Seit dem Amtsantritt von Tobias Meier als Bürgermeister der Stadt Taucha gibt es jährlich einen Neujahrsempfang. So auch am gestrigen Freitag. In der Grundschule Am Park versammelten sich 330 Bürger sowie Gäste aus der Politik und Verwaltung, um sich vom Stadtoberhaupt informieren zu lassen sowie untereinander ins Gespräch zu kommen.

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Das Rahmenprogramm gestalteten diesmal der Chor des Geschwister-Scholl-Gymnasiums sowie der Square-Dance-Club „Black Hill Dancers“. Einige Besucher äußerten, die Programmteile gingen gefühlt zu lange. Das Fehlen einer Bühne sorgte zudem dafür, dass die Tänzer für viele Besucher kaum sichtbar waren.

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In seiner Rede beschwor Bürgermeister Tobias Meier vor allem Zusammenhalt: „Oftmals sind es wir als Bevölkerung Tauchas, die einiges dafür tun können, dass Taucha lebens- und liebenswert ist oder bleibt. Jeder Einzelne. Also warten Sie nicht ab. Seien Sie aktiv, machen Sie mit, bewegen Sie etwas“, lautete seine Botschaft. Stadträte, Stadtverwaltung und nicht zuletzt er selbst seien stets offen für Anregungen, Kritik und Wünsche. Einige dieser Wünsche kamen in einem Video zur Sprache, das auf dem Tauchaer Marktplatz gedreht wurde. Straßen und Fußwege sollten saniert, mehr Parkplätze geschaffen werden. Außerdem wurden die allgemeinen Verkehrsprobleme in der Stadt thematisiert. Außerdem wünschten sich die befragten Bürger mehr Aktivitäten für jugendliche und junge Erwachsene sowie die stärkere Einbeziehung der Ortsteile wie Seegeritz und Merkwitz.

Auch diverse statistische Zahlen hatte Meier mitgebracht: Zum Ende des Jahres hatte Taucha 16.012 Einwohner. Das sind trotz 842 Zuzügen nur 89 Einwohner mehr, denn gleichzeitig gab es auch 673 Abmeldungen aus der Stadt. Sehr interessant: In Taucha leben Menschen aus 65 Nationen. 559 Einwohner nichtdeutscher Abstammung hat unsere Stadt. Etwa aus Brasilien, China, Vietnam, Japan, Griechenland und Zypern, aber auch aus Syrien. „Ich finde das beachtlich. Diese 65 Nationen bereichern unsere Stadt enorm“, betonte Meier. Die Ausländerquote beträgt in Taucha 3,5 Prozent, 70 Asylsuchende leben derzeit hier. In Tauchaer Familien kamen im vergangenen Jahr 134 Babys zu Welt, zwei davon sogar als Hausgeburten.

Auch die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr wurde thematisiert. Eine Institution, die in Taucha sehr viel Rückhalt und Anerkennung durch die Bevölkerung erfährt, wie auch am Applaus der Gäste abgelesen werden konnte. 400.000 Euro stellt die Stadtverwaltung den ehrenamtlichen Kameraden in Taucha und Merkwitz in diesem Jahr zur Verfügung. Ab Sommer können die 51 Mitwirkenden über ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) verfügen. Zudem ist eine neue Drehleiter in Planung. Hier habe sich Taucha mit drei weiteren Kommunen zusammengetan, um Kostenersparnisse zu erzielen. Zu 136 Einsätzen musste die Feuerwehr in 2018 ausrücken, etwa zu einem Wohnhausbrand, 30 Kleinbränden sowie technischen Hilfeleistungen oder der Beseitigung von Sturmschäden.

Der Chor des Geschwister-Scholl-Gymnasiums gestaltete ein kleines Programm, das aufgrund von Tonproblemen aber viele nicht hörten.

Weitere Themen in Meiers Rede waren unter anderem die Arbeit der fünf Mitarbeiter der neu geschaffenen Polizeibehörde, die Betreuung von Kleinkindern durch die Tagespflege, in der sich seit diesem Jahr auch ein „Tagespapa“ engagiert, sowie die allgemeine Situation in der Kinderbetreuung. Auch die in diesem Jahr anstehenden Wahlen für Europaparlament, Kreistag und nicht zuletzt des Landrates sprach er an. „Dabei wünsche ich mir in den Wochen vor den Wahlen einen fairen Umgang der politischen Bewerber, mit Inhalten und weniger Gezänk oder laute Marktschreierei und an den Wahltagen eine hohe Wahlbeteiligung“, so das Stadtoberhaupt.

