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„Das Stadtjubiläum verdient mehr Sichtbarkeit“ – Tauchaer hängt eigenes 850-Jahre-Plakat auf

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Die Stadt Taucha feiert in diesem Jahr – eigentlich – ein Doppeljubiläum. Bedingt durch Corona fallen aber sämtliche Feierlichkeiten aus, inklusive dem Tauchschen. Dennoch könnte das Stadtjubiläum mehr Sichtbarkeit vertragen, meint der Tauchaer Toni Lange. Und hat darum sein Mehrfamilienhaus mit einem eigenen Plakat versehen.

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Seit etwa einem Jahr saniert der Tauchaer Bauunternehmer Toni Lange gemeinsam mit seinem Vater Frank das Wohnhaus in der Eilenburger Straße 1. Das Jugendstilhaus aus dem Jahr 1895 befinde sich seit jeher im Familienbesitz, sagt Toni Lange. „Wir sanieren das Haus Stück für Stück und haben sozusagen alles angefasst – von der Fassade über das Dach, Fenster, bis hinein in die Wohnungen, die wir komplett umbauen und auf die Bedürfnisse unserer Familie anpassen“, erklärt der 30-Jährige.

Am Giebel des Hauses fielen bislang vor allem die Brutkästen für Mauersegler auf. Ganz oben prangt der Schriftzug „RabenSohn“. Dies sei laut Lange ein Naturschutzverein, dem das Tierwohl am Herzen liege. Lange Zeit waren am Giebel ebenfalls „Platzhalter“ aus Stoffbahnen für Werbung zu sehen. Seit dieser Woche prangt hier ein Motiv mit Rittern und dem Schriftzug „850 Jahre Stadt Taucha“. Darunter ist ein Porträt von Martin Luther zu sehen.


„Ich wollte der Stadt Taucha einfach etwas gutes tun. Und vor allem für unser Jubiläum werben. Unsere Stadt ist älter als Leipzig und hier hängt kein Plakat. Nichts, das auf das Jubiläum hinweist. Ich finde das schlimm“, sagt Toni Lange. Das Motiv, das er gemeinsam mit Künstlern entworfen und dann digitalisiert habe, zeigt drei Ritter auf Pferden. An den Speer-Enden befinden sich Rosen, außerdem hält einer der Ritter einen Strauß Rosen in der Hand. Auf den Schildern zweier Ritter findet sich das Tauchaer Stadtwappen. „Das ist natürlich eine Anspielung darauf, dass wir durch das Rittergutsschloss eine Ritterstadt sind. Gleichzeitig wollte ich die Liebe und Leidenschaft rüberbringen, die viele für diese Stadt empfinden. Mir ist es wichtig, dass man diese Flagge hisst“, so der nach eigenen Aussagen stolze Tauchaer.

Das 850-Jahre Motiv mit Rosen-Rittern, fotografiert aus dem gegenüber liegenden Seidemannhaus.

Dass Martin Luther auch am Haus prangt, sei ebenfalls kein Zufall. „Dieser Mann hatte Ideale und hat sie stets verfolgt. Sachsen ist evangelisch und Luther hat viel für Sachsen getan. Ich finde, solche Leute braucht ein Land und Luther sollte hier an jedem Haus hängen“, so Toni Lange.

Das 850-Jahre-Motiv soll für längere Zeit hängen bleiben. „Mindestens dieses Jahr, von mir aus auch bis zur 875-Jahr-Feier“, lacht der Unternehmer. Allerdings möchte er auch gern eine Kooperation mit der Stadt anstreben. „Man könnte hier auch für das Kartoffelfest, den Tauchscher oder andere Veranstaltungen in der Stadt werben“, sagt er. Klassische Außenwerbung für Marken oder Unternehmen schließt er aus.

Seidemannhaus, Kirche, 850-Jahre-Motiv und Luther.
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(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 23. Juli 2020 um 14:25 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 6. August 2020 um 11:22 Uhr.


2 Kommentare

  1. Hallo Daniel,
    das ist schon eine lustig-nette Sache mit dem Giebel-Plakat Schade, dass es so viel Unfug zeigt.
    1. Wenn man vom Doppeljubiläum spricht sollten auch beide Jubilare genannt werden.
    2.Weil es ein Rittergutsschloss gibt, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch Ritter gegeben haben muss. Taucha eine Ritterstadt? Sehr merkwürdige Logik! Fakt ist, dass es in Taucha nie und zu keiner Zeit jemals einen Ritter gab. Nicht mal einen!
    3. Schließlich der dritte Irrtum: Taucha ist zwar 850 Jahre alt, Leipzig aber 1000 Jahre! Aber was sind schon 250 Jahre, gelle?

    Beste Grüße
    Jürgen

  2. Ja, ja schön daß man sich auf das Christliche Abendland berufen möchte. Aber Kreuzritter in Taucha ? (noch dazu Templer ?) Und Luther ist sicher eine wichtige Figur der deutschen Geschichte, nur was hat der mit Taucha zu tun? Und mal unter uns Gebetsschwestern wer ist hier überhaupt noch christlich ? Sollen Katholiken Karl den V. raushängen oder Muslime Süleiman den Prächtigen ? Und dann noch in dieser Motorhaubenästhetik. Ist das überhaupt mit dem Denkmalsschutz vereinbar ?

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