„Der Tauchsche ist wichtig für den Zusammenhalt“

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Das Tauchaer Stadtfest, der Tauchscher 2018, nähert sich unaufhaltsam. In die Organisation ist quasi das gesamte Rathaus eingebunden – auch der Bürgermeister Tobias Meier. Taucha kompakt sprach vorab mit dem Stadtoberhaupt.

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Der Tauchsche lockt jedes Jahr die Tauchaer und ihre Gäste auf die Festwiese und den Markt. Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere am Tauchscher?
Der Tauchsche ist das gemeinsame Stadtfest aller Tauchaerinnen und Tauchaer. Vereinsmitglieder, Unternehmer aber auch Privatpersonen engagieren sich hier über alle Maße und arbeiten eng zusammen, um das Stadtfest zu dem regionalen Höhepunkt des Jahres im Partheland, dem nord-östlichen Umland Leipzigs zu machen.

Inwiefern ist der Bürgermeister in die Organisation und Durchführung eingebunden?
Bereits Anfang des Jahres begannen wir mit der beauftragten Veranstaltungsagentur Hochmuth gemeinsam unser jährliches Stadtfest zu planen und vorzubereiten. Hierbei gibt es viel zu organisieren. Alle Fachbereiche der Stadtverwaltung, auch ich, sind in die Organisation eingebunden. Erfahrungen aus dem vorherigen Stadtfest, bzw. aus anderen Veranstaltungen fließen in die behutsame Weiterentwicklung des Tauchschen. Ich transportiere das Gefühl und die Erlebnisse von Besuchern des Festes, welche mir übermittelt wurden. Außerdem kümmere ich mich ebenso um Gewinnung von lokalen Sponsoren, ohne die so ein großes Fest nicht zu stemmen wäre.

Im vergangenen Jahr waren Sie bereits quasi an allen Tagen und überall präsent. Sehen Sie dies als ihre Verantwortung?
Seit Ende der 90er Jahre bin ich viel zum Tauchschen unterwegs, auch weil ich als Mitglied des Heimatvereins aktiv an der Gestaltung und Organisation in verschiedenen Bereichen mitgewirkt habe. Seit 2015, als Bürgermeister, erlebe ich die Komplexität des Festes noch deutlicher, habe direkten Kontakt zu allen Vereinen, den Kirchen, kreativen Köpfen und Machern des Stadtfestes. Ich gehe jetzt bewusster über den Markt, Festwiese und anderen Orte des bunten Treibens und schaue mir die verschiedenen Programmpunkte an. Daher bin ich etliche Stunden am Wochenende auf dem Stadtfest irgendwo präsent. Ob beim Startschuss zum Hauptlauf des Sparkassen-Tauchscher Stadtlaufs oder zur Eröffnungsveranstaltung am Freitag zum Ur-Krostitzer Fassanstich. Am Samstag zur großen Spielstraße, am Sonntag zur Ökumenischen Andacht der drei Tauchaer Kirchen auf dem Markt oder zum Festumzug. Dabei möchte ich nicht vergessen neben den wachsamen Augen auch mit den Tauchaer BürgerInnen gemeinsam unsere Stadt Taucha feiern. Der Tauchsche ist wichtig für den Zusammenhalt untereinander und zeigt die Lebendigkeit der Stadt.

Bürgermeister Tobias Meier an einem der Austragungsorte des Tauchschen: An der Badergasse und An der Parthe wird wieder das Flaniermeilen-Café mit einer gemütlichen Weingarten-Lounge aufwarten