Wirtschaftlich sei die Stadt gut aufgestellt und profitiere von der allgemein guten Wirtschafts- und Konjunkturlage. Mit 6,4 Millionen Euro Gewerbesteuer habe Taucha erneut ein solides Ergebnis erzielt. Daran Anteil hätten die langjährig bestehenden Unternehmen, aber auch junge, innovative Firmen. Im März werde der Stadtrat einen Rekordhaushalt von 34 Millionen Euro beschließen, elf Millionen Euro seien Investitionen. Bis 2022 wolle Taucha gar fast 40 Millionen Euro investieren. Der Löwenanteil wird auf die Erschließung des neuen Grundschulstandortes mit Sporthalle und Außengelände auf der Friedrich-Ebert-Wiese fallen. Außerdem ist der Neubau einer Sporthalle auf dem Gelände der Oberschule geplant. Des weiteren solle in Kooperation mit dem Landkreis die Geschwister-Scholl-Straße sowie die Straße Am Dingstuhl ausgebaut werden.

Auch den in der Videoumfrage geäußerten Wunsch nach Sanierung von Fußwegen griff Meier auf. Der Anfang sei mit der Instandsetzung der Fußwege zwischen Freiligrath- und Südstraße sowie gegenüber der Endstelle gemacht. Auch künftig bedürfe dieses Thema einer hohen Aufmerksamkeit. So solle etwa die Theodor-Körner-Straße in diesem Jahr saniert werden. In Verbindung mit dem barrierefreien Ausbau weiterer Bushaltestellen erfolge zudem auch die Erneuerung etlicher Meter Fußweg, etwa auf der Seite der Sparkasse.

Nur einige der vielen Gäste beim Neujahrsempfang: Bürgermeister a. D. Holger Schirmbeck mit Bürgermeister Tobias Meier, Nordsachsens Landrat Kai Emanuel, Landesdirektions-Vize Andrea Staude, der Bürgermeister von Rackwitz Steffen Schwalbe sowie Uta Schladitz von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Nordsachsen.

Am Ende der Rede wünschte der Bürgermeister allen Tauchaern Glück und persönliches Wohlergehen. Die von Meier angesprochenen Themen erreichten viele Gäste des Neujahrsempfangs allerdings nicht. Schuld war die Tonanlage, die das gesprochene Wort kaum über die fünfte Sitzreihe hinaus transportierte. Was wohl auch dazu führte, dass eine regelrechte Unruhe herrschte. Steffen Willmer, Besucher der Veranstaltung, fand das respektlos: „Wegen dieser Informationen sind die Leute doch hier. Da spricht jemand und kaum einer hört zu, das ist unmöglich.“ An der Qualität der Tonanlage solle nun gefeilt werden. „Das hat mich auch extrem gestört, das müssen wir besser machen“, so Meier anschließend.

Vorgestellt wurde auch die Steuerungsgruppe zum Doppeljubiläum. Ihr gehören die Bürger Jaqueline Rulf, Bernd Hochmuth, Hartmut Nevoigt, Jürgen Ullrich, Karin Bell, Karin Fregin, Elke Müller, Sigrid Wagner, Uwe Kleine, Andreas Windhövel, Norman Bachmann, Nico Graubmann und letztlich auch Tobias Meier an. Als erste Botschafter für die Feierlichkeiten im Jahr 2020 wurden auserkoren: Musiker Harry Künzel, Model und TV-Darstellerin Sara Kulka (die eine Videobotschaft aus dem Urlaub schickte), Schausteller Olaf Liebold, Moderator Roman Knoblauch, Ergotherapeutin Susann Gläser, Achim Teichmann und Gunnar Simon von den Städtischen Gesellschaften, Unternehmer Ulrich Fischer sowie die Schulleiterinnen Kristina Danz (Gymnasium) und Kathrin Beer (Oberschule Taucha) nebst den Schülern Karoline Marie Kolditz und Maximilian Julius Berger.

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Veröffentlicht am 12. Januar 2019 um 14:34 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 14. Januar 2019 um 15:13 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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1 Kommentar

  1. Hätten die werten Herrschaften nicht aufs unhöflichste gequatscht, hätte man auch keine Probleme dabei gehabt, den Chor zu hören. Von Beginn an war keine Ruhe herzustellen, was sich einfach nicht gehört und für Chor und Solisten eine Zumutung ist. Mikrophone waren vorhanden und der Chor hätte bei Ruhe auch den Saal füllen können, an Tonproblemen wird es also nicht gelegen haben, liebe Redaktion.
    Mag sein, dass das Programm vielleicht für so einen Anlass etwas zu lang war, aber das rechtfertigt nicht dieses schon von Beginn an auftretende Fehlverhalten vieler Anwesender, von denen ich mehr erwartet hätte, besonders beim Bürgermeisterempfang. Dass sie darüber nicht berichten, finde ich sehr schade. Auch für die Tänzer war es nicht grad ruhig. Wenn man sie nicht sehen kann, gibt das noch lange keinen Grund, währenddessen zu reden!

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