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In das Haus, das einst „Fahrrad Wagner“ beherbergte, kehrt aktuell neues Leben ein. Das Wichtigste aber ist: Das Haus ist gerettet.

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Vor einigen Jahren tauchte am Giebel des Hauses in der Leipziger Straße 12 eine Beule auf. Es schien, die Fassade würde rausbrechen. Das Haus wurde daraufhin notdürftig mit einem Eisenträger gesichert. Kurze Zeit später kaufte Patrick Oswald das Haus von Marion Wagner. „Ich wohne hier nebenan und hatte die Möglichkeit, das Haus zu erwerben“, sagt er. Mit einem Tragwerks-Ingenieur schaute er sich den statischen Schaden am Haus an. Die Ursache für das Abstürzen der Fassade war schnell gefunden: Deckenverbindungen fehlten und im Erdgeschoss gab eine Feldsteinwand nach. „Wir haben dann die passende Methode gefunden, die aufwändig aber von den Kosten her überschaubar war“, berichtet Oswald. Das Mauerwerk wurde schrittweise entfernt und neu aufgebaut. Inzwischen ist der Schaden behoben, das Haus also gesichert und damit auch gerettet.
Außerdem wurde ein bisschen entrümpelt, insgesamt aber viel Original gelassen. „Die Markise funktioniert noch prima, worüber wir sehr froh sind“, sagt der neue Besitzer.

Patrick Oswald hat nun einiges vor: Bisher hatte er unter dem Namen die-plattenküche.de eine kleine Cateringküche im Tapetenwerk, einer kreativen Produktionsstätte in Leipzig-Plagwitz. „Da bin ich vor drei Jahren raus und habe seitdem hier im Haus nebenan meine Küche. Von hier aus beliefere ich unter anderem die ‚Aktive Schule‘ in Gohlis mit Essen“, erzählt Patrick Oswald. Künftig wolle er die Küche im hinteren Teil des einstigen Fahrrad- und Spielwarengeschäfts einrichten. Möglicherweise solle eine Kochschule integriert werden und es werde Events geben. „Aber alles Stück für Stück und in Ruhe, das kostet ja ein paar Euro“, so Oswald. Ebenso solle das gesamte Haus nach und nach saniert werden. Langfristziel ist, die Wohnungen in den Obergeschossen zu vermieten. Einen Zeitplan gebe es dafür aber noch nicht.

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Aktuell bietet er im Geschäft einige kleine Speisen an. „Zum Ancient Trance gibt es kleine, vegane Teigvariationen wie eine Teigtomate, gefüllte Paprika oder eine tunesische Gemüsetasche“, zählt er auf. Dazu gibt es Limonaden und andere Getränke. Auch zum Tauchscher wolle er öffnen.

Haus hat bewegte Historie

Im Jahre 1891 eröffnete Hermann Wagner in der Leipziger Straße 12 eine Fahrradreparaturwerkstatt. Zuerst hatte das Haus noch keine Schaufenster, diese wurden später eingebaut. „Vor allem zu DDR-Zeiten, als Herbert Wagner das Geschäft seines Vaters führte, war Fahrrad-Wagner ein wahrer Treffpunkt in Taucha“, weiß Jürgen Ullrich zu berichten. Der Stadtrat (Die Linke) gehört zu den wenigen „wandelnden Lexika“, die Taucha noch hat. „Hier traf man sich, alle kannten Herbert und Herbert kannte alle. Wer etwas aus der Stadt wissen wollte, ging zu ihm. Das war fast wie beim Friseur“, lacht Ullrich. Auch Hundeliebhaber trafen sich hier, weil Marion Wagner Dackel züchtete. Und vor dem Laden wurden nicht selten Dinge aus Wagners Garten verkauft. „Ja, Fahrrad-Wagner war Gemischtwarenladen und Institution zugleich“, ist Ullrich überzeugt. Nach der Wende gehörte Fahrrad-Wagner zu den ersten in den neuen Bundesländern, die LEGO verkaufen durften, worauf die Inhaber sehr stolz gewesen sein sollen. Das LEGO-Schild findet sich heute noch am Haus.

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Repro: Taucha kompakt
Repro: Taucha kompakt
Veröffentlicht am 10. August 2019 um 12:27 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 10. August 2019 um 12:28 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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