Anzeige


Eichen-Prozessionssspinner: In Kürze kommt der Sauger

,
0
2101
mal gelesen
Anzeige

Nachdem vergangene Woche bekannt wurde, dass im Landschaftspark an der Wurzner Straße der Eichen-Prozessionsspinner einige Bäume befallen hat, steht nun die weitere Vorgehensweise fest: Der heimische Schädling soll abgesaugt werden.

Anzeige
Körbisbau Bauunternehmen:
Mauerwerk und Dach - alles vom Fach!



Gestern wurden alle weiteren Schritte besprochen, teilt Kathrin Gottschalk vom Tauchaer Bauamt mit. Sie ist unter anderem für die Parks der Stadt verantwortlich und zählt auf die Erfahrung des Garten- und Landschaftsbau-Unternehmens Schilling aus Leipzig. „Die Firma ist unser Parkpflegemanager und hat genaue Kenntnis über den Standort aller 440 Eichen in dem Bereich des Parks“, sagt Gottschalk. Geplant sei, dass zwei Mitarbeiter des Unternehmens die Nester des Eichenprozessionsspinners mit einer Art Industriestaubsauger absaugen. Das geschehe auf einer Arbeitsbühne in kompletter Vollschutzausrüstung inklusive Atemschutzmasken. „Die Brennhaare der Raupen sind äußerst aggressiv und können wochenlange Reizungen hervorrufen“, informiert die Rathausmitarbeiterin. Derzeit würde das nötige Equipment inklusive Schutzkleidung besorgt. Ende dieser Woche könne mit den Arbeiten begonnen werden. Nach dem Absaugen kommen die Nester in Spezialbeutel, die hermetisch verschlossen und anschließend verbrannt werden.

Nest mit vielen Raupen des Eichen-Prozessionsspinners in luftiger Höhe in der Nähe des Pflegeheims Parkblick.

Das Absaugen der Nester inklusive möglichst aller Raupen sei die effektivste Methode im derzeitigen Stadium der Raupen. „Die Raupe durchläuft sechs Entwicklungsstadien, eine dauert etwa zehn Tage. In den letzten Stadien ist es so, dass sich die Raupe vorzugsweise in den Nestern aufhält, also gar nicht mehr nach oben krabbelt um zu fressen. Darum würde das Spritzen eines Vernichtungsmittels auf die Blätter zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfolgreich – die Raupen würden das Mittel nicht mehr fressen“, so Kathrin Gottschalk. Aktuell seien die Raupen träge und würden sich auf ihre Metamorphose zum Schmetterling vorbereiten. Etwa 80 bis 90 Prozent der Nester könne man über das Absaugen entfernen. Wie viele Nester es sind, könne aktuell nicht gesagt werden. Derzeit geht die Stadtverwaltung von zehn befallenen Eichen aus. Abgestimmt sei die Maßnahme mit der Forstbehörde des Landratsamtes Nordsachsen.

Kathrin Gottschalk zeigt auf eine Eiche, an dem in etwa drei Metern Höhe ein Gespinst des Eichen-Prozessionsspinners hängt.

Um die Gespinste zu entfernen, müssen die Spezialisten teils in luftige Höhen. Aber wie Kathrin Gottschalk im Park an einer Eiche zeigte, befinden sich die Nester durchaus auch in nur etwas mehr als drei Metern Höhe oder sogar in Kniehöhe und direkt am Fuß der Eichen. „Das ist besonders für Hunde gefährlich, wenn sie beim Schnüffeln mit den Brennhaaren in Kontakt geraten“, warnt Kathrin Gottschalk. Darum rät sie, sich weiterhin an die Sperrung des Parks zu halten.


Für nächstes Jahr stelle sich das Rathaus auf ein erneutes Auftreten des Problems ein. „Wir werden nicht alle Nester erwischen, also wird es dazu kommen, dass der Schmetterling im September, Oktober auf den Eichenkronen seine Eier ablegt“, sagt Gottschalk. Ein Eichen-Prozessionsspinner könne als Falter rund 150 Eier ablegen, die er dann mit einer Art Schutzfilm überzieht. Der milde Winter hätte sein Übriges dazu beigetragen, dass viele der Eier offenbar unbeschädigt blieben. Ende April, Anfang Mai nächsten Jahres könne reagiert werden.

Im Landschaftspark an der Wurzner Straße sei das größte Vorkommen des Eichen-Prozessionsspinners entdeckt worden. Weitere Anlagen habe der Bauhof kontrolliert, vor allem auch rund um die Spielplätze. Hier müsse nicht gehandelt werden, so Gottschalk. Auch am Winneberg sei noch keine Population des Schädlings entdeckt worden.

Raupe auf Kniehöhe: An dieser Eiche im Park hängt ein Eichen-Prozessionsspinner.

Wie viel die Beseitigung der Nester kosten wird, konnte die Stadtverwaltung nicht zweifelsfrei mitteilen. Derzeit gehe man von mindestens 8000 Euro aus. Wie viel es am Ende wirklich wird, komme vor allem darauf an, wie viele Nester noch entdeckt werden und ob mehr als die bislang zehn Eichen betroffen sind.

Anzeige
(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 16. Juni 2020 um 13:42 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 16. Juni 2020 um 13:42 Uhr.


Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here