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Die Mitnetz Strom und die envia TEL – beides Unternehmen der enviaM-Gruppe, die wiederum Teil von Innogy, einer Tochtergesellschaft der RWE ist – investieren in diesem Jahr rund 17 Millionen Euro in Taucha. Größte Einzelinvestion mit 14 Millionen ist ein drittes Hochleistungs-Rechenzentrum in der unmittelbaren Nähe des Umspannwerkes. Selbiges wird für 1,9 Millionen Euro modernisiert.

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Auf dem Firmengelände der enviaM in Taucha drehen sich seit einigen Wochen die Bagger. In direkter Nachbarschaft des Umspannwerkes wird der Baugrund für ein weiteres – das mittlerweile dritte – Datacenter der envia TEL vorbereitet. Während hier bis nächstes Jahr sichtbar ein neues Gebäude wachsen wird, passieren die Investitionen der Mitnetz Strom in das Umspannwerk für die Öffentlichkeit eher im Verborgenen.

Knapp zwei Millionen Euro für Umspannwerk

Konkret soll ein neues Mittelspannungshaus errichtet sowie die Stationsleittechnik an den aktuellen Stand der Technik angepasst werden. Schwerpunkte des Ausbaus seien außerdem der Austausch von veralteten Massekabeln sowie der Ersatz von Freileitungen im Mittel- und Niederspannungsnetz durch neue Erdkabel. Das so genannte Übergabeumspannwerk sei ein wichtiger Netzknoten im Hochspannungsnetz der Region Westsachsen. Von Taucha aus werde in Westsachsen der gesamte nördliche und östliche Raum und ein Großteil des Netzes der Stadtwerke Leipzig versorgt, teilt Mitnetz Strom mit. Das für Laien nur wenig greifbare Projekt habe einen Investitionsumfang von 1,9 Millionen Euro. Profitieren würden über 500.000 Kunden.

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Alte Kabel werden getauscht

Außerdem sind im Stromnetz der enviaM innerhalb Tauchas weitere kleinere Maßnamen geplant. Unter anderem betreffe dies die Umbindung von Mittelspannungskabeln an das neue Schalthaus. Insgesamt 530 Meter dieser Kabel müssten neu angeschlossen werden, teilt Uwe Härling, Leiter der Netzregion Westsachsen mit.

Am Markt werden zudem mehr als 300 Meter Mittelspannungs- und Niederspannungskabel ersetzt sowie zwei Hausanschlüsse an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Die Arbeiten kosten rund 43.000 Euro und sollen bis November dauern. Die Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer würden sich in Grenzen halten, hieß es.

Bereits seit August vergangenen Jahres und noch bis Juni werden 1600 Meter Niederspannungskabel in der Klebendorfer Straße ersetzt und 37 Hausanschlüsse angepasst. Hier investiert die enviaM rund 220.000 Euro. Ersetzt wird außerdem eine Transformatorenstation im Neubauerndorf Ost. Dieses habe seine technische Nutzungsdauer erreicht. Künftig würde eine kleinere Variante hier die Arbeit verrichten.

Taucha als Gehirn für envia TEL

Konkret sichtbar ist derzeit der Baubeginn für das neue Datacenter von envia TEL. Direkt neben dem Umspannwerk entlang der B87 wird seit einigen Wochen das Baufeld vorbereitet. Auf bis zu 2000 Quadratmetern könnten dann bis zu 40.000 Server und IT-Flächen für mittelständische Unternehmen und öffentliche Einrichtungen stehen. Der erste Bauabschnitt mit 500 Quadratmetern im Erdgeschoss soll im Juli 2020 in Betrieb gehen. Je nach Nachfrage könnte die Fläche dann auf die genannten 2000 Quadratmeter in dem dann zweigeschossigen Gebäude wachsen. Im Datacenter können Kunden selbst verwaltete Server sicher unterbringen. „Wer heute ein Online-Geschäftsmodell fährt, für den ist Verfügbarkeit sehr wichtig. Wir garantieren das durch eine gute Anbindung und vor allem hohe Sicherheitsauflagen“, sagt Stephan Drescher, Geschäftsführer von envia TEL. Sicherheit beginne bereits am Zaun und umfasse auch solche Maßnahmen wie eine mehrfach ausgelegte Klimatisierung sowie eine reduzierte Sauerstoffversorgung innerhalb der Serverräume, um Brände zu vermeiden.

Angebunden wird das Rechenzentrum über mehrere hochverfügbare Glasfaseranbindungen. Die Stromversorgung erfolge zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Vier Notstromaggregate könnten eine autarke Versorgung garantieren.

Zusätzlich zum Rechenzentrum entsteht außerdem ein Bürogebäude mit etwa 1000 Quadratmetern Fläche. Hier wird das Network-Operation-Center (NOC), die zentrale Leitstelle zur Überwachung des Glasfasernetzes und der Rechenzentren untergebracht sein. Damit sei Taucha das „Gehirn“ der envia TEL.

Rund 14 Millionen Euro würde die envia TEL in Taucha investieren, teilt Stephan Drescher mit. Mit jedem neuen Kunden seien dann für den inviduellen Ausbau weitere Investitionen verbunden.

Veröffentlicht am 15. Mai 2019 um 20:28 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 15. Mai 2019 um 20:28 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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