Der Bürgerprotest war erfolgreich: Mit der Sitzung des Stadtrates vom 13. Februar ist die Verlängerung der Straße An der Mühle als zweispurige Erschließungsstraße für das künftige Wohngebiet Gartenstadt vom Tisch.

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Insgesamt 75 Einwände von Bürgern gingen bei der Stadtverwaltung in der Auslegungszeit des Bebauungsplanes Nr. 55 vom 13. Mai bis 17. Juni 2019 ein. Hauptschwerpunkt der Einwände war laut Maritta Mandry vom Bauamt der Stadt Taucha die Zuwegung ins Wohngebiet. Laut ersten Planungen sollte diese über die Straße An der Mühle erfolgen. Diese ist derzeit eine Einbahnstraße und endet als Sackgasse direkt vor dem künftigen Wohngebiet. Die Anwohner legten Beschwerde ein, vor allem wegen der Erhöhung des Verkehrsaufkommens, dem Verlust von Grünflächen und dem Wegfall der bestehenden Parkplätzen. Im August wurden die Einwände seitens der Anwohner der Wohnsiedlung Taucha-Ost („KIM-Siedlung“) und auch von Anwohnern der Granitstraße nochmals erneuert, sowie in diversen Bürgerfragestunden im Rahmen der Stadtratssitzungen vorgetragen.

Im Ergebnis dieser Einwände erfolgt nun seitens der Stadtverwaltung die Überarbeitung des Bebauungsplanes Nr.55. „So wie hier eingezeichnet wird die Zufahrt also nicht erfolgen“, sagte Maritta Mandy mit Verweis auf den via Beamer an der Wand dargestellten Bebauungsplan.“

Stattdessen soll nun ein Verkehrsgutachten klären, wie die Zuwegung über die Eilenburger Straße weiterführend zur Dewitzer Straße östlich der WYN-Passagen geschaffen werden kann. Dieses Gutachten soll bis Ende des Monats erarbeitet werden. Auf dessen Grundlage erfolge dann die präzisierte Ausformung der Straßenführung durch die Gartenstadt.

Anknüpfend an die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens und der damit einhergehenden neuen Straßenführung soll bis Mitte März auch die Erstellung einer Schallimmissionsprognose erfolgen. Diese werde nicht nur die Verkehrslärmproblematik berücksichtigen, sondern auch die Wechselwirkung des Bebauungsplanes auf die benachbarten Gebiete, also die Wohngebiete Taucha-Ost, Steinbruchsiedlung, Blütengrund, das Sondergebiet Einzelhandel und die künftige Kita Kükennest.

An diesem Tor endet derzeit und auch künftig die Straße An der Mühle – mit direktem Blick auf das künftige Mischgebiet „Gartenstadt“.

Die neue Planung solle dann laut Maritta Mandry im März/April vorliegen und dann erneut offen gelegt werden. In zeitliche Bedrängnis käme das gesamte Vorhaben damit aber nicht, sagt Bauamtsleiter Helge Zacharias: „Das ist ein normales Verfahren, dass auch ein zweites Mal offen gelegt wird. Es gab ja nicht nur Einwände von Bürgern sondern auch von Trägern öffentlicher Belange, Landratsamt und Verbänden. Diese Einwände wurden entweder zur Kenntnis genommen oder Änderungen eingearbeitet.“ Geplant ist, noch in diesem Jahr das Baurecht zu erlangen. Dann erfolge die Erschließung von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie der Straßenbau.


Einer der zahlreichen Einwände bezog sich auf den geplanten Supermarkt. Im Bebauungsplan ist er mit 1700 Quadratmetern Verkaufsfläche angegeben. Der Regionale Planungsverband und die Stadt Leipzig gaben hier den Hinweis, dass diese Verkaufsfläche möglicherweise zu groß gefasst sei. Unter anderem, weil der Supermarkt in Konkurrenz zum Kaufland bestehen würde, das sich durch einen Neubau vergrößern möchte. Außerdem sei die Kaufkraft nicht gegeben. Es werde darum empfohlen, die Verkaufsfläche auf 1200 bis 1500 Quadratmeter zu verkleinern. Diese Hinweise nahm die Stadtverwaltung auf und empfiehlt nun eine Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern. Gleichzeitig obliege es aber dem künftigen Betreiber, auf eigenes wirtschaftliches Risiko auch eine größere Verkaufsfläche anzulegen. Wer der Betreiber werden wird, steht nach wie vor nicht fest. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass REWE Interesse hätte.

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Veröffentlicht am 14. Februar 2020 um 12:21 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 14. Februar 2020 um 12:28 Uhr.

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