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Tauchas Bürgermeister und Stadträte bekennen sich zu Vielfalt, Toleranz und Demokratie

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Tauchas Stadträte und Bürgermeister Tobias Meier haben sich gemeinschaftlich für Vielfalt, Toleranz und Demokratie ausgesprochen. Die Vielfalt der Menschen mache Taucha lebenswert. Dies gelte es zu schützen, extremistischen Handlungen und Haltungen wolle man entschlossen entgegentreten.

Es sei der Wunsch des Gremiums, dass die Stadt Taucha ein Ort der Vielfalt bleibe, weiter erblühe und die Dinge, die im Miteinander der etwa 16.000 Bürger nicht gut laufen, zurückzudrängen, aber offen zu debattieren. Ohne dabei ungewollt Werbung für ungebetene und krude Gedanken und Aktionen zu bieten.

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Nicht genannt wurde in dem Papier, das am vergangenen Donnerstag während der Stadtratssitzung präsentiert wurde, warum diese Positionierung gerade jetzt veröffentlicht wurde. Hintergrund dürften die Entwicklungen um ein mutmaßlich rechtes Kampfsportstudio in Taucha sein. Selbiges besteht seit September vergangenen Jahres. Ende November war dann auf Indymedia zu lesen, dass die Einrichtung von „Antifaschist*innen“ angegriffen wurde. „Sie haben Fensterscheiben eingeschlagen, Buttersäure in den Innenräumen verteilt und ‚Gegen Nazi-Macker‘ an die Hausfassade gesprüht“, ist auf der Plattform zu lesen. Die Polizei teilte mit, dass am 30. November der vermeintliche Tatort aufgesucht wurde und Ermittlungen angestellt wurden.

Bereits seit Herbst 2020 sei beginnend mit Diskussionen im Ausschuss für Kultur, Schulen, Jugend, Soziales und Sport an dieser öffentlichen Positionierung gearbeitet worden. Mit dem vorliegenden Text seien alle Anregungen im Laufe der Beratungen aufgenommen und ein Kompromiss geschaffen worden. Der Text spiegele eine freundliche, tolerante Stadt in der offen und mit Respekt, auch bei unterschiedlichen Ansichten, miteinander umgegangen werde. „Wie es bekannt ist, gibt es selbst in unserem 20-köpfigen Stadtrat unterschiedliche Strömungen. Jedoch die benannten Grundwerte und Formulierungen stellen niemanden vor Gewissensprobleme – auch das ist leider heutzutage nicht selbstverständlich“, ist in der Vorbemerkung zu lesen.

Die Positionierung wurde von allen Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates sowie von dem fraktionslosen AfD-Stadtrat Klaus Hofmann unterschrieben.

Hier der Wortlaut:

„Wir wünschen uns Taucha als eine lebendige, lebensfrohe, tolerante und solidarische Stadt. Alle Einwohnerinnen und Einwohner sowie unsere Gäste gleich welcher Herkunft, Kultur, religiösen oder sozialen Zugehörigkeit sollen hier in Würde, in gegenseitigem Respekt, in Sicherheit und in Gerechtigkeit leben können.

Der Bürgermeister, die Stadträtinnen und Stadträte Tauchas treten deshalb konsequent dafür ein, dass die Würde keines Menschen herabgesetzt wird, und dass menschenverachtende Ideologien nicht salonfähig werden. Extremistischen Haltungen wollen wir entschlossen entgegentreten. Für sie gibt es keine Rechtfertigung.

Wir schützen deshalb alle diejenigen, die sich für eine demokratische Stadtgesellschaft einsetzen. Die Umsetzung dieser Ziele erfordert konkretes Handeln. Dazu gehört Stärken aufzuzeigen und Schwachstellen aufzudecken. Es ist sicherzustellen, dass die Gleichberechtigung und Mitmenschlichkeit bei allem städtischen Handeln und bei Entscheidungen des Stadtrates eingehalten werden.

Demokratische Werte zu leben ist nicht selbstverständlich und gelingt auch nicht im Selbstlauf.
Die Stadt vielfältig, tolerant und demokratisch auszugestalten, fordert ständige Anstrengungen von uns allen – wir alle sind Taucha!

Was wir gemeinsam als Stadtrat daraus machen, in welcher Form wir Menschen zusammenbringen, es schaffen gegen Extremismus aufzustehen, nicht wegzusehen, unsere Stadt positiv weiterzuentwickeln, liegt an uns selbst und wie wir unsere Mitmenschen für eine friedliche offene Stadt motivieren. Mit wem verbringen Tauchas Jugendliche ihre Freizeit, Sport und sind unterwegs? Sind Tauchas Familien genug sensibilisiert, Hetzern und menschenverachtenden Zeitgenossen entgegenzutreten?“

Hier gibt es die Pressemitteilung zur Erklärung als Download.

Die Diskussionen in den Ausschüssen haben begonnen, teilt die Stadtverwaltung weiter mit. Unter anderem könne der neue kommunale Präventionsrat eine Rolle einnehmen. Der Ausgang sei offen.

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Veröffentlicht am 16. Februar 2021 um 13:06 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 16. Februar 2021 um 14:24 Uhr.


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