Was interessiert Sie persönlich am Meisten beim diesjährigen Tauchscher?
Höhepunkte herauszufiltern finde ich schwierig. Ich glaube die Vielfältigkeit des dreitägigen Spektakel macht dieses Fest aus, bildet gut und konzentriert das Lebensgefühl in Taucha ab. So sollte für jeden Besucher des Festes etwas dabei sein. Die Vorfreude wächst bei den Tauchaern, aber auch die Nervosität bei den Verantwortlichen, ob alles gelingt und die Ideen der letzten Monate in der Umsetzung von den Gästen auch angenommen werden. Neben dem Gaudi, Party und Musik fällt nicht immer gleich jeder Veranstaltungspunkt auf. So wird es wieder eine Ausstellung mit Tauchabezug in der Galerie am Schloss geben, wie im letzten Jahr erstmals und sehr gut angenommen. Das hat mich gefreut, da Frau Beran als neuzugezogene Tauchaerin sich gut einbringt und in Vorleistung gegangen ist. Am Sonntag wird es ein Wandelkonzert am Schöppenteich geben, da bin ich sehr gespannt. Große Freude bereitet mir die quirlige Spielstraße. Hier steckt viel Herzblut drin. Wer es etwas kühler und konzertanter mag, für den gibt es auf dem Rittergut in der Kulturscheune ein Salonkonzert.

Welche anderen Stadtfeste in der Region besuchen Sie? Und schauen Sie sich dort etwas ab für’s Tauchscher? Oder gibt es gar Städte, die vom Tauchscher noch etwas lernen können?
Zuletzt besuchte ich das Krebsbachfest in Podelwitz, welches der Rackwitzer Bürgermeister Steffen Schwalbe in diesem Jahr wiederbelebt hat. Ansonsten war ich in den vergangenen Jahren auf so gut wie jedem Stadtfest und Ortsfest der Region. Jede Kommune hat dabei ihre Besonderheiten, das Engagement der Bürger ist überall hoch. Anders sind solche Festivitäten nicht zu meistern.

In diesem Jahr wird der Tauchscher zum Präsentationsort für Tauchas Doppeljubiläum (850 Jahre Stadtrecht, 800 Jahre Schloss) im Jahr 2020. Was sieht man in diesem Jahr schon?
Zur diesjährigen Eröffnungsveranstaltung am Tauchscher-Freitag werden wir das Logo für das Doppeljubiläum vorstellen. Wir möchten die Tauchaer auf 2020 einstimmen. Bereits Ende 2017 habe ich eine „Steuerungsgruppe 2020“ ins Leben gerufen, der unter anderem Vertreter Tauchaer Vereine, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Veranstaltungsmanager Bernd Hochmuth angehören. Mit den Planungen sind wir bis heute schon einige große Schritte vorangekommen. Mit Ideen kommen Menschen aus Taucha für das Festjahr von selbst, das ist toll. Mit der sehr zeitigen Vorstellung des Logos in diesem Jahr möchten wir noch mehr Menschen vorab sensibilisieren und begeistern.

Der Tauchsche 2020 soll etwas ganz besonderes werden. Wie wollen Stadt und Organisatoren so eine vollgepackte Veranstaltung denn überhaupt noch toppen?
Das ganze Jubiläumsjahr ist mit Veranstaltungen gespickt, so dass es nicht nur zum Tauchscher-Wochenende etwas zu feiern gibt. Diese werden vorrangig durch die vielen Tauchaer Vereine durchgeführt, die Stadt wird mit Absicherungen und Werbung im Rahmen des Jubiläumsjahres mit unterstützen. Das Stadtfest soll der Höhepunkt im Jahr 2020 werden. Wir möchten jedoch den Charakter des Tauchschen nicht grundsätzlich verändern und auf Bewährtes setzen sowie mit einer Erhöhung des Budgets im kulturellen Bereich und der Mitwirkung der Schausteller weitere Akzente setzen.

Zusätzlich wird es auf dem Hof des Rittergutes eine Eröffnungs- bzw. Festveranstaltung im Rahmen eines Konzertes geben. In die Überlegungen einbezogen wird auch, die Bühne das gesamte Wochenende zu nutzen. Das ist aber auch eine finanzielle Frage, dies zu gewährleisten. Neben der öfter tagenden Steuerungsgruppe, der Beratungsrunde die offen für alle Vereine ist, können sich Bürger an mich oder den Koordinator fürs Festjahr in der Stadtverwaltung, Norman Bachmann wenden. Anfang des Jahres 2019 wird der Stadtrat ein Kuratorium wählen, welche aus allen Bereichen des städtischen Lebens kommen. Diese Personen sollen als Botschafter mit ihrer Persönlichkeit im eigenen Umfeld und über die Stadtgrenzen hinaus für Taucha und das Doppeljubiläum werben.

Vielen Dank!

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