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Großeinsatz gegen Scheinehen: Auch in Taucha gab es Durchsuchungen

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Bundesweit wurden heute seitens der Bundespolizei 39 Objekte in den Bundesländern Sachsen, Bayern, Thüringen und Rheinland-Pfalz durchsucht. Die Maßnahmen richteten sich gegen 68 Personen, die durch die Vermittlung und Organisation von Scheinehen zahlreiche Menschen nach Deutschland einschleuste und so hohe kriminelle Erträge erwirtschaftete. Auch in Taucha waren die Ermittler unterwegs.

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Wie ein Sprecher mitteilte, wurden in Taucha drei Wohnungen durchsucht. Unter anderem in einem Mehrfamilienhaus in der Eilenburger Straße.

Gegen wen richteten sich die Ermittlungen?

Konkret richteten sich die Ermittlungen gegen indische und pakistanische Staatsangehörige, die jeweils laut Anmeldebestätigungen mit osteuropäischen Staatsangehörigen verheiratet sein sollen. Es gab laut Bundespolizei berechtigten Grund zur Annahme, dass diese Ehen nur geschlossen wurden, um gemeinsam nach Deutschland zu reisen, sich hier anzumelden und auf diese Weise eine EU-Aufenthaltskarte zu erwerben.

Was war Grund der Ermittlungen?

Im Bereich Taucha sei es darum gegangen, Beweise dafür zu finden, dass diese Ehen nur auf dem Papier existiere. Dazu seien Wohnungen durchsucht worden, um Anhaltspunkte für ein gemeinsames Zusammenleben zu finden – oder eben nicht.

Wurden Personen festgenommen?

Bei dem gesamten Verfahren sei es zu diversen vorläufigen Festnahmen gekommen. Ob auch Personen aus Taucha unter den Festgenommenen sind, war nicht zu erfahren.

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Bereits seit dem Frühjahr 2017 führt die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle im Auftrag der Staatsanwaltschaft Leipzig Ermittlungen wegen des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern durch. Auch EUROPOL ist am Verfahren beteiligt. Zwei Hauptbeschuldigen wird vorgeworfen, indischen und pakistanischen Staatsangehörigen durch die Verschaffung von falschen oder verfälschten zypriotischen Eheschließungsurkunden, die die Eheschließung mit EU-Bürgern bestätigten, die Einreise und den Aufenthalt ermöglicht zu haben. Ferner sollen sie Scheineheschließungen zwischen EU-Bürgern und Indern sowie Pakistanis organisiert haben. Ziel war das Einschleusen von Ausländern in die Bundesrepublik Deutschland.

Dazu soll die Bande nach der Bereitstellung der falschen oder verfälschten Unterlagen bzw. nach der Organisation der Scheinehen fingierte Vermieterbestätigungen und Arbeitsverträge zur Vorlage bei den Meldebehörden eingesetzt haben. In der Folge wurde den Geschleusten auf Grundlage der falschen Dokumente eine EU-Aufenthaltskarte ausgestellt. Damit konnten die Personen – scheinbar legal – dauerhaft in Deutschland bleiben. Für die Schleusungen wurden pro Person zwischen 15.000 Euro und 22.000 Euro verlangt.

Mit dem heute erfolgten gemeinsamem und zeitgleichen Schlag gegen die Bande konnte eine Täuschung des Rechts- und Sozialstaates auf Kosten der Allgemeinheit verhindert werden, teilte die Bundespolizei mit. Die Ergebnisse würden zeigen, dass die Strafverfolgungsbehörden in Sachsen konsequent gegen Rechtsverstöße und insbesondere gegen Schleuserbanden vorgehen würden, heißt es in einer Mitteilung.

Veröffentlicht am 10. Juli 2019 um 17:14 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 14. Juli 2019 um 11:40 Uhr.


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