommenden Jahren wird es aufgrund altersbedingten Ausscheidens zu einigen personellen Veränderungen kommen. Das hat aber nichts mit meiner Person und der Wahl zu tun. Ich sehe momentan keinen Grund zu anderweitigen Umbesetzungen. So wie ich mich im Bürgermeisteramt weiterentwickeln möchte, so werden das auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es gibt unter den Kollegen einige Ideen, Wünsche und Forderungen. Diese zu sammeln, richtig einzuordnen und zu kanalisieren wird meine Aufgabe sein. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

Woran wollen Sie sich messen lassen? Was wird in 100 Tagen anders sein?
In den Wochen vor der Bürgermeisterwahl habe ich sicher Hoffnungen geweckt, Dinge gesagt die ich machen möchte und wofür ich stehe. Jedoch habe ich nie etwas versprochen, bei dem ich weiß, dass ich es sowieso nicht halten kann. Ob der Bürger schon nach 100 Tagen etwas bewusst wahrnehmen wird, weiß ich nicht. Es sollte auch keiner Wunder erwarten. Durch meine Offenheit und Kommunikationsbereitschaft wird sich einiges zeigen. Ich lade die Tauchaer ein, sich mehr für ihre Stadt einzusetzen. Meckern allein hilft nicht, konstruktive Kritik und anpackende Mentalität schon eher. In jedem Fall werde ich verstärkt unterwegs sein, nicht immer warten, bis jemand ins Rathaus kommt.

Wir haben einige Schwerpunkte: Standortmarketing, Wirschaftsförderung, Verkehrsproblematik und über allen steht ein Taucha für alle Generationen als familienfreundliche, soziale und tolerante Stadt. Die kleinen Fortschritte zu zeigen, das müssen wir als Stadt lernen. Dann gibt es auch nach 100 Tagen einiges vorzuweisen.

Vielen Dank für das Gespräch!

(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 5. August 2015 um 18:22 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 14. August 2017 um 16:55 Uhr.


Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here