Um 11.39 Uhr fuhr der erste PKW aus Richtung Kreuzung wieder durch die Sommerfelder Straße. Noch etwas ungläubig und vorsichtig war der Fahrer, bis er sah: doch, hier darf man wirklich wieder entlangfahren. Seit 25.8.2017 waren die Sommerfelder Straße und der Kreuzungsbereich zur Kriekauer Straße gesperrt. Grund war ein umfangreicher Um- und Ausbau der Entwässerung sowie ein veränderter Aufbau der Straße. Über 1,4 Millionen Euro kostete das Projekt, das für die Leipziger Wasserwerke und den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Leipzig-Land (ZV Wall) sogar Modell- und Pilotcharakter hat.

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Die Anwohner der Kriekauer und Sommerfelder Straße können aufatmen – die Baumaßnahmen sind beendet, die lauten Baufahrzeuge größtenteils abgerückt. Der Straßenverkehr rollt also wieder und das Wichtigste ist geschafft: Bei Starkregen werden die Grundstücke und Häuser nicht länger überflutet. Dafür sorgen nun 22 Einläufe im Kurvenbereich, die das ankommende Wasser aufnehmen. Bis zu 120 Liter pro Sekunde können so abgeleitet werden. „Damit schaffen wir es, ein Regenereignis, das aller 10 bis 15 Jahre vorkommt, zuverlässig von der Straße in die entsprechenden Kanäle zu leiten“, sagt Ingenieur Hartmut Hirsch. Sein Leipziger Büro plant derzeit an vielen Stellen in Leipzig und dem Umland solche Oberflächenentwässerungen. Und aufgrund zunehmender Extremwetterlagen wird das wohl noch eine Weile so sein.

Auch Dr. Ulrich Meyer, Technischer Geschäftsführer der Leipziger Wasserwerke, geht davon aus, dass es im Netz des kommunalen Versorgers künftig weitere Maßnahmen geben muss, um bei Starkregen eine Entwässerung sicherzustellen. Das Tauchaer Projekt, bei dem Stadtverwaltung, Wasserwerke, ZV Wall und letztlich auch die Anlieger zusammengearbeitet hätten, könne hier als Vorbild dienen. „Wir möchten alle Kommunen des Zweckverbandes, aber auch Interessenten außerhalb unseres Gebietes auffordern, sich die hier realisierte Lösung anzusehen und sich Anregungen zur Umsetzung in ihrem Verantwortungsbereich mitzunehmen“, ist auch Jeanine Höse, Geschäftsführerin des ZV Wall überzeugt.

Jeanine Höse vom ZV Wall und Dr. Ulrich Meyer von den Leipziger Wasserwerken (rechts) eröffneten mit Bürgermeister Tobias Meier die Straße

Konkret wurden in Taucha gleich drei Maßnahmen umgesetzt: Zum einen wurde der Mischwasserkanal von der Ableitung des Oberflächenwassers abgekoppelt. Heißt: Bei Starkregen wird das anfallende Wasser von den angesprochenen 22 Einläufen geschluckt und in einem unterirdischen Behälter gesammelt sowie gefiltert und dann in den Kleinen Schöppenteich geleitet. Außerdem sanierten die Wasserwerke rund 200 Meter der Mischwasserkanäle in der Sommerfelder und Kriekauer Straße sowie knapp 400 Meter Trinkwasserleitungen in beiden Straßen und im Auenweg. „Die Straße war ohnehin offen, da bot sich das an“, so Dr. Meyer von den Wasserwerken. Zuletzt wurde das Quergefälle der Straße optimiert, der Tiefpunkt von der einen auf die andere Straßenseite verlagert. Dazu war es auch nötig, Einfahrten und Tore bei Anliegern zu ändern, weil sich dort der Straßenaufbau erhöhte. Letzte Arbeiten werden hier derzeit noch erledigt.

Sogar bis direkt auf ein Grundstück ziehen sich die Arbeiten: Weil der Fußweg erhöht wurde, muss auch der Weg innerhalb des Grundstücks angeglichen werden.

Insgesamt kostete die Maßnahme mehr als 1,4 Millionen Euro. Mit der jetzt erfolgten Fertigstellung fällt zumindest eine Umleitung weg: in beiden Richtungen kann wieder durch die Sommerfelder und Kriekauer Straße gefahren werden. Auch die Einbahnstraßenregelung in der Windmühlenstraße ist damit vorbei. Eine spürbare Entlastung für die B87 und die Altstadt brachte das heute aber noch nicht.

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Veröffentlicht am 18. Mai 2018 um 20:10 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 18. Mai 2018 um 20:10 Uhr.

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