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Öffentliche Anlagen im Park mit Farben der Reichsflagge beschmiert

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Kommentar. Als Journalist mit eigenem Nachrichtenportal soll man stets unabhängig, also objektiv sein. Angesichts mancher Aktivitäten einiger Zeitgenossen fällt das jedoch immer schwerer. Jüngstes, wirklich trauriges Beispiel ist der Vandalismus im Park am Großen Schöppenteich. Nein, direkt zerstört wurde nichts, dafür aber die Drehstangen und der Papierkorb beschmiert. In den Farben der Reichsflagge von 1933 bis 1945. Schwarz, weiß, rot.

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Solche Aktionen lassen einen ratlos zurück und werfen Fragen auf. Was veranlasst Menschen, egal welchen Alters, dazu, so etwas zu tun? Wie kommt man auf die Idee, öffentliche Anlagen und dazu noch eine Bewegungsmöglichkeit für Kinder derart zu verschandeln? Was bringt Menschen dazu, die Farben der Reichsflagge im Jahr 2019 irgendwohin zu schmieren?

Wir leben in wunderbaren Zeiten, die so offen und frei waren wie nie. Wir können reisen, Sprachen lernen, unterschiedliche Menschen treffen und dabei voneinander so enorm profitieren. Unterschiedliche Kulturen, Ansichten – ja von mir aus auch Religionen – ermöglichen es einem doch, einen anderen Blick auf viele Dinge zu haben, den eigenen Horizont zu erweitern und möglicherweise sogar zu sich selbst zu finden – quasi sein eigenes Leben und Ziele dafür zu definieren.

Meine Frau und ich haben unsere Tochter zu einer weltoffenen, toleranten Persönlichkeit erzogen. Als sie im Juni 2017 auf dem Strawberry Field in New York stand und ein Foto mit der berühmten Zeile „Imagine all the people living life in peace. You may say I’m a dreamer but I’m not the only one.“ aus John Lennons „Imagine“ bei Instagram postete, erfüllte mich das mit Stolz und ich hatte Tränen in den Augen. Auch unseren Sohn erziehen wir auf diese Weise. Kindern ist es ohnehin egal, mit wem sie spielen, wie das Gegenüber aussieht, welche Hautfarbe, Nationalität oder körperliches Gebrechen es hat. Mensch ist Mensch.

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Welche Erlebnisse hatten diese Menschen, die an diesem Wochenende mit Farbe im Park unterwegs waren? Waren sie zur Zeit des Nationalsozialismus auf der Welt? Wohl kaum. Wünschen sie sich diese Zeit zurück? Hoffentlich nicht.

Man möchte aus der Haut fahren, diejenigen mit Schimpfwörtern bedenken. Aber nein, ich empfinde für diese Individuen keinen Hass, sondern Mitleid. Ich wünsche denen, die im Jahr 2019 nichts besseres mit ihrer Kreativität und freien Zeit anzufangen wissen, als die Reichsflagge auf öffentliche Anlagen zu schmieren, dass sie zur Besinnung kommen. Zur Besinnung, in welch freien Zeiten wir leben. Und dass es nicht erstrebenswert ist, sich an rassistischen, antisemitischen und antidemokratischen „Vorbildern“ zu orientieren.

Und nein, das ist kein Werk irgendwelcher Kinder, die nur provozieren wollen. Das war geplant. Vorsätzlich. Möglicherweise um gegen den Tag der offenen Gesellschaft am vergangenen Samstag zu „protestieren“. Es gehört einige kriminelle Energie dazu, sich mit diesen Farben in den Park zu begeben und fremdes Eigentum zu beschmieren.

Beschämend und erschreckend zugleich.

Veröffentlicht am 17. Juni 2019 um 10:50 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 17. Juni 2019 um 10:50 Uhr.


16 Kommentare

  1. Vielen Dank für den lesenswerten Artikel.
    Wie recht Sie leider haben.
    Es muss schlichtweg mehr für ein friedliches Zusammenleben getan werden.
    Leider finde ich es traurig das man fast als „Nestbeschmutzer“ abgestempelt wird wenn man offensichtliche Probleme anspricht.
    Und das es sich nicht um „dumme Kinder“ handelt, sollte jeden langsam bewusst werden. Diese Leute sind weder harmlos noch sonste was!
    Taucha wird nicht braun!

