Die angekündigte Videoüberwachung am Bahnhofsvorplatz in Taucha ist nun aktiv. Seit Freitag wird hier gefilmt und aufgezeichnet. Die Maßnahme soll für mehr Sicherheit sorgen. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Diebstählen und Beschädigungen von Fahrrädern.

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Im September 2020 machte der Stadtrat Taucha den Weg frei für eine Videoüberwachung am Bahnhof Taucha. Vorangegangen war ein Antrag der Unabhängigen Wähler Tauchas. Die Fraktion hatte Ende 2019 die Überwachung zweier Schwerpunkte beantragt: neben dem Bahnhofs-Umfeld sollte auch der Bereich der Straßenbahn-Endstelle per Video überwacht werden. Letzteres gestalte sich schwierig, hier seien erhebliche technische und finanzielle Mittel nötig. Leichter umzusetzen war vorerst die Videoüberwachung am Bahnhof.

Oliver Palm
Seit Freitag ist die Anlage aktiv und zeichnet alle Geschehnisse am Bahnhofsvorplatz und am Busbahnhof auf. Zum Einsatz kommen drei Kameras des kanadischen Herstellers Avigilon, teilt Oliver Palm mit. Der Sicherheitstechniker ist Inhaber des Unternehmens ST Palm aus Eilenburg und hat die Videoanlage installiert. Zwei Festkameras, deren Bild sich überschneidet und eine Schwenk-/Neigekamera zeichnen ein sehr hochauflösendes Bild auf. Trotz dass die Kameras am Fahrschein-Kiosk an einem sechs Meter hohen Mast hängen, kann bis ans Ende der Fahrradabstellablage gezoomt werden. Glasklar und ohne Bildrauschen. Die Schwenk-/Neigekamera sorge dafür, dass man einzelne Bereiche nochmals größer aufziehen könne, so Oliver Palm.

Die eingesetzte Software analysiert zudem das Bild, kann zwischen PKW und Bussen unterscheiden und beispielsweise auch erkennen, ob ein PKW entgegen der Fahrtrichtung unterwegs ist. Viel wichtiger aber: Wenn sich etwa eine Person länger an den Fahrradbügeln aufhält, gibt es bei der beauftragten Sicherheitsfirma Ost West Security aus Taucha einen Alarm. Dann kann ein Mitarbeiter den entsprechenden Bereich direkt ansehen und bei Bedarf auch über einen Lautsprecher den vermeintlichen Dieb auffordern, seine Handlungen zu unterlassen. Wie laut das ist, demonstrierte Oliver Palm am Freitag eindrucksvoll.

Die Videoanlage besteht aus zwei festen Kameras, einer Schwenk-/Neigekamera und einem Lautsprecher.

Die Aufnahmen werden sieben Tage lang gespeichert. Wer also Beschädigungen an seinem Fahrrad oder gar einen Diebstahl feststellt, sollte sich recht schnell an die Stadtverwaltung Taucha wenden, damit die Aufnahmen analysiert werden können. Mithilfe der Aufnahmen könnte dann bei entsprechender Veranlassung durch Polizei und Staatsanwaltschaft eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet werden.

„Mit der Maßnahme wollen wir für mehr Sicherheit am Bahnhofsvorplatz sorgen. Immer mehr Bürger nutzen die S-Bahn und stellen hier ihr Fahrrad ab, Vandalismus und Diebstahl nehmen zu. Darum mussten wir hier handeln und haben nach dem Antrag der Unabhängigen Wähler bereits im Jahr 2020 40.000 Euro in den Haushalt eingestellt“, sagte Bürgermeister Tobias Meier. Inzwischen sei klar, dass die Videoüberwachung mit 30.000 Euro über den Zweckverband Nahverkehr Leipzig (ZVNL) aus dem Programm „Sicheres Bahnhofsumfeld“ gefördert und der Haushalt also entlastet wird. Die Zustimmung des sächsischen Datenschutzbeauftragten sei nicht nötig gewesen, gleichwohl habe man sich dort aber rückversichert. An den Zugängen zum Bahnhofsvorplatz hängen große Schilder, die über die Videoaufzeichnung informieren.

Update, 13.50 Uhr:
Weil sich die Anmelder der heutigen Kundgebung am Bahnhof in ihrer Versammlungsfreiheit gestört fühlten, musste die Stadt Taucha die Kameras für den Zeitraum der Kundgebung mit einer Tüte verhängen. „Wir haben zu diesem Zweck die Feuerwehr beauftragt“, sagt Jens Rühling, Leiter Ordnung und Soziales im Rathaus. Künftig sollen solche temporären Abschaltungen der Videoanlage technisch gelöst werden. Die unkonventionelle Art und Weise heute war die schnellste, um die Kundgebung durchführen zu können, so Rühling.

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Veröffentlicht am 22. August 2021 um 13:19 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 22. August 2021 um 13:55 Uhr.

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