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Grundschulleiterinnen zu möglichen Schulschließungen ab Montag: „Wir würden es sehr bedauern“

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Sollte die Sächsische Staatsregierung am morgigen Freitag nichts anderes beschließen, schließen die Schulen und Kindertagesstätten im Landkreis Nordsachsen ab Montag wieder. Grund ist, dass der Inzidenzwert im Landkreis seit 22. Februar wieder über 100 liegt. Die aktuell gültige Corona-Schutzverordnung sieht vor, dass Schulen ab 8.3. zu schließen sind, wenn in einem Landkreis der Inzidenzwert ab 1.3. fünf Tage lang über 100 liegt. Mit Stand vom heutigen 4. März liegt er laut RKI-Dashboard bei 126,4. Gestern lag der Inzidenzwert noch über 140. Die Schulleiterinnen der beiden Tauchaer Grundschulen würden die erneute Schulschließung nach gerade mal drei Wochen Unterricht sehr bedauern.

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An der Grundschule Am Park ist es jeden Morgen das gleiche Bild: An den Eingängen zum kleinen Schul-Vorhof stehen Lehrerinnen und Lehrer und nehmen Kinder in Empfang. Auch Schulleiterin Carola Kirsten steht hier jeden Morgen über eine Stunde und sorgt dafür, dass die Klassen getrennt bleiben. „Der erste Einlass beginnt um 7.30 Uhr, der letzte um 8.30 Uhr. Gegen 8.40 Uhr sind dann alle Schüler im Schulhaus. Auf diese Weise sorgen wir dafür, dass sich die Schüler nicht begegnen können. Das haben wir schon im ersten Lockdown so gemacht und nun etwas verbessert und angepasst, um vor allem bei Personalengpässen flexibler reagieren zu können“, so Kirsten. Auch bei den Hofpausen werde dieses Konzept angewandt. Alle Klassen würden bei der Hofpause getrennt, teilweise könne je nach Wetterlage auch die Festwiese genutzt werden, das habe die Stadtverwaltung genehmigt. Die Hofpause sei auf 15 Minuten verkürzt worden. Dennoch dauere es anderthalb Stunden, bis die Hofpause für alle Klassen beendet sei. „Wir beginnen um 9.30 Uhr, die letzte Klasse ist um 11 Uhr wieder drin“, sagt Carola Kirsten.

Auch in der Regenbogenschule wurde der Einlass entzerrt. Allerdings werde hier ein wenig anders verfahren. „Wir haben insgesamt 17 Klassen, können den Einlass also nicht so staffeln wie in der Grundschule Am Park, sonst wäre die letzte Klasse erst 12 Uhr im Schulhaus“, sagt Schulleiterin Kathrin Theil-Schulze. Stattdessen beginne der Einlass um 7.30 Uhr mit den 1. und 2. Klassen. „Wir haben auf der Freifläche Stellplätze markiert, auf denen die Kinder gesammelt werden. Um 7.40 Uhr kommen dann die 3. und 4. Klassen“, sagt sie. Gleiche Trennung gebe es in beiden Schulen im Hortbereich.

Unterstützung bekommen die Schulen von der Stadtverwaltung, etwa in Sachen Masken oder Desinfektionsmittel und Seife. „Die Hausmeister kontrollieren regelmäßig, ob genügend Seife in den Waschräumen vorhanden ist. Nach der Hofpause werden die Handläufe und die Toiletten desinfiziert. Auch Eltern bringen immer wieder Masken vorbei, die wir an Kinder geben können, deren Maske kaputt oder verloren gegangen ist“, sagt Carola Kirsten. An der Regenbogenschule können die Lehrkräfte FFP2-Masken nutzen, die vom Landesamt für Schule und Bildung kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. „Für die Kinder haben wir selbst Kindermasken besorgt, die besser sitzen als die regulären OP-Masken. Außerdem sind sie bunt, das gefällt den Kindern natürlich ganz besonders“, so Kathrin Theil-Schulze.

Auch im Umfeld der Grundschule Am Park herrscht Maskenpflicht. Eltern dürfen nur kurz auf den Schulhof, ins Gebäude herein dürfen gar keine anderen Personen.

