Im vergangenen Jahr machten die Bewohner der „Feuerwehrsiedlung“ rund um die Ernst-Barlach-Straße mobil. Sie fürchten um die Sicherheit von Kindern sowie generell aller Anwohner und fordern die Umwandlung ihres Wohngebietes in eine Fahrradzone. Nach einem Experiment, bei dem die Ernst-Barlach-Straße in eine Einbahnstraße verwandelt wurde und zahlreichen Protesten der Bürgerschaft bewegte sich nichts mehr. Jetzt haben sich die Fraktionen im Stadtrat gemeinsam mit den Vertretern der Bürgerinitiative (BI) Taucha-Süd auf einen Kompromiss geeinigt. Die CDU-Fraktion geht nun voran und hat einen Antrag an Bürgermeister Tobias Meier gestellt, der diverse Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung in dem Gebiet enthält.

Anzeige
Websites, Marketing, Design:
AKUTISING - Die Medienagentur



Ursprünglich sollte der CDU-Antrag ein gemeinsamer Antrag mehrerer Fraktionen werden. Vorangegangen war eine Videokonferenz im März zwischen der BI Taucha-Süd und Vertretern der Fraktionen CDU, SPD, Grüne, Linke und FDP. „Wir haben alle Fraktionen zu einem Gespräch über die nicht abgestellten Probleme des Umgehungsverkehrs im Straßenzug Gärtnerweg/Ernst-Barlach-Straße eingeladen. Bekanntermaßen verschwinden Probleme in der Regel nicht von allein durch das einfache Nichtstun. Leider verweilt die Stadtverwaltung genau darin und ignoriert das Problem trotz anderslautender Beteuerungen des Bürgermeisters anlässlich der Demonstration vor der Stadtratssitzung im Oktober 2020 im Bowlingdschungel“, bedauert Tobias Kunze von der BI gegenüber Taucha kompakt.

Die Unabhängigen Wähler und der AfD-Stadtrat hätten laut SPD-Stadtrat Christof Heinzerling nur wenig Interesse am Thema gezeigt und waren darum nicht bei der Videokonferenz zugegen. Die anderen Stadträte jedoch hätten eine für Tobias Kunze „überraschend klare Einigkeit gezeigt, dass und wie diesem Problem begegnet werden sollte“, sagt er.

Dass der Antrag nun allein von der CDU kam, habe laut Tobias Kunze ganz praktische Gründe der nicht immer ganz einfachen Koordination unter Corona-Bedingungen. „Die Fraktion der CDU hat hier in dieser Woche vorgelegt. Wir rechnen mit der Einreichung durch weitere Fraktionen in Kürze“, so Kunze. Christof Heinzerling von der SPD bestätigt dies: „Da gab es einfach zeitliche Kollisionen. Wir billigen es der CDU natürlich zu, hier nach vorn zu gehen, um ihren Standpunkt deutlich zu machen. Wir werden uns dem anschließen.“ Gleiches sei von den anderen Fraktionen zu erwarten.

Update 13.05 Uhr: Die SPD folgt in einem Schreiben an Bürgermeister Tobias Meier dem CDU-Antrag und bittet die Verwaltung um zügige Umsetzung.

Anzeige

Das steht im Antrag

Der Antrag der CDU ist recht detailliert und besteht im Grunde aus drei Anträgen:

  1. Einrichtung von straßenbreiten Temposchwellen, Gehwegüberfahrten und Teilaufpflasterungen im Gärtnerweg, Max-Klinger-Straße und Ernst-Barlach-Straße
  2. Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone mit Zeichen 325.1/325.2 („Spielstraße“) im nördlichen und südlichen Ringverlauf der Ernst-Barlach-Straße einschließlich Markierungen von Parkflächen im nördlichen Ringbereich.
  3. Abstimmung der konkreten örtlichen Lage der Temposchwellen und Teilaufpflasterungen durch Einbezug der betroffenen Anwohner je nach Zweckmäßigkeit in Beratungen des Technischen Ausschusses bzw. Begehungen vor Ort.

Begründet werden die beantragten Maßnahmen mit der Problematik des Umgehungsverkehrs in dem Wohngebiet, die seit Jahren bekannt sei. Zahlreiche und teilweise massive Geschwindigkeitsüberschreitungen seien aktenkundig und auch durch die Anwohner der Stadtverwaltung vorgetragen worden, heißt es im Antrag weiter.

Zudem bemängelt die CDU, dass die reale bauliche Situation nicht die Bestimmungen des für dieses Gebiet rechtswirksamen Bebauungsplanes 8a kennzeichne. So sei in der Max-Klinger-Straße kein durchgängiger Fußweg vorhanden und die ursprünglich angedachte verkehrsberuhigte Zone im Ringverlauf der Ernst-Barlach-Straße nie eingerichtet worden. Auf diese Situation würden offiziell benannte Schulwege treffen, was einer schnellstmöglichen korrigierenden Absicherung bedürfe.

Die beantragten Maßnahmen seien nach übereinstimmender Meinung der Anwohner und der CDU-Stadtratsfraktion geeignet, um die Verkehrssicherheit im Wohngebiet herzustellen. Zudem seien sie nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung zulässig. Eine ausreichende Markierung und Beschilderung sowie nachträgliche Kontrollen sollen erfolgen, schreibt CDU-Fraktionsvorsitzender im Antrag.

Tobias Kunze von der BI Taucha-Süd erwarte nun, dass die Anträge das normale Verfahren durchlaufen. Zudem sei mit der Einreichung durch weitere Fraktionen in Kürze zu rechnen.

Anzeige
(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 7. Mai 2021 um 9:41 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 7. Mai 2021 um 13:06 Uhr.

2 Kommentare

  1. das beste währe, ein Parkhaus gegenüber der Feuerwehr, wo alle Anwohner ihre Autos fein brav hinstellen können und per Fuß in ihre Häuser laufen können, daß währe doch was !° ODER ???

  2. Ich bezweifle, das hier das reale Interesse einer schulwegorientierten bzw. fußgängerfreundlichen Lösung überwiegt. Wie viele der Anwohner haben denn wirklich schulpflichtige Kinder?
    So ist es doch wohl eher ein persönliches Anliegen einzelner Anwohner in den Kreuzungsbereichen der betroffenen Straßen, sich hier die zu keiner Zeit vertraglich vereinbarte „Verkehrsberuhigung“ zu erzwingen.
    Cave: Augen auf beim Grundstückskauf!
    Nun ist damit ja der Weg frei, auch in der Adolph-Menzel-Straße sein Auto auf 75 km/h zu beschleunigen…
    Hier bleibt ja Alles beim alten! Hier wohnen ja die Mehrzahl der Eigentümer mehr als 5 Meter von der Straße entfernt und werden sich demzufolge nie so engagieren, wie die Anwohner des Straßenzuges Gärtnerweg/Ernst-Barlach-Straße.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here