Noch befindet es sich mitten in der Restaurierung, am Wochenende fiel aber bereits das Gerüst. Zu sehen ist das Seidemannhaus in der Kirchstraße 1 nun in einer Pracht, die vielen Tauchaern nicht geläufig sein dürfte.

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Lange Zeit schien es vergessen, das repräsentative Gebäude in Tauchas Altstadt. Im Jahr 2017 erwarb es der Tauchaer Projektentwickler Richard Zikeli und begann im vergangenen Jahr mit den Sanierungsarbeiten. Nachdem nun Dach und Fassade nahezu fertig sind, wurde am Wochenende das Gerüst abgebaut. Nun zeigt sich das Haus in wahrer Schönheit – vor allem die Stuckelemente ziehen die Blicke auf sich. Viele Tauchaer bleiben seitdem vor dem Haus stehen, steigen vom Fahrrad ab, machen Fotos.

„Die Fassade besteht aus Stuck, Sandstein und Putzflächen“, informiert Jens Barthelmes, Stuckateurmeister. Der Tauchaer hat sein Unternehmen in Leipzig und ist seit etwa einem Jahr damit beschäftigt, das Haus von außen und in Kürze auch von innen auf Vordermann zu bringen. „Wir haben die Putzflächen komplett überarbeitet, weil teilweise fälschlicherweise Kratzputz drauf war, der da laut historischen Aufzeichnungen nicht hingehörte“, sagt er. Berufen habe er sich auf Fotografien und Akten aus dem Denkmalamt. Natursteinelemente seien mit artgleichem Material überarbeitet worden.

Besonders aufwändig seien die Stuckelemente gewesen. „Die wurden damals frei Hand vor Ort modelliert, etwa der Frauenkopf, der über den Markt guckt. Oder auch die Engel, die die Jahreszahl über dem Türportal halten. Alles wurde frei angetragen. Wir haben diese Ornamente ebenso vor Ort aufgewertet, also nichts abgebaut sondern nach historischer Art direkt am Haus restauriert“, so der Stuckateurmeister. Während viele Elemente noch recht gut erhalten gewesen seien habe es auch Stücke gegeben, die kaum noch erkennbar gewesen seien. Ganz fertig sind die Stuckateure an der Fassade noch nicht – das Türportal beispielsweise muss noch angefasst werden.

Im Innenbereich kämen auf Barthelmes und sein Team noch weitere Stuckarbeiten zu. „Wir haben bereits drei historische Stuckdecken abgewaschen, die wir im Zuge der weiteren Sanierung noch aufarbeiten werden“, so der Fachmann.

Laut Eigentümer Richard Zikeli entstehen in dem Haus sechs Vierraumwohnungen zur Miete. Die Fertigstellung sei für den Spätherbst angedacht. „Wir machen uns da aber keinen Druck, denn der Teufel steckt im Detail. Wir haben hier in dem denkmalgeschützten Objekt sehr viele alte Türen, Malerein, Stuckarbeiten und darum entsprechend viele Auflagen zu erfüllen. Das ist aufwändig und langwierig“, sagt er. Anfragen für die Wohnungen würden sich noch nicht lohnen. „Es gibt noch keine Vorstellungen für die Mietsummen. Erst mal wollen wir fertig werden“, führt er weiter aus. Zikeli investiert einen siebenstelligen Betrag in das Gebäude.

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Das Seidemannhaus ist 119 Jahre alt. Anfang 1900 wurde es im Auftrag von Ziegeleibesitzer Albin Seidemann errichtet. Bis 1913 wurde das Gebäude als Rathaus an die Stadtverwaltung Taucha vermietet, später als Wohnraum genutzt.

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Veröffentlicht am 13. Mai 2019 um 16:19 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 14. Mai 2019 um 16:46 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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