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Festwiese Dewitz: Ab Freitag offiziell Hundefreilauffläche – ab November nicht mehr

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Die Fußballtore auf der Festwiese Dewitz
Die Fußballtore auf der Festwiese Dewitz

Am Freitag, den 2. Oktober 2020 tritt die neue Polizeiverordnung der Stadt Taucha in Kraft. Wirbel gab es im Vorfeld darüber, dass die Festwiese Dewitz zur Hundefreilauffläche erklärt werden soll, obwohl diese Fläche von der Kita Dewitzer Spatzennest gepachtet wurde. Nun ist die Polizeiverordnung mit dem Stadtanzeiger veröffentlicht worden – und es gibt erneut Ärger.

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„Die Veröffentlichung der Polizeiverordnung (PDF) mit der kompletten Festwiese Dewitz als Hundefläche ist eine ganz schöne Kante“, sagt Eva-Maria Etzold, Leiterin der Kita Spatzennest. „Damit ist es nun öffentlich, dass jeder hier seinen Hund laufen lassen kann, obwohl wir die Fläche ordnungsgemäß gepachtet haben. Nicht mal einen Vermerk konnte man anbringen, dass nur ein Teil der Wiese als Hundewiese genutzt werden soll“, sagt sie. Auch die Dewitzerin Anne Reyer, die im vergangenen Jahr beim Sächsischen Mitmachfonds Gelder für eine Pflanzhecke auf der Wiese eingeworben hatte, ist erbost: „Damit setzt sich die Stadtverwaltung über jegliche Absprachen, Beteuerungen, zumindest nur einen Teil des Flurstücks in Anspruch zu nehmen, sowie den geltenden Nutzungsvertrag mit der Kita Dewitzer Spatzennest hinweg. Die Eröffnung des Bolzplatzes für die Kita-Kinder ist gerade mal zwei Wochen her. Was ist da bitte los?“, schreibt sie in einem Beitrag auf Facebook und bekräftigt dies auch noch mal gegenüber Taucha kompakt.

Bürgermeister Tobias Meier bestätigt indirekt, dass dies kein rühmliches Kapitel der Verwaltungsarbeit war. Letztlich sei ihm aber keine andere Wahl geblieben, weil die alte Polizeiverordnung auslief und die Kommune mit der Einführung einer generellen Leinenpflicht mindestens drei Freilaufflächen anbieten muss. „Allerdings kommt das Thema wie bereits angedacht auf die Tagesordnung der Stadtrats-Sitzung im Oktober. Wir haben mittlerweile andere Flächen gefunden, die besser geeignet sind. Diese werden nun in den Ausschüssen diskutiert, so dass wir eine Beschlussvorlage für den Stadtrat erarbeiten können“, sagt er. Dann würde im Oktober die nun neue Polizeiverordnung wieder aufgehoben und die Änderung mit den neuen Flächen und ohne die Festwiese Dewitz beschlossen. Ab November würde dann die neue Verordnung gelten – und abermals im Stadtanzeiger bekannt gegeben.

„Dennoch hätte das nicht sein müssen. Das wühlt die Gemüter auf und wäre vermeidbar gewesen“, sagt Kita-Leiterin Etzold. Sie befürchtet, dass Hundebesitzer die Änderung nicht mitbekommen und noch längere Zeit ihre Hunde dort laufen lassen. „Wir werden darum unseren Protest noch mal deutlich manifestieren. Wir bringen jetzt neue Wimpelketten an und werden mit größeren Schildern darauf hinweisen, dass dies eine Wiese für Kinder ist“, kündigt sie an.


Kommentar

Privates Engagement mit Füßen getreten

Wie geht Bürgernähe? Eine Frage, die wohl jede Stadtverwaltung umtreibt, wenn sie Stadtentwicklung und Politik für ihre Einwohner betreiben will. Mit der Entscheidung, die Festwiese Dewitz zur Hundefläche zu erklären, hat die Stadtverwaltung Taucha alles andere als Bürgernähe bewiesen. Trotz aller Bedenken wurde die Fläche als Hundewiese in Betracht gezogen. Im Wissen, dass die Wiese von der Kita gepachtet wurde – übrigens gehört das Gelände der stadteigenen Gesellschaft IBV und die Kontaktwege sind sehr kurz – und dem Wissen, dass Stadtrat Jens Barthelmes als Privatmann für die Wiese zwei Tore gesponsert hat. Ganz so, als wäre die Stadtverwaltung gezwungen worden, eine generelle Leinenpflicht bereits im Oktober einzuführen und ganz so, als gäbe es keine Alternativen wurde hier privates Engagement mit Füßen getreten. Grund für die Eile sei ein Auslaufen der alten Polizeiverordnung aufgrund von Verjährungsfristen gewesen, hieß es. Dann wiederum darf man die Frage stellen, warum sich die Verwaltung nicht eher um geeignetere Flächen gekümmert hat. Zusätzlich befremdlich wirkt es, wenn man aus dem Umfeld der Kita dann noch hört, dass Bürgermeister Tobias Meier persönlich in der Einrichtung vorstellig geworden sei und verlangt habe, die Regelung klaglos hinzunehmen. Das hat dann schon etwas von Gutsherrenart.

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(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 30. September 2020 um 12:07 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 30. September 2020 um 12:26 Uhr.


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Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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