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Freistaat Sachsen bummelt: Ungewissheit für Bürger bis mindestens morgen

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Die Ministerpräsidentenkonferenz und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben gestern Maßnahmen beschlossen, wie es mit dem so genannten Lockdown in der Bundesrepublik weitergehen soll. Nun liegt es an den Ländern, ihre Allgemeinverfügungen anzupassen und damit vor allem den Kommunen rechtlich verbindliche Richtlinien an die Hand zu geben. Sachsen patzt hier offenbar und will nach übereinstimmenden Berichten erst morgen Tacheles reden.

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Es sah gestern noch ganz gut aus: Nach 21 Uhr wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht, die erste Lockerungen verkündete. Am Ende der Mitteilung hieß es: „Das Kabinett wird morgen (17. April 2020) die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung beraten und verabschieden.“ Eine entsprechende Allgemeinverfügung erwartet Tauchas Bürgermeister Tobias Meier erst morgen Abend, sagte er heute gegenüber Taucha kompakt. Und die Stadt Delitzsch schreibt in ihrer heutigen Corona-Presseinformation gar: „Neue Allgemeinverfügung des Freistaates Sachsen erst am Wochenende“.

Konsultation für Abiturenten ab Montag, Oberschüler ab Mittwoch

Für Bürger ist das eine belastende Situation. Vor allem für Eltern und Schüler, die nun nicht wissen, wie Sachsen die Beschlüsse der Bundesregierung auslegt. In einer Mitteilung vom 15. April hieß es zwar, die Schulen würden ab dem 20. April vorerst ausschließlich für das Personal geöffnet, welches zur Vorbereitung der Schüler auf ihre Prüfungen notwendig ist. Erst ab dem 22. April beginne die eigentliche Prüfungsvorbereitung für die Schülerinnen und Schüler, ein regulärer Schulbetrieb finde weiter nicht statt. Welche Auflagen für die Schulen und Schüler gelten, ist aber noch nicht raus. Schüler würden diese Informationen direkt von ihren Schulen bekommen. Für Abiturienten sind Konsultationen bereits ab Montag möglich.

Im Landratsamt Nordsachsen stellt man sich bereits auch den Schulbeginn ein. So sollen die Linienbusse im Landkreis ab Montag, 20. April 2020, wieder nach Normalfahrplan fahren. Aufgrund der Schulschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatte der Landkreis am 24. März 2020 vorübergehend den sogenannten Ferienfahrplan in Kraft gesetzt. „Da ab Montag die Schulen in Sachsen für Abschlussklassen öffnen dürfen, werden wir die Schülerbeförderung wieder in vollem Umfang sicherstellen“, sagt Landrat Kai Emanuel (parteilos). „Das sind zwar zunächst noch geringe Schülerzahlen, aber dadurch lässt sich auch das Abstandsgebot zwischen den Fahrgästen besser einhalten“, sagt er.

Aufgrund der unverändert geltenden Kontaktbeschränkungen öffnen die Busfahrer weiterhin nur die hinteren Türen und verkaufen keine Fahrscheine. Nähere Informationen zu Ticketkauf und Fahrplänen sind bei den jeweiligen Verkehrsunternehmen und beim Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) erhältlich. Die nach Nordsachsen einfahrenden Busse und Straßenbahnen aus der Stadt und dem Landkreis Leipzig verkehren ab 20. April 2020 ebenfalls wieder im Normalbetrieb.


Zahlreiche Veranstaltungen in Taucha auf der Kippe – Festjahr in Gefahr

Unterdessen scharrt auch die Stadtverwaltung Taucha mit den Hufen. Denn bevor nicht geklärt ist, wie die neue Allgemeinverfügung des Freistaates Sachsen aussieht, kann nicht über die bevorstehenden Veranstaltungen beraten werden. Eigentlich sollte 2020 bekanntlich für Taucha ein ganz großes Festjahr zum Doppeljubiläum werden. Nach dem gestern erlassenen Verbot von Großveranstaltungen bis 31. August 2020 dürfte alles, was bis dahin geplant war, auf der Kippe stehen. Von der Premiere des Taucha-Films „Kleine Stadt, großes Herz“ über die 1. Tauchaer Disconacht, das Jubiläum des Volkschors, der Rocknacht, dem Ancient Trance Festival bis hin zum Tauchscher – über 25 Einzelveranstaltungen waren bislang geplant. Ob diese kleiner stattfinden, komplett ausfallen oder später in diesem Jahr beziehungsweise nächstes Jahr nachgeholt werden, entscheide sich erst nächste Woche, so Bürgermeister Tobias Meier. Aktuell befinde man sich auch in Gesprächen mit den vielen Partnern und Akteuren.

Am nächsten Donnerstag findet die Stadtratssitzung wie berichtet in der Mehrzweckhalle statt. Dafür wird heute und morgen der Fußboden mit Auslegeware belegt und Tische gestellt. Diese werden auch für die Prüfungsvorbereitungen der Schüler benötigt, teilt Meier mit. Zwei Drittel der Mehrzweckhalle sollen für Ausschuss-Sitzungen und Stadtrat genutzt werden

Zum heutigen Tag sind in Taucha aktuell zehn Personen mit Covid-19 infiziert. Insgesamt waren es bislang 13. In Quarantäne befinden sich 19 Personen, für 27 konnte die Quarantäne aufgehoben werden.

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(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 16. April 2020 um 16:29 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 16. April 2020 um 16:50 Uhr.


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