Foto: Stadt Taucha

In seiner heutigen Sitzung hat der Stadtrat Kristina Danz zur verdienstvollen Bürgerin der Stadt Taucha ernannt. Im Vorfeld gab es aber diverse Diskussionen am Ratstisch. Entsprechend gab es auch Gegenstimmen.

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Der Vorschlag kam von Bürgermeister Tobias Meier. Gemeinsam mit den Fraktionen im Stadtrat hat er sich beraten. Heute nun gab es die Beschlussvorlage, Kristina Danz zur verdienstvollen Bürgerin zu ernennen. Grundlage dazu ist die Ehrensatzung der Stadt Taucha. Dort steht in Paragraph 1, Absatz 1: „Die Stadt Taucha kann natürliche Personen, die sich um die Stadt durch ihr herausragendes bürgerschaftliches Engagement verdient gemacht haben oder sich bei außergewöhnlichen Ereignissen besonders bewährt haben, nach Maßgabe dieser Satzung ehren.“ Zwei mögliche Ehrungen gibt es: Zum einen das Ehrenbürgerrecht. Dieses wurde dem ehemaligen Bürgermeister Holger Schirmbeck im Jahr 2016 zuteil.

Die zweite mögliche Ehrung ist die Ernennung zum verdienstvollen Bürger beziehungsweise zur verdienstvollen Bürgerin. In der Ehrensatzung steht dazu dieser Absatz:

„Der Titel wird durch Beschluss des Stadtrates an Persönlichkeiten verliehen,

  • die sich durch langjährige ehrenamtliche Tätigkeit oder durch vorbildliches Verhalten für die Stadt Taucha verdient gemacht haben,
  • die besondere Leistungen auf wissenschaftlichem, kulturellem, wirtschaftlichem, sozialem oder sportlichem Gebiet aufzuweisen haben,
  • die sich durch außerordentliche und vorbildliche Hilfe bei der Rettung eines Menschen vor dem Tode oder bei der Verhütung erheblicher Schäden verdient gemacht haben.

    In der Sitzungsvorlage, über die die Stadträte heute zu befinden hatten, fanden sich diverse Gründe, warum Kristina Danz für diese Ehrung in Frage kommt. So habe sich die Oberstudienrätin als langjährige Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in mehr als 27 Jahren weit über das normale Maß hinaus um die Zukunftsfähigkeit und Entwicklung des Gymnasiums verdient gemacht. Sie trete jeher als vehemente Verfechterin des Gymnasiums auf – auch in Zeiten von geringeren Schülerzahlen. Die habe maßgeblichen Anteil daran, dass das Gymnasium weit über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf genieße und zur positiven Außenwirkung der Stadt Taucha beitrage. Und: Kristina Danz habe in den vielen Jahren nicht nur im Kosmos des Schulgebäudes gedacht, sondern sich auch bei städtischen Veranstaltungen und Gedenken eingesetzt. Zudem stehe sie immer mit ihrem Wissen allen Interessierten, Stadträten, Verwaltung und Bürgerschaft zur Verfügung.

    Tobias Meier führte im Vorfeld der Abstimmung aus, Kristina Danz hätte durchaus Spuren hinterlassen und natürlich hätte es auch Reibungspunkte gegeben, wenn man derart in erster Reihe steht. Danach folgten diverse Meinungsäußerungen und Diskussionen der Stadträte. Begonnen hatte Jürgen Ullrich von der Fraktion Die Linke. Er wies auf die Ehrensatzung hin und verlas oben genannte Punkte, die eine Ehrung rechtfertigen. „Die Ehrenamtlichkeit trifft hier ja wohl nicht zu. Frau Danz hat unbestreitbar gute Arbeit geleistet, dafür aber auch kein schlechtes Geld bekommen. Ich kann nicht erkennen, an welcher Stelle hier der Titel der verdienstvollen Bürgerin gerechtfertig wäre“, so Ullrich.

    Frank Apitz (CDU) widersprach: „Mir ist Frau Danz als hervorragende Schulleiterin bekannt. Das Gymnasium hat den besten Ruf, auch im Vergleich der Ausfallstunden“, sagte er.

    Christof Heinzerling (SPD) erwiderte darauf: „Wenn jemand in dieser hervorgehobenen Stellung ist, dann erwarte ich auch, dass er seine Arbeit gut macht. Die Ehrung betrifft nicht die Verdienste an einer Schule. Es geht hier um die Verdienste für die Stadt. Und die sehe ich nicht. Nehmen wir nur das Thema des Jugendparlamentes. Dieses ist aus dem Gymnasium heraus massiv behindert worden. Es gab kein Zugehen auf diese Institution. Dort wäre eine Chance für ein verdienstvolles Wirken gewesen“, führte er aus und verwies auch auf ein „hochherrschaftliches Gehabe“, das Kristina Danz an den Tag gelegt hätte. Im Sinne der Ernsthaftigkeit dieser Ehrung könne er hier nicht zustimmen.

    Anschließend führten Sigrid Wagner (CDU) und Detlef Porzig (CDU) aus, dass Kristina Danz sehr wohl auch ehrenamtlich tätig war und sich beispielsweise für die TSG Taucha eingesetzt habe. Und Lars Lehmann (CDU) verwies ebenso wie Christof Heinzerling darauf, die Ehrensatzung zu beachten. Seiner Meinung nach falle sie laut Satzung nicht in die zu ehrenden Bürger. Auch Uwe Kreyßig (SPD) meinte, eine Ehrung habe nicht eine Einzelperson verdient, sondern wenn, dann das gesamte Lehrerkollektiv.

    Am Ende stimmten 12 Stadträte mit ja. Es gab sechs Gegenstimmen und eine Enthaltung.

    Kristina Danz trat 1976 als als Russisch- und Englischlehrerin in den Schuldienst. Die Oberstudienrätin leitet seit 1992 das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Am 20. Januar wird sie offiziell verabschiedet.

    (1 mal heute gelesen)
    Veröffentlicht am 16. Januar 2020 um 18:25 Uhr.
    Letzte Bearbeitung: 16. Januar 2020 um 18:44 Uhr.
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    Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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