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Die Tauchaer spüren die Beeinträchtigungen bereits seit dem Sommer – nun erfolgte auch für die Deutsche Bahn der offizielle Baustart des „Maßnahmenkomplexes Umbau Bahnhof Taucha“ – oder wie es Projektleiter Thomas Schwarz ausdrückt: „Ab heute geht es für uns an der Portitzer Straße so richtig los. Den Start macht eine Proberammung für den Baugrubenvorbau.“ Dabei werde geprüft, ob der Baugrund so vorliegt, wie man es erwartet. Gleichzeitig würden die Erschütterungen der umliegenden Gebäude gemessen. „Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet. Anhand der Ergebnisse kann dann festgelegt werden, wie wir mit den Rammungen weiter vorgehen“, so Schwarz.

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Bis zu 20 Meter tief werden Spundwände ins Erdreich gerammt, um die Baugrube und den späteren Trogbau gegen eindringendes Wasser abzusichern. Diese Aufgabe – das Einbringen der Spundwände – wird im ersten Schritt die Hauptaufgabe für die beteiligten Baufirmen sein. Ist das erledigt, werde eine Betonsohle gegossen, um das Grundwasser aus der Grube zu halten. Dann gehe es Schritt für Schritt weiter mit dem Bau des so genannten Trogbauwerkes, einer Unterführung für Fahrzeuge und Fußgänger. Bis zu 6,50 Meter tief werde unter den Gleisen des jetzigen Bahnüberganges gegraben. Die Höhenlage der jetzigen Gleise werde sich dabei nicht signifikant ändern, so Schwarz.

Was sich definitiv ändern wird, ist das bis jetzt noch gewohnte Stadtbild mit Bahnübergang und über die Gleise verlaufender Portitzer Straße. Ende April 2019 geht es dann – planmäßig nach jetzigem Stand – unter den Gleisen hindurch. In diesem Zuge verschwindet dann auch das Schrankenwärterhäuschen am Bahnübergang. „Das wird dann nicht mehr benötigt, die gesamte Strecke wird digital vom Hauptbahnhof aus gesteuert“, erklärt der Projektleiter.

Ein Behelfs-Bahnübergang für Fußgänger und Radfahrer wurde errichtet.
Ein Behelfs-Bahnübergang für Fußgänger und Radfahrer wurde errichtet.

Nicht nur der Bahnübergang verschwindet, auch die Bahnsteige werden erneuert und ausgebaut: Ende Juni 2018 soll das Gleis 1 mit Bahnsteig 1 betriebsbereit sein, Ende März 2019 dann die Gleise 2 und 3. In diesem Zuge werde dann auch der Bahnübergang Gerichtsweg geschlossen. Bereits jetzt wird der dortige Bereich als Zufahrt für das Baumaterial genutzt.

45 Millionen Euro lässt sich die Deutsche Bahn den Trogbau samt folgendem Umbau des Bahnhofes Taucha kosten. Fünf Millionen Euro davon muss die Stadt Taucha tragen, entsprechende Summen sind in die Haushalte für 2018 bis 2020 bereits eingearbeitet. Immerhin: 90 Prozent davon werden vom Bund gefördert, in Vorleistung muss die Stadt dennoch gehen. Am Ende werden rund 500.000 Euro zuzüglich Zinsen von Taucha zu tragen sein. Eine für Taucha sicher überschaubare Summe, angesichts der Gesamtkosten.
Letztlich würden die Vorteile überwiegen, wie Bürgermeister Tobias Meier sagt: „Es wurde lange geplant und angekündigt, die Vorarbeiten dauerten entsprechend, insofern sind wir froh, dass es nun wirklich losgeht mit dem Bau. Wir freuen uns, dass der Bahnhof ausgebaut wird und der Einstieg in die S- und Regionalbahnen künftig leichter gehen wird.

Wehrmutstropfen ist und bleibt der Bahnübergang Gerichtsweg, dessen Schließung wir nicht verhindern konnten“, so das Stadtüberhaupt gegenüber Taucha kompakt. Eine Klage sei nicht erfolgversprechend gewesen und hätte nur unnütz Geld gekostet, sagt Meier.

Taucha kompakt berichtet immer wieder vom Mega-Bauprojekt an der Portitzer Straße.

Veröffentlicht am 17. Oktober 2017 um 14:36 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 26. März 2019 um 10:29 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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