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Kein Tatverdacht: Tauchaer Finanzskandal bleibt ungesühnt

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Im August 2016 erschütterte ein Finanzskandal die Stadt Taucha. Über zwei Millionen Euro waren verloren, weil Kämmerer Thomas Sauer verbotenerweise riskante Finanzgeschäfte abwickelte. Wie die Stadtverwaltung nun mitteilte, kommt Sauer aus der Angelegenheit relativ unbeschadet heraus. Viel schlimmer noch: Die Stadt Taucha muss sich nun vor der Finanzaufsicht Bafin rechtfertigen.

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Am 8. August 2016, kurz vor 20 Uhr, ließ das Tauchaer Rathaus via Pressemitteilung eine Bombe platzen: Kämmerer Thomas Sauer sei beurlaubt, weil er in Finanzgeschäfte verwickelt sei, welche die Stadtkasse mit knapp 2,1 Millionen Euro belasten. Später stellte sich heraus: Sauer und seine Stellvertreterin Petra Kostka hatten einen so genannten nachrangigen Schuldschein für ein Anlagegeschäft über 2 Millionen Euro bei der Maple Bank erworben. An den Vorbesitzer sind zudem 85.000 Euro als Stückzinsen geflossen. Heißt konkret: Die Stadt Taucha hat bei dem Kreditinstitut eine Drittschuld abgekauft. Nichts ungewöhnliches – allerdings kam die Stadt Taucha der Deal teuer zu stehen, denn die Maple Bank ging in die Insolvenz. Weil es sich um ein nachrangiges Geschäft handelte, gab es kein Geld vom Bankensicherungsfonds.

Gegen die Beurlaubung und Kündigung sowie die Einbehaltung von Lohn seitens der Stadt Taucha klagte Sauer später. Am Ende musste er der Verwaltung Schadenersatz leisten. Das Arbeitsgericht bescheinigte Thomas Sauer im Prozess eine „Schlechtleistung“.

Rechtliche Konsequenzen hat das Handeln von Sauer nicht: Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt seit Herbst 2016 gegen den früheren Kämmerer sowie die Baader Bank und acht Personen der Baader & Heins Capital Management AG. Jetzt wurden die Ermittlungen eingestellt. Wie Bürgermeister Tobias Meier mitteilt, gebe es keinen für eine Anklage ausreichenden Tatverdacht. Der Nachweis einer Täuschungshandlung zum eigenen Vorteil sei nicht erkennbar. „Weil auch die Stadt Taucha keine Hinweise hat, dass Sauer in die eigene Tasche gewirtschaftet hat, sehen wir von einer Revision ab“, teilt der Bürgermeister mit. Der Stadtrat hatte im nichtöffentlichen Teil der Mai-Sitzung zwei Beschlüsse dahingehend gefasst: Sowohl gegen Sauer als auch die Banken werden keine Rechtsmittel eingelegt. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, es gab in der Stadtratssitzung auch einige Diskussionen. Die Erfolgsaussichten sind aber gering, darum sehen wir nun von einer Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden ab“, so Meier.

Petra Kostka kehrte nach einer Entscheidung des Sächsischen Landesarbeitsgerichts im November 2017 ins Rathaus zurück, arbeitete zuletzt im Aufgabenbereich des Bauhofes. Am 23. Januar 2020 verstarb sie nach längerer, schwerer Krankheit im Alter von 55 Jahren.


Unterdessen hat die Stadtverwaltung Taucha nun Ärger mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Die Behörde hat die Verwaltung dafür gerügt, dass sie sich als Bank aufgespielt hätte. Von 2013 bis 2015 habe die Stadt unter Thomas Sauer offenbar Geld in Formen angelegt, die für eine Kommune mindestens zweifelhaft, wenn nicht gar illegal sind. Unter anderem wurde offenbar den Stadtwerken Calw Geld ausgereicht, das später mit Zinsen zurück kam. Die Bafin prüfe hier weiter. Wohlgemerkt nicht gegen Sauer, sondern nun gegen die Stadtverwaltung.

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Veröffentlicht am 15. Juni 2020 um 17:54 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 16. Juni 2020 um 16:47 Uhr.


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