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Kangal-Vorfall: Unabhängige Wähler beantragen Untersuchungsausschuss

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André Hensel (r.) und Jens Barthelmes von den Unabhängigen Wählern Taucha.

Nach dem neuerlichen Vorfall mit den Herdenschutzhunden in Dewitz/Neubauerndorf Ost beantragen die Unabhängigen Wähler Taucha nun doch einen Untersuchungsausschuss. Dies teilte die Partei jetzt mit.

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Ursprünglich war angedacht (wie berichtet), dass sich der Ältestenrat des Stadtrates mit dem Angriff der Kangals auf Spaziergänger und deren Hunde beschäftigt. Die Bildung eines Untersuchungsausschusses würde eine vorherige Ergänzung oder Änderung der Hauptsatzung und der Geschäftsordnung des Stadtrates erfordern. Diese Änderung müsste dann noch von der Kommunalaufsicht bestätigt werden. Insgesamt wäre dies ein recht langwieriger Prozess, der laut Bürgermeister Tobias Meier wohl bis Mai dauern dürfte, bis so ein Ausschuss seine Arbeit aufnehmen könnte. Außerdem sei ein Untersuchungssausschuss in der Sächsischen Gemeindeordnung für städtische Parlamente nicht vorgesehen, sagt er. „Man könnte einen Akteneinsichtsausschuss bilden. Allerdings haben die Stadträte ohnehin bereits das Recht zur Akteneinsicht“, so Meier auf Anfrage. In Kürze soll eine Sondersitzung des Verwaltungsausschusses stattfinden, der sich ausschließlich mit dem Fall befasse.

Für Jens Barthelmes von den Unabhängigen Wählern steht dennoch fest, dass es einen Untersuchungsausschuss braucht. „Hier wird irgendwie ständig ein Grund gesucht, um das zu verhindern, scheint mir. Wenn wir so ein Instrument einmal haben, können wir immer wieder einen Ausschuss einsetzen, um ums mit Dingen intensiver zu befassen“, sagt er. Außerdem habe die Einrichtung eines solchen Ausschusses auch Symbolcharakter für die Bürger. „Es zeigt, dass wir als Vertreter der Bürgerschaft gewillt sind, diese Dinge aufzuklären“, so Barthelmes. Zudem sei das Thema zu komplex, um es neben der üblichen Stadtratsarbeit in den bestehenden Ausschüssen vollumfänglich untersuchen und aufarbeiten zu zu können.

Update, 14.18 Uhr
Gegenwind kommt von der SPD: „Dass es einer Aufbereitung bedarf ist selbstverständlich und auch die Transparenz zum Bürger fordern wir ein. Im Ältestenrat wurde bereits über den Vorfall ausführlich gesprochen, uns wurde die weitere Verfahrensweise erklärt und von uns so bestätigt. Jetzt öffentlich einen Ausschuss zu fordern ist eine reine Marketingstrategie und verbrennt unnötig Geld und Zeit“, sagt Sylvia Stärke von der SPD-Fraktion. Es könn sich jederzeit mit der Verwaltung zusammengesetzt, oder ein interner Arbeitskreis gegründet werden. „Das Thema kann zu jeder Sitzung auf die Tagesordnung gebracht werden. Jedoch auf einen solchen Untersuchungsausschuss zu bestehen, um darüber Sitzungsgelder erhalten zu können, ist einfach lächerlich. Das Thema kann wesentlich schneller und sofort bearbeitet werden. Es ist für alle Stadträte, die Interesse am Thema haben auch transparent einsehbar“, sagt sie.

Update, 17. März 2021:
Die Stadt Taucha hat inzwischen eine Stellungnahme und Chronik der Ereignisse auf ihrer Website veröffentlicht.

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(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 16. März 2021 um 12:25 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 17. März 2021 um 12:46 Uhr.


