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Toilettenpapier-Preise: „Hier bereichert sich niemand“

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Nicole Lauer von der Adler-Drogerie Taucha mit dem derzeit begehrten Toilettenpapier.
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Das Land ist im Corona-Modus. Während Politiker und Handel immer wieder propagieren, es wäre genug für alle da und die Versorgung sei nicht gefährdet, erleben Verbraucher täglich anderes. Vorübergehende Engpässe bei Nudeln, Milch, Reis, Kartoffeln und Kartoffelpüree, Brot oder Seife sind weitgehend überstanden. Ein Produkt jedoch scheint weiter Probleme zu bereiten: Toilettenpapier. Scheinbar ist dies nirgends zu haben. Und wenn, dann nur für sehr kurze Zeit. Die Tauchaer Adler-Drogerie hat aktuell das begehrte Produkt – und wehrt sich gegen Wucher-Vorwürfe.

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Toilettenpapier ist so begehrt wie nie. Warum, das haben Psychologen geklärt. Und auch wenn die Politik gebetsmühlenartig behauptet, die Grundversorgung in Deutschland sei nicht gefährdet, muss festgestellt werden, dass es ausgerechnet dieses Produkt ist, das weiterhin überall ausverkauft scheint. Bei der Adler-Drogerie in Taucha gibt es dieser Tage die begehrten Rollen. Acht Stück für 4,50 Euro. „Das ist doch Wucher. Die kaufen das irgendwo günstig ein und machen jetzt krass Profit“ – so der Hinweis eines Lesers von Taucha kompakt. Wirklich?

„Von Wucher und Profit sind wir weit entfernt“, sagt Dagmar Engelhard. Pro Palette würde sie jetzt 45 Euro Versandkosten bei ihrem Lieferanten zahlen. Zudem seien die Preise für Toilettenpapier allgemein gestiegen, sagt auch ihre Tochter Nicole Lauer und verweist etwa auf den Getränkelieferanten Durstexpress. Dieser hat den Markt für Toilettenpapier offenbar auch entdeckt und bietet acht Rollen für 3,99 Euro an. „Wir können bei Toilettenpapier mit den Discountern und Drogerieketten nicht mithalten, darum gibt es seit 30 Jahren bei uns eigentlich kein Klopapier“, sagt Dagmar Engelhard. Angesichts der deutschlandweiten Lieferengpässe habe sie aber vor kurzem eher scherzhaft zu einem ihrer Lieferanten für Unkraut-Ex gesagt, er solle den Rest der Palette mit Toilettenpapier auffüllen. Darauf meinte er, das wäre kein Problem, er habe welches da. „Also haben wir bestellt und erleben seitdem, dass hier vor allem ältere Menschen aber auch Berufstätige das Toilettenpapier kaufen. Menschen, die keine Chance haben, in genau der Stunde einzukaufen, in der es bei Rossmann mal kurz vorrätig ist“, verdeutlicht Engelhard.


Beschränkungen auf maximal eine Rolle pro Kunde gibt es bei ihr nicht. „Das ist ja auch Unsinn, man soll Solidarität üben und für andere einkaufen, wird aber seitens des Handels so beschränkt. Natürlich verkaufen wir niemandem unseren gesamten Bestand auf einmal. Wir sehen zu, dass wir es so verteilen, dass die Kunden, die es benötigen, auch welches bekommen“, sagt die Inhaberin. Und Tochter Nicole Lauer fügt hinzu: „Bereichern wird sich hier keiner“. Der Preis von 4,50 Euro für acht Rollen sei angesichts gestiegener Preise und hoher Lieferkosten angemessen. Zum Geld verdienen tauge dies aber nicht. „Es ist eher ein Service für die Tauchaer, die sonst kein Toilettenpapier finden“, so Engelhard.

Vor allem im Internet finden sich derzeit unseriöse Angebote für Toilettenpapier, Hefe oder andere rare Produkte. „Wir raten dazu, diesen unseriösen Geschäftemachern die Grundlage zu entziehen, indem wir alle diese überteuerten Waren nicht kaufen“, sagt Juristin Stefanie Kahnert von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Internet-Portale sind nach eigenen Angaben bemüht, derartige Grundsatzverstöße so schnell wie möglich von der Plattform zu entfernen. „Helfen Sie aktiv mit, indem Sie unseriöse Angebote dieser Geschäftemacher bei den Portalen melden. Denken Sie daran, dass die Produkte im Supermarkt um die Ecke zu angemessenen Preisen zu finden sind oder demnächst nachgeliefert werden“, so Kahnert.

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(10 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 25. März 2020 um 14:11 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 25. März 2020 um 14:30 Uhr.


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