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Matthias-Erzberger-Straße: Tempo 30 kommt wohl – aber nicht überall

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Auch in diesem Bereich soll das Tempo 30 gelten.
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Der Bürgerprotest hat offenbar gewirkt: Nachdem die Matthias-Erzberger-Straße wieder für den beidseitigen Verkehr geöffnet und absolutes Halteverbot angeordnet wurde, könnte die Verwaltung nun einlenken. Die Stadträte äußerten den Wunsch, dass auf einem Teilstück Tempo 30 gelten solle.

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Die Öffnung der Matthias-Erzberger-Straße in beide Fahrtrichtungen bei gleichzeitigem Halteverbot hat bereits vor der Freigabe der Portitzer Straße hohe Wellen geschlagen. Nach einem Memorandum und anschließendem Zusatz an die Stadträte und Bürgermeister Tobias Meier hatten die Stadträte nochmals beratschlagt. Vorerst blieb es aber bei der Entscheidung. So wurde die Straße nach der Verkehrsfreigabe des Trogbauwerks wieder beidseitig geöffnet. Inklusive Halteverbot und als normale Straße, auf der laut Straßenverkehrsordnung maximal 50 Stundenkilometer gefahren werden darf. Die Prüfung einer Tempo-30-Zone auf der gesamten Straße wurde seitens der Stadtverwaltung stets ausgeschlossen mit der Begründung, man könne sich nicht über bestehendes Recht hinwegsetzen. „Auf einer Straße mit beidseitigem Fußweg und ohne Kindergarten oder Schule ist das aussichtslos, das dürfen wir schlichtweg nicht“, sagte Jens Rühling, Leiter des Ordnungsamtes, kürzlich.

In der gestrigen Sitzung des Technischen Ausschusses kam das Thema unter „Verschiedenes“ nochmals auf den Tisch. Hier sei es nach Aussage von SPD-Stadtrat Christof Heinzerling der „dringende Wunsch aller Stadträte“ gewesen, „in den Gefahrenzonen der Matthias-Erzberger-Straße Tempo 30 einzurichten.“ Das betreffe den Bereich ab Einmündung Graßdorfer Straße bis zur Davidstraße. In diesem Teil ist die Erzberger-Straße kurvig und auch wegen der Bäume, die unmittelbar am Fahrbahnrand stehen, schlecht einsehbar. „Wir haben die Bitte an die Verwaltung herangetragen, dies nochmals eingehend zu prüfen“, so Heinzerling. Die Entscheidung dazu obliege aber der Stadtverwaltung, letztlich also Bürgermeister und Ordnungsamt.

Als „krass falsch“ bezeichnet Heinzerling auch die Einrichtung des absoluten Halteverbots. Dies müsse dringend runterstuft werden zu einem Parkverbot, um Briefträgern, Paketboten, Pflegediensten und anderen mobilen Dienstleistern die Möglichkeit zu geben, ihrer Tätigkeit nachzugehen. Auch dies sollte seitens der Verwaltung geprüft werden, so der SPD-Stadtrat gegenüber Taucha kompakt. Alle Fraktionen im Stadtrat, die sich mit dieser Problematik befasst haben, seien hier im Boot und würden die Verwaltung um schnelle Umsetzung bitten, so Heinzerling.


Jens Rühling, Leiter des Ordnungsamtes, wollte auf Nachfrage von Taucha kompakt heute gar nichts von etwaigen Wünschen der Stadträte wissen. „Nein, die Thematik war nicht Gegenstand des Technischen Ausschusses“, sagt er und beruft sich damit wohl offenbar auf die Tagesordnung. Rühling ist nicht Teil des Technischen Ausschusses, wird aber über Inhalte sehr wohl informiert. Nächste Woche gebe es aber noch mal einen Technischen Ausschuss, sagt er. Was korrekt ist – aber auch da ist die Thematik der Matthias-Erzberger-Straße als wirklicher Tagesordnungspunkt bislang nicht auf der Agenda.

Jens Pabst, Sprecher der Anwohnergemeinschaft, die sich mit diversen Schreiben an Stadtrat und Bürgermeister wandte, wollte zu den möglicherweise kommenden Änderungen nichts sagen. „Wir wissen noch nichts und halten darum an unseren diversen Forderungen fest“, sagt er. Auf der morgen stattfindenden Stadtratssitzung wollen die Anwohner die Bürgerfragestunde unter anderem dazu nutzen, einen Fragenkatalog zu überreichen. „Wir wollen keine sofortige Antwort, sondern geben natürlich Verwaltung und Stadtrat genügend Zeit zur Antwort“, sagt er wohlwissend, dass die Bürgerfragestunde angesichts der Verkehrsproblematiken in der Stadt diesmal etwas länger dauern könnte.

Veröffentlicht am 13. November 2019 um 12:31 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 13. November 2019 um 13:24 Uhr.


3 Kommentare

  1. WARUM WERDEN ANDERE ANWOHNER BEVORZUGT BEDIENT, NUR WEIL DIESE GENUG KRACH MACHEN.
    DIESE STRAßE WURDE SCHON IMMER BEIDSEITIG BEFAHREN. KINDER UND ÄLTERE MENSCHEN WERDEN
    NUR VORGESCHOBEN. JEDER WUßTE IM VORFELD, DAß NACH FERTIGSTELLUNG DES TROGES DER ALTE ZUSTAND WIEDER HERGESTELLT WIRD. IN DER LINDNERSTRAßE IST EINE SENIORENANLAGE…DA GIBT ES KEINE 30IGER ZONE. DIE MENSCHEN IN DER PORTITZER STRAßE MÜSSEN NUN MIT DEN ZU SCHNELL
    FAHRENDEN AUTOS DURCH DEN TROG LEBEN, DOCH WIR PROTESTIEREN NICHT. DIE ELTERN SOLLTEN IHRE KINDER AN DIE HAND NEHMEN UND NICHT BEIM LAUFEN AUFS HANDY STARREN……DIES IST VIEL SCHLIMMER.
    SOVIEL VERKEHR IST NICHT MEHR , ALSO MUß MAN DAMIT LEBEN ODER FAHRT IHR KEIN AUTO?

  2. Ist zwar nicht direkt mit der Erzberger Strasse im Zusammenhang, aber wir entdeckten gerade, dass auf der Portitzer auch die Parkmöglichkeiten immer weniger werden. Die Beruhigung des fließenden Verkehrs ist damit sicher nicht gewollt.
    An der kleinen Insel am Kaufhaus Fischer ist seit neuem ein Halteverbot. Ich vermute, dass die Ordnungshüter jetzt verstärkt hier anzutreffen sind. Man macht die Portitzer immer mehr zur Rennstrecke. Der Sinn erschließt sich mir nicht wirklich.
    An Autofahrer zu appellieren, dass dürfte ein sinnfreies Unterfangen sein.

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