    • Lieber Herr Große,

      vielen dank für den Artikel.

      „Welche Erlebnisse hatten diese Menschen, die an diesem Wochenende mit Farbe im Park unterwegs waren? Waren sie zur Zeit des Nationalsozialismus auf der Welt? Wohl kaum. Wünschen sie sich diese Zeit zurück? Hoffentlich nicht.“

      -> Bei den „Neuen Rechten“ wird immer wieder dieses verklärte Bild einer heilen Welt propagiert in der jede/r in dem Land bleibt wo er/sie herkam und alles gut ist.Die Identitäre Bewegung z.B. schafft es ganz gut ihren Anhängern so eine Vorstellung vorzugaukeln, als könne man dahin zurück. Nur hat es die – in deren Augen – „Heile Welt“ noch nie gegeben und wird es auch nicht geben. Zum Glück! An der Stelle kann ich mich dem Kommentar oben nur anschließen: Taucha wird nicht braun!

      “ Zeiten, die so offen und frei waren wie nie. Wir können reisen, Sprachen lernen, unterschiedliche Menschen treffen und dabei voneinander so enorm profitieren.“ Irgendwie blendet die Propaganda der „Neuen Rechten“ genau das aus.

      Grüße

  2. Um Gottes Willen! Was für ein Beitrag!
    Erstens heißt die ReichsKRIEGSflagge und zweitens stammt der Ursprung derer noch von den Kreuzzügen und nicht von 1933. Das Fläggchen ist daher über tausend Jahre alt. Man, man, man
    Bitte vor dem Schreiben nachlesen und dann begründen, wie man den Bogen zu Neonationalsozialisten begründet. Sonst ist das nur purer Populismus!

    • Wie in einer Facebook-Gruppe von mir schon geschrieben: Dann waren das sicher ganz alte Männer, die hier die kaiserliche Flagge angemalt haben. Mein Fehler, sorry.
      Und nein, es heißt Reichsflagge. Die Reichskriegsflagge zeigte noch das Deutschordenskreuz.

      • Genau. Und „ACAB“ heißt „Acht Cola, acht Bier“. Wir sollten uns an die Tatsachen halten. Und das fängt bei Begeifflichkeiten an.
        Übrigens wussten Sie, dass derartige Schmiereien nicht nur als Sachbeschädigung, sondern auch als „politisch motivierte Kriminalität rechts“ in der Statistik geführt wird, während „ACAB“, „Nazis raus“ etc. nur als Sachbeschädigung vorkommt?
        Dieses Problem, nämlich dass der Staat auf dem linken Auge blind ist, erzeugt eine Spaltung der Gesellschaft, die ja eigentlich keiner will…eigentlich.

  3. @d. müller
    auf dem linken auge blind? nicht ihr ernst?!
    das das beschmieren in schwarz/weiss/rot nachweislich mit den ursprünglichen sinn nichts zu tun hat sollte klar sein.
    das die farben von den rechten verwendet wird (da sie die schwarz/rot/gold farben ablehnen) ist klar.
    wer heute mit schwarz weiss roter flagge rum rennt ist kein „fan“ des kaiserreich, sondern „himmelt“ den nationalsozialismus an.

    das hier immer wieder das runtergespielt wird ist mehr als traurig und erschütternd.

    und a.c.a.b. ist nicht nur sachbeschädigung, sondern kann auch beleidigung gelten!

    vielleicht sollten sie sich genauer informieren!

  4. Es wird nichts herunter gespielt. Denn welches Klientel aller Wahrscheinlichkeit dahinter steckt, ist klar.
    Das gesellschaftliche Problem ist, je weiter ein Bevölkerungsteil nach links rückt, desto weiter rechts rückt automatisch ein anderer Bevölkerungsteil. Wichtig wäre für den Staat die absolute Gleichbehandlung in der Strafverfolgung und eine grundsätzliche Objektivität.
    Für mich ist eine rechts motivierte Straftat – wie diese – genau so verächtlich wie eine Linke. Der Staat macht aber teilweise Unterschiede (Strafverfolgung, Darstellung in den Medien usw.) und befeuert damit die Spaltung zusätzlich.
    Deshalb immer schön entspannt und „mittig“ bleiben. :)

    PS: 1. ACAB als Graffiti ist eine Sachbeschädigung. ACAB auf denn T-Shirt und dem Beamten zeigend ist eine Beleidigung.
    2. Schwarz-rot-Gold stammt aus dem 19. Jhd. und ist nicht wie Sie indirekt andeuten eine Erfindung der BRD. Eine breite und allgemeine Ablehnung durch Rechtsextremisten ist mir nicht bekannt. Wird aber stellenweise sicherlich schon sein.

