Richtfest für neue Kita Grashüpfer

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Es scheint, als habe dieser Bau das gute Wetter gepachtet. Immerhin gibt sich die Sonne bei den offiziellen Terminen alle Mühe. Bereits bei der Grundsteinlegung am 25. August klarte sich der Himmel auf und auch heute zum Richtfest dominierte ein blauer Himmel über dem Rohbau. Zahlreiche Gäste, darunter Stadträte, Mitglieder der Bau ausführenden Firma Schneider Systembau sowie des Trägers AWO hatten sich dazu eingefunden.

Der Richtspruch wird verlesen

Nach dem Richtspruch von Zimmermann Siegfried Matthes, der mangels Mikrofon ein wenig unterging, unterstrich Bürgermeister Tobias Meier erneut den ambitionierten Zeitrahmen, den man sich selbst gesteckt habe. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und nicht zuletzt dem Generalunternehmer Schneider Systembau sei es der Stadtverwaltung gelungen, die Ziele zu erreichen – und das „termingerecht sowie auch finanziell absolut im Plan“, freute er sich. Das sei auch nötig, denn Taucha wachse schnell, wolle und müsse sich gerade deshalb als sehr soziale Stadt positionieren.

Bislang seien rund 500.000 Euro für die neue Kita verbaut worden. Etwa 300.000 Euro für den Baukörper an sich, der Rest für Erschließung und sonstige Nebenkosten. Insgesamt kostet der Bau 2,5 Millionen Euro, wird aber mit 1,5 Millionen Euro Förderungen unterstützt. Der Restbetrag finanziert sich über einen Kassenkredit von 1 Million Euro, der im Juni vom Stadtrat beschlossen wurde. Inklusive in dieser Summe ist der Innenausbau und sämtliche Einrichtungsgegenstände. Beim Innenausbau ist man bereits gedanklich etwas weiter: Gemeinsam mit der AWO habe Birgit Pfaender-Plewe vom Tauchaer Bauamt schon sämtliche Fliesen und Bodenbeläge sowie die sanitären Einrichtungen bis zum letzten Wasserhahn bemustert und sich letztlich festgelegt.

Bürgermeister Tobias Meier schlägt den Nagel ein.

Noch nicht inklusive in den Baukosten ist ein Fußweg, der nötig sei, um Kindern und Eltern den sicheren Zugang zur neuen Kita zu gewährleisten. Hier richtete sich Stadtoberhaupt Tobias Meier an die anwesenden Stadträte, die in einer der kommenden Stadtratssitzung diesen Fußweg genehmigen müssen. In den Haushaltsplan sei er bereits eingearbeitet, wie der anwesende Kämmerer der Stadt Taucha Thomas Sauer durch wohlwollendes Nicken bestätigte.

Heike Buchheim, Geschäftsführerin der AWO, zeigte sich ebenfalls vom Tempo des Bauablaufes beeindruckt. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung schaute sie sich den Rohbau an und war sichtlich zufrieden mit den großen Spiel- und Schlafräumen, die unter anderem bodentiefe Fenster erhalten werden. Im Augenblick sei man dabei, Personal zu finden. Zahlreiche Anmeldungen von Eltern lägen der AWO und der Stadt Taucha bereits vor. Auf eine Zahl ließen sich weder Petra Kostka, zuständige Fachbereichsleiterin für die Kitas, noch Heike Buchheim festlegen. „Voll sind wir aber noch nicht. Es melden sich ja viele Eltern immer in mehreren Einrichtungen an, so dass eine Zahl noch gar nicht genannt werden kann“, sagt die AWO-Geschäftsführerin.

der Richtkranz

Am Ende der kleinen Ansprache ließ sie dann auch den bislang streng gehüteten Namen der neuen Kindertagsstätte aus dem Sack: In Anlehnung der Friedrich-Ebert-Wiesen, auf denen die Kita gebaut wird, soll die Einrichtung „Grashüpfer“ heißen. Eine gute Entscheidung, geht man vom Applaus der Anwesenden aus. Künftig werden also 110 Grashüpfer durch diese Kita springen. Die Verwaltung sei bereits dabei, ein Erscheinungsbild nebst Logo, Maskottchen und Schriftbild entwickeln zu lassen. Ob der Name und ein gezeichneter Grashüpfer künftig das Haus schmücken oder anderweitig sichtbar gemacht werden, steht aber noch nicht fest.

Die Kita von oben

Der Richtspruch

Es ist bestimmt in Dorf und Stadt
ein Glück für’s Volk, wenn’s Nachwuchs hat,
denn ohne diesen stirbt das Haus
mit der Familienzukunft aus!

Und wie würde das Leben leer –
ja geb’ es keine Kinder mehr,
die fröhlich voll von Maienwind
doch stets des Volkes Frühling sind.

Drum hoff ich, dass sich jedes freut,
dass man in unsrer Heimat heut,
wie nötig ist auf dieser Welt,
den Kindergarten hier erstellt.

Man braucht ihn doch so dringend jetzt,
weil sich die Menschheit heute so hetzt.
Dass auch die Frau, die Mutter noch, zur
zur Arbeit muss, im Alltagsjoch,
um ja auch überall brilliant
dabei zu sein in Stadt und Land.

Dadurch is manches Kind in Pein
zu Haus oft ohne Lieb allein,
was so ein Kind bestimmt sehr quält,
weil ihm im Nest die Wärme fehlt.

Dass dieses Übel aber hier
in Zukunft nicht mehr existier,
mög’ dieser Bau gar schnell gedeih’n
und bald ein Hort den Kindern sein,
in dem sie alle dann geschwind
so richtig warm zu Hause sind
und wohl sich fühlen allgemein
im jüngsten menschlichen Verein.

Dass sie dabei schon lernen auch,
womöglich nett nach bestem Brauch,
wie jedes ohne viel Verdruss,
mit Nachbarn sich vertragen muss,
damit dadurch denn jedermann
auf Erden glücklich leben kann.

In diesem Sinne – hoff ich – sei
der Kindergarten stets aufs neu’
für die Gemeinde hier ein Hort,
da unsre Jugend nun allfort
an Lein und Seele mit Elan
frisch wachsen und gedeihen kann,
auf dass sie ohne Schmach und Schand
auch würdig sei im Volk und Land!

Dank gilt für allen Dingen
jenen, die hier zum Gelingen
durch Rat und Tat ein Beispiel gaben,
wo manche sonst gar leicht verzagen.

Und hohes Lob gebührt sodann
dem Meister, der den Plan ersann,
der mit Geschick und nicht nach Norm
dem Bauwerk gab die edle Form!

Der Mauer- und der Zimmererzunft,
die mit Fleiß und mit Vernunft
bisher wirkten wohl bedacht,
sei auch hier der Dank erbracht!

Der Herrgott möge seinen Segen
allezeit dem Kindergarten geben
und schenken allen Kindern drin
stets einen guten, frohen Sinn!

Dass dies in Erfüllung geh,
hebe ich mein Glas zur Höh’
und trink es aus zum Wohl allfort
hier auf diesen Kinderhort!

Und der Scherben Stück um Stück
bring den Kindern künftig Glück,
wie auch sonst noch jedermann.
Dies wünscht froh – der Zimmermann!

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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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