Aktuell gebe es an der Regenbogenschule keinen einzigen Corona-Fall unter den 400 Kindern und 21 Lehrern. Ebenso sei an der Grundschule Am Park kein positiver Fall bekannt. Das Lehrpersonal der beiden Grundschulen und auch der Oberschule werde seit Juni 2020 wöchentlich ein mal von der Tauchaer Kinderärztin Heike Pönert getestet. „Alle Lehrer nehmen dieses Angebot an“, sagt Carola Kirsten von der Grundschule Am Park. An der Regenbogenschule würden etwa 98 Prozent der Lehrkräfte das Angebot annehmen, sagt Kathrin Theil-Schulze. Besonders freue sie, dass auch Praktikanten und Studenten der Universität Leipzig, die über das Programm „Vielfalt im Lehramt und an Schulen“ (VieLeS), an der Schule seien, das Testangebot nutzen können und dies auch annehmen.

Aufgrund dieser umfangreichen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen und der Tatsache, dass die Grundschule augenscheinlich kein Hotspot für eine Corona-Ansteckung ist, würden es beide Schulleiterinnen sehr bedauern, ihre Kinder ab Freitag erneut in die häusliche Lernzeit schicken zu müssen. „Die Schüler haben gerade wieder ins Lernen gefunden. Wenn das nun wieder unterbrochen wird, wäre das sehr schade. Das wäre auch den Eltern kaum zu vermitteln, wenngleich wir uns natürlich an die Vorgabe halten müssen“, sagt Kathrin Theil-Schulze. Auch Carola Kirsten wünscht sich, „dass die Schulen offen bleiben“. Die Hygienekonzepte hätten sich gut eingespielt und seien erfolgreich.

Sollte die Sächsische Staatsregierung daran festhalten, dass bei einer Inzidenz ab 100 die Schulen erneut geschlossen werden müssen, seien beide Grundschulen gut vorbereitet. „Wir haben ja bereits verbindliche Festlegungen für die Kollegen getroffen. Es werden Aufgaben übermittelt. Wir sind auch überein gekommen, dass in der Zeit der häuslichen Lernzeit kein neuer Stoff vermittelt, sondern gelerntes nur gefestigt wird“, so Carola Kirsten von der Grundschule Am Park. Ausnahme seien Videoinhalte oder Videokonferenzen, die Lehrer nach eigenem Ermessen selbst anbieten könnten. Eine Verpflichtung gebe es dafür nicht. Zu bedenken sei auch, dass viele Lehrer selbst Kinder hätten, die sie dann zu Hause betreuen müssten. „Wir sind angehalten, so wenige Lehrer wie möglich für die Notbetreuung einzusetzen, um die Notbetreuung nicht zu weit auszudehnen. Insofern sind Lehrkräfte mit eigenen Kindern also zu Hause“, erklärt Carola Kirsten. Auch die Lehrer an der Regenbogenschule wüssten, was sie zu tun haben. „Möglich ist, dass einige Lehrer heute oder morgen bereits Aufgaben für den Fall der Fälle mitgeben. Andere werden die Inhalte in LernSax hochladen“, so Kathrin Theil-Schulze.

Verwirrung gab es dieser Tage bei einigen Eltern aufgrund einer Mitteilung der Stadt Delitzsch. Dort war bezugnehmend auf den gesamten Landkreis zu lesen, dass die Anträge für die Notbetreuung in Delitzsch abzugeben seien. Die Stadtverwaltung Taucha bekräftigt, dass auch weiterhin die Anträge direkt in den Einrichtungen, also der jeweiligen Kita oder Schule, abzugeben seien. Schlecht für die Eltern sei, so Carola Kirsten von der Grundschule Am Park, dass aufgrund der Beratungen der Sächsischen Staatsregierung am morgigen Freitag erst am Abend klar sei, ob Schulen und Kitas geschlossen werden. Zudem seien neue Anträge auszufüllen.

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Veröffentlicht am 4. März 2021 um 12:28 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 4. März 2021 um 12:28 Uhr.


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