Kita Grashüpfer in Taucha eröffnet

1
163
mal gelesen

Sonnenschein, glucksende Kleinkinder, zufriedene Erwachsene und ein Neubau, der sich sehen lassen kann. Die Eröffnung der neuen Kindertagesstätte Grashüpfer an der Friedrich-Ebert-Straße brachte alles mit, was sich die Stadtverwaltung wünschen konnte. Das große Interesse der Tauchaer aller Altersgruppen zeigte: Die Stadt ist kinderfreundlich – in jeglicher Hinsicht.

Der Sonnabendvormittag ist bei vielen reserviert. Für das Einkaufen, Arbeiten im Garten, Erledigungen im Haushalt. Am heutigen Sonnabend war das anders. Das mag daran liegen, dass die Eröffnung einer Kita immer etwas besonderes ist. Neue Räume, unbenutzte Spielgeräte und Einrichtungsgegenstände ziehen fröhliche Menschen an. Bereits vor der Eröffnung um 10 Uhr traf sich „halb Taucha“, wie es eine Besucherin formulierte, an der neuen Kindereinrichtung. Jeder wollte sehen, was in gerade mal einem Jahr geschafft wurde.

kita-grashuepfer-taucha_2

kita-grashuepfer-taucha

Auch Bürgermeister Tobias Meier erinnerte daran, dass die Geschwindigkeit der Planungen, Bauausführung und Einrichtung Ihresgleichen sucht: „Erst im März 2015 beschloss der Stadtrat über einen so genannten Haushaltsvorgriff den Bau der Kita“, sagte er. Damals war Tobias Meier noch FDP-Stadtrat in Taucha, der Bau der Kita wurde also unter der Ägide von Holger Schirmbeck (SPD) auf den Weg gebracht. Im April 2015 beschloss der Stadtrat, dass die Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Kita betreiben soll. Am 7. Juni bekam die Schneider Systembau aus Radeburg den Generalunternehmer-Vertrag, gemeinsam mit dem Architekturbüro Klinkenbusch und Kunze aus Dresden. Am 11. Juni wurde der Bauantrag eingereicht, bereits am 19. August erfolgte eine Teilbaugenehmigung für die Erdarbeiten, den Tiefbau und das Gießen der Bodenplatte. Diese war am 25. August zur Grundsteinlegung bereits fertig. Die endgültige Baugenehmigung wurde dann am 3. September erteilt. Acht Wochen danach war Richtfest, bis Ende 2015 erfolgte die Schließung des Gebäudes, so dass der Innenausbau starten konnte. Fertigstellung war am 29. Februar, danach rollten drei LKWs mit insgesamt 55 Tonnen Tischen, Schränken und Betten an.

ueberzieher
Wichtiges Element für alle Besucher: Schneeweiße Überzieher, um den Fußboden zu schonen.

Es ist wohl der Zusammenarbeit aller Ämter und der Fachbereiche der Stadtverwaltung zu verdanken, dass der enge und herausfordernde Zeitplan eingehalten wurde. Der Zeitdruck war nötig, einerseits wegen des rasanten Wachstums Tauchas durch die vielen Eigenheimsiedlungen. Andererseits, weil der Stichtag für den Landeszuschuss des Freistaates für die Kindertagesbetreuung der 1. April eines jeden Jahres ist. „Eigentlich ist das ein Unding, da müssten andere Maßstäbe gelten“, meinte der zur Eröffnung geladene Holger Schirmbeck. Gleichwohl freute er sich aber, dass „wir das alles geschafft haben“ und konstatierte: „Die Kita Grashüpfer ist das erste Meisterstück für Tobias Meier, in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung“.

Für Heike Buchheim, Geschäftsführerin der AWO, war heute ein besonderer Tag. „Das ist der erste Neubau, der sozusagen für uns errichtet wurde“, erzählte sie. Die Kita Grashüpfer sei die 21. Einrichtung in Leipzig, dem Leipziger Land und Nordsachsen und die vierte in Taucha. Ines Vesser, die Leiterin der Kita, war auch sichtlich aufgeregt. „Wir hatten ja bereits am 19. März die ersten Gespräche mit Eltern, aber jetzt so kurz vor dem Startschuss ist das noch mal etwas anderes. Ich bin gestern hier durch die Einrichtung gegangen und dachte mir, so ruhig wie jetzt wird es nie mehr. Gut so! Ich freue mich darauf, dass wir bald vollzählig sind“, sagte sie. Anfangs werden 40 Kinder zur Eingewöhnung kommen, bei Vollbelegung beherbergt die Kita 50 Krippen- und 60 Kindergartenkinder. Insgesamt kommt Taucha damit auf 1152 Betreuungsplätze.

Ines Vesser ging auch kurz auf das Konzept der integrativen Kita Grashüpfer Taucha ein: Im Krippenbereich wird es genügend Zeit zur Eingewöhnung geben. Der Kindergartenbereich werde offen gestaltet. Jedes Kind könne sich seinen Neigungen und Interessen entsprechend aussuchen, was es machen wolle. Die Möglichkeiten dafür sind gegeben: So gibt es neben normalen Gruppenzimmern etwa auch eine Werkstatt, einen Bewegungsraum und eine Bibliothek. „Ich bin ein bisschen skeptisch, was das offene Konzept angeht“, sagte Yvonne Knorr aus Merkwitz. Ihr Sohn Valentin (11 Monate) wird ab Juni die Einrichtung besuchen. Bereits ab Montag ist Samuel (16 Monate), der Sohn von Franka Howorka aus Seegeritz ein „Grashüpfer“. Ariane und Björn Teichmann aus Leipzig sind gerade dabei, im Gärtnerweg ein Haus zu bauen. Ihr Sohn Lio ist acht Monate alt und soll dann möglichst auch in den Grashüpfer gehen. „Die Einrichtung gefällt uns, wir haben sie in die engere Wahl gezogen“, sagt Ariane Teichmann. Über 30 Kitas hätten sie kontaktiert. Krippenplätze gebe es überall zu wenige, sie würden jetzt aber große Hoffnungen in Taucha setzen, sagten die Eltern.

Die Kosten für den Grashüpfer belaufen sich auf etwa 2,6 Millionen Euro. Dies seien fünf Prozent über den Planungen, beinhalte aber auch zusätzliche Leistungen, etwa eine temporäre Dieselheizung, die nötig war, um den Estrich zu trocknen, als die Gasleitung noch nicht gelegt war. Zudem ist der 60 Meter lange Fußweg bereits fertig gestellt, der erst für Herbst geplant war. Die Sicherheit der Kinder habe aber Vorrang. Jetzt folgen noch Außenarbeiten, die auch heute zum Eröffnungstag erledigt wurden. Am 29. April folgen die Spielgeräte für den Außenbereich und die Pflanzungen. Bis 15. Juni sollen die Arbeiten erledigt sein.

Die Kita Grashüpfer an der Friedrich-Ebert-Straße bildet den Auftakt zur Erschließung eines neuen Wohngebietes vor dem Bahnübergang. In den nächsten Jahren soll hier städtebaulich noch einiges passieren.

Vorheriger ArtikelGaststätte Kanzler in Taucha: Investor zieht sich zurück
Nächster ArtikelKind angefahren und geflohen: Zeugen gesucht
Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
Teilen

1 Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here