Mit vielen Gästen haben die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland sowie deren Gemeinde Taucha am gestrigen Freitag den Grundstein gelegt für einen einzigartigen Kirchenneubau an der Sommerfelder Straße. Es war ein wahrlich festlicher Akt mit viel Zuversicht und begeisternden Ausblicken.

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„Eine feste Burg ist unser Gott“ – mit diesem Lied, das Martin Luther bereits um 1529 schrieb, wurde gestern die Grundsteinlegung eingeleitet. Der Titel stand symbolisch für die neue Kirche, die künftige „Burg“ der Gemeinde der Neuapostolischen Kirche (NAK) Taucha. Bauherr ist die NAK Nord- und Ostdeutschland. Deren Bischof Thomas Matthes – der übrigens ein Tauchaer ist – war ebenso anwesend wie Björn Selte, Projektleiter des Kirchenneubaus.

Entstehen wird der Kirchenneubau in unmittelbarer Nachbarschaft zur Katholischen Kirche St. Anna. Selbige hatte einen Teil ihres Grundstücks an die NAK verkauft. Die gute ökumenische Beziehung wurde mehrfach am gestrigen Nachmittag angesprochen – und so war es nicht verwunderlich, dass auch Andreas Cerny von der Gemeinde St. Anna sowie Pfarrer Nico Piehler von der Evangelischen Kirchgemeinde St. Moritz zugegen waren. In seinem kurzen Grußwort erwähnte Piehler, dass die Region um Leipzig nicht gerade zu den frömmsten Regionen zählt, dass Gemeinden zusammengelegt, Kirchengebäude aufgegeben oder umgewidmet und die Zeichen generell auf Rückgang stehen würden. „In dieser verfahrenen Situation stößt die Neuapostolische Kirche einen Neubau direkt bei uns in Taucha an. Das kann man verwegen oder gar verrückt nennen. Ich nenne es mutig und sehe es vor allem als ein wunderbares Zeichen der Hoffnung“, so Piehler. Besonders freute er sich, dass sich die NAK stark mache, als Christen die Gesellschaft mit zu gestalten. Und er lobte die ökumenische Zusammenarbeit zwischen den drei Gemeinden.

Auch Tobias Meier sprach diese kirchenübergreifende Kooperation an und sagte: „Das gibt es sicher nicht oft.“ Diese Zusammenarbeit sei aber auch Ausdruck der guten Entwicklung der Stadt Taucha. Die Gemeinden würden sich weiterentwickeln, was sich nun im Kirchenneubau ausdrücke. „Viele meiner Amtskollegen oder anderen Gesprächspartner reagieren mit Stirnrunzeln, wenn ich ihnen von dem Vorhaben erzähle, weil sie sich das gar nicht vorstellen können. Ich finde, wir können auf diesen kommenden Neubau stolz sein“, so Meier weiter.

Für den Architekt Olaf Reiter aus Dresden war die Grundsteinlegung merklich ein besonderer Moment. „Für einen Architekten gibt es nichts schöneres, als eine Kirche zu bauen. Und so bin ich sehr gerührt, dass ich heute hier stehen darf. Die Grundsteinlegung ist – so sagt man – schon der halbe Bau. So viel an Planungen und Genehmigungen ist schon passiert. Sie werden begeistert sein, wie schnell der Bau nun wächst“, kündigte er an. Außerdem ging er auf die besondere Architektur des künftigen Rundbaus mit großer Kuppel ein. „Ich nehme hier Bezug auf das Pantheon in Rom. In dem Kirchenneubau stecken viele Ideen aus Rom drin. Vor allem das Oberlicht, welches das Licht einfängt. Der Altar steht in der symbolischen Mitte, die Gemeinde rings herum und von oben strahlt das Himmelslicht herein“, so Reiter. Das Kuppeldach bilde das Himmelsgewölbe, das über der Gemeinde schwebe. Damit dieses Schweben zum Ausdruck komme, habe er ein farbiges Band eingesetzt, welches ein besonderes Licht in den Sakralraum werfe.

So soll der Neubau an der Sommerfelder Straße aussehen. Grafik: Reiter Architekten GmbH.

„Das Dach ist ein so genanntes Brettstapelgewölbe. Die Hölzer werden faktisch geflochten. Beim Pantheon habe ich mir abgeguckt, in welchem Verhältnis das Oberlicht zur Dachfläche steht. Es sind vier Prozent. Diese kommen auch hier in Taucha zum Einsatz“, erklärte der Architekt. Auch habe er sich berechnen lassen, wie das Licht zu besonderen Ereignissen stehe, etwa an Ostern oder Heiligabend, um die besondere Wirkung sicherzustellen.

Architekt Olaf Reiter, NAK-Gemeindevorsteher Sebastian Kräher, Bischof Thomas Matthes und Projektleiter Projektleiter Björn Selte (von links).

Besonders sei auch die Herausforderung gewesen, den Neubau in einem vertretbaren Kostenrahmen zu halten. „Wir bauen viel mit Holz – und mussten nun erleben, dass der Holzpreis um 400 Prozent gestiegen ist. Aber wir haben die Herausforderung gemeistert und können nun beginnen“, erklärte Olaf Reiter. Diverse Zeitdokumente wie Münzen, eine Zeitung und Zeichnungen wurden daraufhin in eine Hülse gesteckt und selbige in einem Loch im Boden versenkt. Anschließend durften Kinder aus der Nachbarschaft die Hülse mit Beton bedecken.

Im Oktober soll nun die Bodenplatte gegossen werden, danach beginne der Hochbau. Die Einweihung soll im dritten Quartal 2022 gefeiert werden.

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Veröffentlicht am 25. September 2021 um 13:21 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 25. September 2021 um 14:05 Uhr.

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