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Erhebliche Lärmbelastung: Geparkte S-Bahnen verärgern Anwohner

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Man sieht sie kaum, aber man hört sie. Dietmar Gatzki beklagt die Geräuschentwicklung, die von den geparkten S-Bahnen vor seinem Grundstück ausgeht.
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Ria und Dietmar Gatzki aus der Tauchaer Schillerstraße sind genervt von der Deutschen Bahn. Doch nicht die an ihrem Grundstück vorbei fahrenden Bahnen sind das Problem, sondern die geparkten Züge. Denn die verursachen eine „erhebliche Lärmbelastung“, so die Anwohner.

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Wenn das Ehepaar Ria und Dietmar Gatzki vorhat, sich in den Garten an ihrem Haus zu setzen, schauen sie zuerst über die große Hecke. Denn dahinter befindet sich das Gleis 3 des Tauchaer Bahnhofs. Und das wird seit Fertigstellung der Bauarbeiten als Abstellgleis genutzt. „Dass hier die Bahnen stehen, ist nicht das Problem. Wir sehen die Bahnen ja aufgrund der großen Hecke kaum. Aber wir hören sie. Und das nervt gewaltig und ist kein Zustand auf Dauer“, so Dietmar Gatzki. Der 74-jährige Tauchaer berichtet von einem monotonen Surren und Brummen. Dazu kämen Pfeif- und Zischgeräusche. Und das über mehrere Stunden hinweg. „Etwa aller zwei Stunden kommt hier eine S-Bahn, wird geparkt und macht dann für etwa 1,5 Stunden Krach. An einen längeren Aufenthalt im Garten, geschweige denn an Entspannung ist nicht zu denken“, beklagt er und versteht nicht, warum die Züge permanent Geräusche machen müssen, auch wenn der Zugführer sein Fahrzeug verlassen hat.

Erklärung kommt von der Pressestelle der Deutschen Bahn. Sprecher Jörg Bönisch teilt auf Anfrage von Taucha kompakt mit: „In Taucha fahrplanmäßig endende beziehungsweise auf die Gegenrichtung wendende Züge der S-Bahn Mitteldeutschland werden auf das geschilderte Abstellgleis gefahren. Das passiert Montag bis Samstag siebenmal und sonntags achtmal. Die Lärmpegel der Fahrzeuge sind im Normbereich und werden regelmäßig überprüft.“ Das Motorgeräusch, das die Anwohner wahrnehmen, seien die Klimaanlagen und die Stromrichter. Dazu käme phasenweise der Luftverdichter mit dem beschriebenen Zischen und kurzem Pfeifgeräusch beim Abschalten. Bönisch weiter: „Wir stellen unsere Fahrzeuge energieoptimiert ab, das heißt die Klimaanlage wird automatisch zeitweise abgeschaltet. Dadurch sind die Triebzüge anfangs leise, bereiten sich aber automatisch eine Stunde vor der planmäßigen Abfahrt auf den bevorstehenden Einsatz vor, indem die Systeme hochgefahren werden“, so der Sprecher. Unter anderen würde die Klimaanlage eingeschaltet, damit die Fahrgäste ein angenehmes Klima im Fahrgastraum vorfinden. Außerdem würde die S-Bahn eine automatische Bremsprobe durchführen. Dies alles führe dann zu den genannten Betriebsgeräuschen. Ein vollständiges Abschalten der Klimaanlage sei „leider nicht möglich, da sich sonst der Fahrgastraum zu sehr aufheizt“, heißt es in der Antwort.


Mit diesen Erklärungen will sich Dietmar Gatzki nicht abspeisen lassen.“Es ist ja schön, dass die Bahn alles dafür tut, dass es die Fahrgäste schön kühl haben, aber nicht auf Kosten unserer Gesundheit. Ich werde die Geräuschbelastung messen und mit Nachbarn eine Unterschriftenliste vorbereiten. Die Züge müssen hier nicht stehen, es würde doch schon genügen, die Züge nach dem Bahnhof auf Höhe des Abis-Fachhandels zu parken. Dort wohnt niemand, da können sie den ganzen Tag surren“, meint der Anwohner.

Außerdem wolle Gatzki Bürgermeister Tobias Meier um Hilfe bitten. Auf Nachfrage von Taucha kompakt erklärt dieser, dass das Thema bereits im Rathaus bekannt sei, sich weitere Anwohner beschwert hätten. Bauamtsleiter Helge Zacharias sei dazu im Gespräch mit der Deutschen Bahn, um hier eine Besserung für die Bürger zu erreichen. Wie hierzu der Sachstand ist, war am heutigen Freitag nicht mehr zu erfahren.

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Veröffentlicht am 26. Juni 2020 um 14:35 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 26. Juni 2020 um 14:40 Uhr.


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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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