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Vier Shows: Dynamit auf Rädern ab Sonntag in Taucha

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Donnerstagmorgen 10 Uhr. Sabrina Korth macht sich einen Kaffee, setzt sich an den Tisch und checkt ihre eingegangen Nachrichten auf dem Smartphone. Klingt nach einem normalen Morgen. Doch die 32-Jährige sitzt nicht etwa in ihrer Wohnung, sondern in einem Wohnwagen, der hinter Möbel Kraft in Taucha steht. Ein Ort, an dem sie am Montag noch nicht war und der für lediglich vier Wochen so etwas wie ein Zuhause sein wird.

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Sabrina Korth ist Teil der Action-Stuntshow „Dynamit auf Rädern“. 20 Frauen und Männer, die von Frühling bis Einbruch des Winters durch die Lande ziehen, um waghalsige Kunststücke mit Autos und Motorrädern zu zeigen. Der Familienbetrieb aus der Nähe von Eisenach existiert in dritter Generation. Mit am Tisch sitzt Lorenz – oder wie er sich selbst nennt – „Wanja“, der Vater von Sabrina. „Der Name stammt aus den Anfängen der Show, das muss so um 1966 gewesen sein“, sagt der 61-jährige, der jünger aussieht. In den 60ern und 70ern hatte jeder Artist noch russische Namen. „Das wirkte irgendwie lustiger damals. Heute ist das nicht mehr unsere Art, wir haben nicht mal russische Vorfahren“, lacht Sabrina. Wanja hält bis heute den Rekord im bemannten Todessturz. Aus 68 Metern Höhe fiel er mit einem Auto in eine Autopyramide, die er zum Einstürzen brachte. „Dabei steht man im Auto, ist festgeschnallt und ordentlich gepolstert“, sagt der Mann erstaunlich gelassen. Den Tod hat ihn der Stunt glücklicherweise nicht gebracht, dafür besagten Rekord und den Spitznamen „Wanja, der Autokiller“. Heutzutage wird der Stunt auch noch durchgeführt, aber von jüngeren Artisten und „nur noch“ aus 35 bis 40 Metern Höhe.

Auch mit Feuer „spielen“ die Artisten von Dynamit auf Rädern.
Besagter Todessturz ist nur ein Höhepunkt der Show, die rund zwei Stunden dauert – ohne Pause. Autos in Schräglage, Stunts mit jeder Menge Feuer, Autoüberschläge, fliegende Monstertrucks – all diese Programmpunkte rattert Sabrina runter, als wäre es eine Einkaufsliste. Ihr Spezialgebiet ist ein 7,5 Tonnen schwerer LKW. Der Stunt-Truck fährt auch in Schräglage – in nur zwei Shows in Deutschland ist diese Übung zu sehen. Und als wäre das noch nicht genug, klettert Sabrina während der Schräglage aus dem Fahrerhaus und stellt sich auf den Truck. Einzigartig in Europa sei diese Nummer, sagt sie.

Sabrina auf dem Stunt-Truck.

Ein Mädchen huscht in den Wohnwagen. „Das ist Evangeline, meine Tochter“, sagt Sabrina. Die achtjährige müsste eigentlich in der Schule sein. Doch bei reisenden Schaustellern ist alles ein wenig anders. Es gibt Schulen für Kinder von beruflich reisenden Eltern. Hier kommt der Lehrer ins Haus – allerdings wird dies nur in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Hessen angeboten. Darum gibt es an den Standorten der Festplätze so genannte Stützpunktschulen. Für Evangeline wird dies ab Montag die Regenbogenschule sein. Wenn die Familie Anfang September weiter nach Magdeburg zieht, wird sie dort für die Dauer des Aufenthaltes eine andere Grundschule besuchen. „Nein, Freundschaften kann man da nicht aufbauen. Aber wenn wir im Winter bei Eisenach sind, geht sie dort wieder in die Schule. Da hat sie Freunde, die schon immer sehnsüchtig auf sie warten“, sagt Sabrina Korth.

Natürlich ist auch die Drittklässlerin bereits in die Show eingebunden: sie fährt Mini-Quad, absolviert ihre ersten Kunststücke. Sabrinas Neffe Vincenzo, der gerade mal zwölf Jahre ist, fährt Motorrad und springt locker über bis zu zwölf Autos.

Sprung mit dem Motorrad über parkende Autos.

Vier Shows wird „Dynamit auf Rädern“ in Taucha zeigen. Der Ticketpreis liegt bei 18 Euro, Kinder bis 12 Jahre zahlen 16 Euro. „Manche sagen, das sei zu viel. Doch für zwei Stunden Nonstop-Show, bei fast zehn Artisten, 350 Tonnen Material und vor allem sehr vielen behördlichen Genehmigungen und Versicherungen geht es nicht günstiger“, sagt Sabrina. Fast nicht, denn immerhin gibt es auf der Website Ermäßigungs-Coupons über zwei Euro. Besuchern, die bei Kartenkauf ihren Unmut äußern, rät sie regelmäßig, nach der Show zu ihr zu kommen, wenn es der Preis nicht wert war. „Die Leute kommen zurück. Aber nur, um zu sagen, dass wir eigentlich zu günstig sind“, lächelt sie.

Ob es auch in Taucha so sein wird, davon kann man sich selbst überzeugen: Immer Sonntags um 11 Uhr, beginnend ab diesen Sonntag, den 13. August bis 3. September wird die Show gezeigt. Karten gibt es ab einer halben Stunde vor Beginn.

Einen kleinen Vorgeschmack gab es heute beim Journalistentraining. Für Taucha kompakt war Moderatorin Louisa Noack dabei (siehe Video am Anfang des Beitrages).

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Veröffentlicht am 10. August 2017 um 17:19 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 10. August 2017 um 18:16 Uhr.


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Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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