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Lange war es ruhig um die einstige Gaststätte namens „Kanzler“ an der B87/Ecke Südstraße in Taucha. Doch jetzt gibt es wieder Pläne und damit eine neue Chance für das markante Gebäude.

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Als der Leipziger Unternehmer Myroslav Chemerys im Mai 2014 die ehemalige Billard-Gaststätte „Stadt Taucha“ (früher auch bekannt als „Reichskanzler“, später nur „Kanzler“) kaufte, klangen die Pläne vielversprechend, wenn auch ambitioniert: Das Lokal sollte wieder geöffnet, ein Weinkeller eingerichtet und Billardtische aufgestellt werden. Auch sollte ein größerer Raum für Feste entstehen und im Obergeschoss ein Hostel öffnen. Im Sommer 2015 wurde das Gebäude entkernt, der Hof aufgeräumt, Gas- und Wasser- sowie Telekommunikationsleitungen erneuert. Bis Ende März 2016 passierte nichts weiter. Dann tauchte das Objekt in den Online-Immobilienportalen auf. „Imposantes Wohn- und Geschäftshaus wartet auf eine Wiederbelebung“ war dort zu lesen. Der damalige Besitzer Chemerys rechnete mit einem schnellen Verkauf.

Tatsächlich wurde die Immobilie noch 2016 verkauft. Christoph Blenk aus Kempten im Allgäu erwarb das geschichtsträchtige Objekt. Nach längeren Planungen stehe nun ein Konzept fest, erzählte er am Mittwoch in Taucha.

„Wir wollten ursprünglich neun Wohnungen in dem Haus bauen: Vom ersten bis dritten Obergeschoss jeweils zwei, im Erdgeschoss drei Wohnungen“, verkündet der 53-jährige Projektentwickler. Mittlerweile sei er aber auch von der Idee begeistert, den früheren Gastraum des „Kanzlers“ nicht in drei Wohnungen zu teilen, sondern als Ganzes zu erhalten. „Denkbar ist, dass wir rechts vom Objekt noch einen Neubau errichten und das Erdgeschoss bis in den Neubau hinein ziehen. Da unten könnten dann Ärzte oder Dienstleister aus der Gesundheitsbranche einziehen“, sagt er.

Unterstützt wird die Idee von Robin Reiche, Makler bei Willuhn Immobilien. „Gewerbeflächen werden dringend gesucht, gerade im medizinischen Bereich“, meint er. Ob es dafür eine Baugenehmigung geben kann, sei noch nicht bekannt.

Unabhängig von der Genehmigung für einen Neubau soll der „Kanzler“ aber nun endgültig saniert werden. Nach bisherigen Planungen sollen im ersten bis dritten Obergeschoss jeweils zwei Wohnungen entstehen. „Es sollen familiengerechte Vier- bis Fünfraumwohnungen mit ausreichend Balkon werden. Alle sind fast, beziehungsweise über 100 Quadratmeter groß“, sagt Makler Robin Reiche. Er sei überzeugt, dass das Vorhaben in jedem Fall professionell umgesetzt wird. „Christoph Blenk ist ein Perfektionist und will jede Immobilie so hinterlassen, dass er auch selbst einziehen könnte“, sagt er.

Einen Zeitplan gebe es auch: Ende nächsten Jahres, spätestens Anfang 2023 wolle man fertig sein.

Historische Fotos des „Kanzlers“
Repros: Miroslav Chemerys

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(1 mal heute gelesen)

Veröffentlicht am 1. Oktober 2021 um 9:57 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 1. Oktober 2021 um 9:57 Uhr.

1 Kommentar

  1. Ziemlich traurig!
    Ich hätte mir einen Ort der Begegnung gewünscht, ein Gasthaus mit Gastzimmern, flexibel nutzbaren Räumen, Freisitz, eben mit allem drum und dran, auch Billard! Eine Charakter-Kneipe mit live Musik, niveauvoll und offen für die ganze Tauchaer Gesellschaft. (Alles in einem zeitlich vernünftigen Rahmen, der die Nachbarschaft respektiert)
    Gutes Essen aus regionalen Erzeugnissen und bezahlbar für jedermann! Wie gesagt, ein Ort, an dem sich Jung und Alt begegnet, gemeinsam das Leben teilt, voneinander lernt und Freude hat!
    Vielleicht auch Räume, die Tauchaer Vereine zeitweise nutzen können, wie auch früher schon, wo der Chor probte.
    Leider wollen sich einmal mehr Einzelne bereichern. Entschuldigung aber, „Gier frisst Hirn“ scheint mir an dieser Stelle passend. Und ich bin keineswegs politisch links einzuordnen. Ähnlich traurig verlief die Entwicklung in Plaußig, wo an der Parthenbrücke, Am Grund, ein riesiges Einfamilienhaus entstanden ist mit einer riesigen Mauer, anstelle eines Biergartens „am kühlen Grunde“, direkt am Radwanderweg gelegen. Auch das wäre an heißen Sommertagen ein herrlicher Ort zum verweilen gewesen. Schade, vielleicht besinnen sich all diese Eigentümer eines Tages und nehmen das Wohl der Bevölkerung wieder in den Blick?
    Ein Verein oder ähnliches, etwas Gemeinnütziges wäre besser gewesen. Wohnungen können anderswo gebaut werden und die Idee fürs Erdgeschoss hat mich auch nicht vom Hocker gerissen!
    Gerade in dieser Lage wäre ein Gasthaus sehr passend und eine schöne Bereicherung und Ergänzung zum Industrieensemble, welches in der Freiligrathstraße entstehen soll!
    Obwohl ich kein Urtauchaer bin, habe ich schon mehrere Männer vom „alten Wirt“ erzählen hören, bei dem sie sonntags Bier für den Vater holen waren, wenn das Bier zuhause unverhofft zur Neige gegangen war. Und wenn sie zu viele Flaschen bestellten, ging’s mit der Wirtsfrau die lange Treppe in den ehrfurchtgebietenden Gewölbe-Keller hinab.
    In diesem Keller soll es gar eine Kegelbahn gegeben haben. Jedenfalls ist das Gebäude aufgrund seines Alters und seiner Geschichte zu schade für derartig ambitionslose Pläne die nach Profit schreien, die Stadt Taucha aber keineswegs bereichern würden!
    Leider habe ich nur Visionen und keine Gelegenheit, die ursprünglichen Pläne des Herrn … und mehr zum Leben zu erwecken. Sehr Schade.

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