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Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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4 Kommentare

  1. Ich verstehe nicht warum hier im Statement der SPD nur schwarz/weiß gemalt wird. Diesen Antrag auf einen Ausschuss
    emfinde ich als sehr gutes Signal an uns Tauchaer Bürger. Ebenso gut wäre, dass er den Weg ebnen kann, in Zukunft schneller entsprechende Instrumente sinnvoll einzusetzen. Wer verbietet denn der Stadtverwaltung und dem Stadtrat, parallel an dem Vorgang zu arbeiten? Hier wird suggeriert, dass bis zur Einberufung des Ausschusses nichts in dieser unsäglichen Sache unternommen werden könne…sehr fragwürdig und nicht gerade vertrauensbildend. Und dann frage ich mich noch, welche Rolle ein sogenannter „Ältestenrat“ in der Kommunalpolitik einnimmt. Im Internet konnte ich diesen nicht als öffentlichen Bestandteil der Organe finden…

  2. Die SPD Taucha hatte doch in der Vergangenheit u.a. mit Bündnis90/Grünen eine Koalition gebildet. Der Halter der Hunde gehörte als ehemaliger Stadtrat mit zu dieser Koalition. Und seit wann hackt eine Krähe der anderen Krähe ein Auge aus?

  3. Könnte bitte mal jemand die Chronologie der Ereignisse korrigieren? Der erste Angriff war im Dezember 2018. Der zweite bei welchem ein Welpe schwer verletzt und die Halter verletzt wurden, war am 05.01.2019. Bis heute geistert durch die Medien das Märchen vom bösen Nachbarn, der den Hund von Herrn W. abgestochen hat. Das wurde nie bewiesen und ist auch gerichtlich abgeschlossen wurden. Hier wurden durch Herrn W. die Opfer zu Tätern gemacht. Ein unhaltbarer Zustand der leider von bestimmten Medien (LVZ) ohne Prüfung übernommen wird. Damals sprang im übrigen auch der erste Kangal über einen zu niedrigen Zaun, aber das nur nebenbei… Die Aussage, dass sie immer durch geöffnete Tore entkommen sind, ist also auch falsch.

  4. Es war einmal eine kleine Stadt auf dem platten Land. Hier betrug es sich, dass ein einziger Bauernknecht ständig mit seiner schlecht gepflegten Kutsche und ohne jegliche Ahnung durch die 30er Zone raste. Damit hielt er viele Monde fast alle anderen Mägde und Knechte des Städtchens in Atem. Einige wurden verletzt, manche empörten sich. Andere die schreiben und denken konnten und mit dem Bauernknecht weder verwandt noch verschwägert waren, schrieben Beschwerdebriefe. Nur auf dem Schlossberg kam das nicht an. Die Briefe wurden zum anzünden der Herdfeuer benutzt oder verschimmelten im Kellerverlies.. Der Burgvogt war gerade dabei eine Instastory im Nachbardorf zu produzieren und der Ritter Rumpelstielzchen ( ach wie gut dass niemand ….) kannte den Kutschenknecht leider schon länger. Eines Tages betrug es sich, dass der Knecht wieder mal die Kontrolle über sein Kutsche verlor. Mensch und Tier kamen zu Schaden. Nun nahm man in einem Anfall von Geschäftigkeit dem Knecht sein Gefährt weg.
    Im Städtchen atmete man auf und hoffte der Spuk sei nun endlich vorbei.
    Jedoch stellte sich bald heraus, dass die Kutsche dem Knecht gar nicht gehörte. Das linke Vorderrad gehörte seinem Vater der früher auch so etwas wie ein Burgvogt war, das rechte Vorderrad gehört seiner Magd aus erster Ehe, das rechte Hinterrad dem Osterhasen und dass hinten links auch noch ein Rad war, wurde erst festgestellt als man die Kutsche abholte.
    Der wütende Knecht alarmierte nun sofort seine Leibwache nebst seinem Syndikus und bestand auf Herausgabe der Kutsche. Schließlich hatte Ritter Rumpelstielzchen mehrfach festgestellt, dass die Kutsche vollkommen in Ordnung sei.
    Und die Moral von der Geschichte? Neue Ritter kehren vielleicht besser!

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