Neue Verkehrsführung in der „Feuerwehrsiedlung“. Die Ernst-Barlach-Straße wird zur Einbahnstraße. Damit soll für Autofahrer die Abkürzung durch den Gärtnerweg zumindest in eine Richtung unattraktiv und die Siedlung so entlastet werden.

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Seit Jahren beklagen die Anwohner im Gärtnerweg, aber auch in eben angesprochener Siedlung hinter der Feuerwache den zunehmenden Verkehr durch ihre Wohngebiete. Vor allem, weil die B87 in den Morgen- und Nachmittagsstunden in Richtung Ampelkreuzung verstopft ist, suchen viele Autofahrer bereits ab der Kreuzung Otto-Schmidt-Straße nach Alternativen. Beliebte Abkürzung war bislang der Weg durch den Gärtnerweg und die Ernst-Barlach-Straße, um dann links auf die Sommerfelder Straße in Richtung Kreuzung zu fahren. Ebenso war die Gegenrichtung bislang eine willkommene Möglichkeit, dem Stau auf der B87 ab Ampelkreuzung bis zur Otto-Schmidt-Straße zu entgehen.

„Wir wollen nun Entlastung schaffen für die Anwohner, indem wir die Ernst-Barlach-Straße zur Einbahnstraße machen“, sagt Bürgermeister Tobias Meier und verweist auf die AG Verkehr kommunal, in der das Problem thematisiert und schließlich diese Variante der Verkehrsführung erarbeitet wurde. Konkret bedeutet das, dass die Einfahrt aus Richtung Gärtnerweg in die Ernst-Barlach-Straße künftig nicht mehr möglich sein wird. Alternative für den Autoverkehr wäre dann, links in die Adolf-Menzel-Straße zu fahren, um dann auf die Klebendorfer Straße zu stoßen und von dort rechts in Richtung Sommerfelder Straße zu fahren. In die Gegenrichtung, also von der Feuerwache kommend, kann weiter durch die Ernst-Barlach-Straße in Richtung Gärtnerweg und Otto-Schmidt-Straße gefahren werden.

„Wir hoffen, auf diese Weise die Abkürzung unattraktiv zu machen und den Transitverkehr auf der B87 zu halten“, sagt der Bürgermeister. Allerdings hilft diese Regelung tatsächlich nur den Anwohnern in der Ernst-Barlach-Straße. Denn wer an der Abzweigung zur Adolf-Menzel-Straße vor dem „Einfahrt verboten“-Schild steht, wird durch eben diese Straße fahren – die ebenfalls ein Wohngebiet ist. Und die Klebendorfer Straße dürfte einer größeren Verkehrsbelastung ausgesetzt werden, als sie es ohnehin schon ist. Dazu kommt, dass in der Klebendorfer Straße durch die Nähe zu Regenbogen- und Oberschule sowie Kita St. Moritz viele Kinder unterwegs sind. Auch Familien, die dort nicht wohnen, dürften sich also nicht freuen über diese Entscheidung.


Darauf angesprochen entgegnet Tobias Meier, dass die Einbahnstraßenregelung vorerst ein Test sei. Bis 30. September wolle man sich die Entwicklung des Verkehres ansehen und „ergebnisoffen Möglichkeiten prüfen“. Grundsätzlich sollen Schleichwege durch die Wohngebiete vermieden werden. Dass dadurch die B87 weiter belastet werde, sei bekannt, aber der bessere Weg.

Die Einbahnstraßenregelung wird im Laufe des kommenden Montags, den 29. Juni in Kraft treten. Dann stellt der Bauhof die entsprechenden Schilder auf.

Auch der Gärtnerweg soll durch die neue Einbahnstraßenregelung in der Ernst-Barlach-Straße entlastet werden.
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(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 26. Juni 2020 um 10:37 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 26. Juni 2020 um 10:44 Uhr.
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Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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4 Kommentare

  1. Dies ist resultierend aus der extremen Belastung der B87. Diese gehöre nicht durch die Stadt Taucha und man solle doch endlich die Bauplanung der B87n voranbringen. Die Alternativen der B87n sind erarbeitet und längst bekannt und gar im mehreren Bürgerforen zusammengetragen.
    Die Leipzig-Ost Ausfahrt mit Durchfahrt der Parthenaue, auch wenn dieses Naturschutzgebiet ist, lässt keine Alternativen zu, um den weiterhin steigenden LKW-Verkehr Richtung Eilenburg/Torgau her zu werden. Es sei denn die Stadt Leipzig sieht ein, dass über das BMW-Werk eine Alternativroute der B87n in Richtung Eilenburg, die beste Variante für alle Beteiligten darstellt.

  2. Es erfolgte keine Entlastung der Ernst-Barlach-Straße, allenfalls eines Teils der in Ovalform angelegten Straße. Momentan fließt der Verkehr über den anderen Teil der Ernst-Barlach-Straße und damit in ein dichter besiedeltes Wohngebiet ab.
    Wäre das Schild „Einfahrt verboten“ um wenige Meter versetzt aufgestellt worden, hätten die vom Bürgermeister geschilderten Ziele erreicht werden können.
    Man gelangt jetzt weiterhin von der B87 über den Gärtnerweg bis zur Sommerfelder Straße und zurück. Ziel verfehlt, in der Schule gäbe es die Note 6. Ein Schildbürgerstreich und das als Ergebnis der Tätigkeit einer AG.
    Der Widerstand der Anwohner beginnt sich bereits zu formieren.

  3. Als wir gestern aus dem Urlaub zurück kamen , wollten wir unseren Augen nicht trauen , als wir die neue Verkehrsregelung in der Ernst – Barlach – Straße sahen !

    Ausgerechnet der Teil der Straße , an dem ca. 40 Reihenhäuser anliegen , wird für zwei Fahrtrichtungen freigegeben , während der andere Teil , wo es nicht einmal halb so viel Anlieger gibt , zur Einbahnstraße gemacht wird ?
    Wir können uns nicht vorstellen , das diese Lösung , das Ergebnis einer intensiven Recherche vor Ort ist !
    Diese Schilderverirrung sollte so schnell wie möglich wieder rückgängig gemacht werden , oder die gesamte Ernst – Barlach – Straße als Einbahnstraße umgewidmet werden !
    Festzuhalten bleibt , egal welche Lösung präsentiert wird , es sind Notlösungen , die das Ergebnis einer desaströsen Verkehrs – und Baupolitik in Taucha sind !

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