  5. Danke für den wichtigen Kommentar und sorry, aber die restliche Diskussion ist unwichtig und lenkt vom eigentlichen Thema ab. Leider fallen wir zu oft auf die vermeintlichen Argumente und den Anschein von Intelligenz der Müllers herein und übersehen dabei die braune Farbe.

  6. Kriminalität in jeder Form ist Mist. Sich aber ein bestimmtes Spektrum heraus gucken und damit gesamtgesellschaftliches Problem darstellen, halte ich für unzulänglich. Das linksextremistische Spektrum, welches Jahr für Jahr Millionen an Sachschäden verursacht (und von der Politik weitestgehend gedeckelt wird) ist genau so verächtlich wie rechtsextreme von Möchtegernnationalisten.
    Wichtig bei dem Umgang darüber ist: Immer sachlich bleiben.
    Von daher hätte sich der ein oder andere Schmalspurautor seinen Senf hier auch sparen können. Aber da sind wir wieder bei Links – kein Anstand, keine Erziehung!

  7. Oohhh ja, Anstand und Erziehung, welch hohes Gut was heute nur all zu sehr vernachlässigt wird. Das fängt bei der STVO an und wo es aufhört mag ich nicht dran denken. Eine gehörige Portion Gelassenheit täte hier und da wirklich gut, auch bei unseren Politikern und jedem Verkehrsteilnehmer und Kommentarenschreiber.

  8. Ich möchte hier keine neue Diskussion auslösen, aber bitte doch um seriösen Journalismus.
    Mir kömmen da so Worte wie „mutmaßlich“, „vermutlich“ oder „wahrscheinlich“ in den Sinn, die dieser Artikel weitesgehend vermissen lässt. Der Autor (Journalist) interpretiert. Nur mal als Denkanstoß…
    – Welche Farben hat eigentlich die Antifa ?
    – oder … False Flag ?!
    Auf dem Strawberry Field Mosaik steht doch nur ‚IMAGINE“ und der text auf der Gedanktafel endet mit „…living life in peace… “ So frag ich mich, ist es Journalimus oder künstlerische Freiheit/Ausgestaltung ?

    Aber nichts für Ungut, die Spielgeräte hätten schon längst gestrichen werden müssen. Über die Farbgebung kann man streiten. Die jetzige wäre auch nicht mein Favorit gewesen. Nicht das mich noch jemand als Nazi beschimpft.

    • Der Artikel ist als „Meinung“ bzw. „Kommentar“ gekennzeichnet. Dies ist ein journalistisches Stilmittel, vielleicht bekannt aus Radio und Fernsehen. Google hilft hier weiter.

      • Sehr geehrter Herr Große,

        etwas weniger Überheblichkeit (Verweis auf Google), oder soll ich sagen Arroganz täten der Antwort eines Journalisten sicher gut.
        Darf ich fragen welchen, der 3 Kommentarformen Sie hier wählten ? Es ist für mich nicht ersichtlich. Sie verwenden Beispiele in Ihrer Meinungsäußerung, die faktisch schlicht falsch sind. Dies hat auch in einem Kommentar nichts zu suchen.

        Vielleicht sollten Sie es lieber als Essay bezeichnen.

    • Bitte welche Fakten liegen auf der Hand ?

      1. Fakt – Die Spielgeräte wurden beschmiert
      2. Fakt – Es wurden die Farben schwarz-weiß-rot verwendet

      Welche weiteren Fakten sind Ihnen bekannt ?

      Wurde der Reichstag doch von Marinus van der Lubbe angezündet ?
      Auch damals lagen „die Fakten auf der Hand“

      Ich möchte doch garnicht ausschließen, dass es irgendwelche rechten Spinner waren, aber sofort bei dieser Farbkombination in Schnappatmung und Beißreflex zu verfallen kann gesellschaftlich auch ziemlich gefährlich werden. Auch hier sollte man aus der Vergangenheit lernen. Die beabsichtigt falsche Denunzierung einer Person, würde hier auf nahrhaften Boden fallen.

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