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Badergasse Taucha: Entsteht hier Deutschlands bunteste Straße?

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Ilja van Treeck gestaltet die bislang freie Wand in der Badergasse.

In der Badergasse in Taucha wird derzeit eine weitere Wand gestaltet. Rot, blau, grau und etwas grün dominieren das abstrakte Motiv, das aktuell entsteht. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Motiv der bunten Punkte ergibt sich ein wahrhaft buntes Gesamtbild. Wird das Deutschlands bunteste Gasse?

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Die Badergasse galt jahrelang als nicht sonderlich vorzeigbar. Die Wände entlang der Gasse, die vom Markt zur kleinen Straße „An der Parthe“ und entweder links zum Parthebad, geradeaus in den Park oder rechts in Richtung Sparkasse führt, waren beschmiert. In diesem Jahr wurde die linke Wand vom Markt aus bei einem Graffiti-Workshop gestaltet. Statt einer grauen und mit wenig sinnigen Texten besprühten Wand gibt es nun blaue, braune und grüne Punkte.

Künstler Ilja zeigt, wie es mal aussehen soll: ein abstraktes Motiv, auf dem sich viele bunte Flächen abwechseln und ineinander übergehen.

Auf der rechten Seite geht es seit dem vergangenen Wochenende nun auch los: Als Projekt des Jugendparlaments wird hier die Wand mit einem bunten, abstrakten Motiv gestaltet. Am Samstag wurde grundiert: Ilja van Treeck, Künstler aus Leipzig und sozusagen Tauchas Haus-und-Hof-Künstler, wenn es um die Gestaltung öffentlicher Flächen geht, hat gemeinsam mit Tom Richter, Kassenwart des Jugendparlaments zum Workshop aufgerufen. „Corona-bedingt nicht über den Kunstunterricht der Schulen, sondern als Einzelprojekt. Wer will, kann dabei sein, das nächste Mal übrigens wieder am kommenden Samstag“, wirbt Ilja. Eine Handvoll Teilnehmer hätten sich gemeldet.

Der 12-jährige Oberschüler Linus streicht auf der Leiter eine Wand, während Künstler Ilja van Treeck (unten rechts) und Tom Richter vom Jugendparlament die Leiter sichern.

Am vergangenen Samstag war jedoch der 12-jährige Linus aus Taucha der einzige Teilnehmer. Unter Anleitung des Künstlers rollte er große, bunte Flächen auf die einst weiße Wand. „Das bleibt natürlich nicht so, das ist nur der Untergrund. Mit der Rolle geht es schneller und vor allem umweltfreundlicher, als wenn wir alles sprühen würden. Auf die Grundierung wird beim nächsten Mal mit Spraydosen weiter verfeinert. Dann werden die Striche begradigt und letztlich das abstrakte Motiv herausgearbeitet“, sagte Ilja van Treeck am Montag, als er weitere Arbeiten am kommenden Kunstobjekt ausführte. An einen Teil der Wand komme nach Abschluss der Arbeiten noch ein Spruch. „Respekt ist kein Privileg, sondern die einfachste Form mit Menschen umzugehen“ soll später an der Wand stehen – und man hofft geradezu, dass dem Kunstwerk der nötige Respekt entgegengebracht wird.

Gefördert wird das Projekt vom Jugendfonds Nordsachsen, einem von Jugendlichen verwalteten Fördertopf. Das Jugendparlament Taucha sitzt dort praktischerweise mit in der Jury. Zur Verfügung gestellt wurde die Häuserwand von der Unternehmerfamilie Süß aus Taucha.

Das Graffiti-Projekt in der Badergasse ist nur eines von mehreren, die das Jugendparlament in den vergangenen Monaten realisiert hat. Bereits am 24. Oktober wurde der ehemalige Trafo-Turm in der Graßdorfer Straße gestaltet. Dieser wird vom Zweckverband Parthenaue verwaltet. Hier befindet sich ein „Vogelhotel“, denn am Turm sind diverse Nistkästen und Nisthilfen für verschiedene Vogelarten montiert. Passend dazu realisierte Ilja van Treek hier ein farbenfrohes Naturbild mit Eisvogel.
Außerdem folgte am 31. Oktober eine Wand des Ärztehauses in der Graßdorfer Straße. Und in Kürze soll noch eine Garagenrückwand in der Zwickschen Siedlung gestaltet werden, die von der städtischen Gesellschaft IBV zur Verfügung gestellt wurde.

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(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 9. November 2020 um 22:33 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 10. November 2020 um 9:49 Uhr.


2 Kommentare

  1. sehr sehr schade, dass die gemeinsame Arbeit vieler Menschen aus Taucha an der gegenüberliegenden Wand nicht respektiert wird. Das neue Bild mag ja Qualität haben, aber ist an dieser stelle völlig deplatziert.
    alexander karle

  2. Hier spricht doch nur die Angst über ein Vergleich beider Werke. Denn eines ist klar, die Punkte belegen eindeutig den 2. Platz.

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