Am Mittwoch kamen auf dem Markt rund 70 Menschen für eine Kundgebung gegen rechte Gewalt zusammen.

Unter dem Titel „Auf nach Taucha, rechte Raumnahme stoppen!“ will das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ am kommenden Sonnabend, 2. Juli, in Taucha demonstrieren. Anlass sei laut Ankündigung der mutmaßliche rechte Übergriff gegen einen 14-Jährigen sowie eine „allgemeine Handlungsnotwendigkeit“ gegen rechte Strukturen in Taucha. Am Mittwoch gab es bereits eine Kundgebung des Vereins SAfT e.V. auf dem Marktplatz.

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Seit Bekanntwerden der Berichterstattung über die Tat, von der noch immer nicht bekannt ist, ob sie sich so ereignete und wer das Opfer ist, wehren sich Tauchaer gegen die pauschale Aussage, Taucha wäre ein Hort für den Rechtsextremismus. Auch auf der gestrigen Kundgebung des Vereins Solidarische Alternativen für Taucha (SAfT) wurde das am Rande deutlich. Während Klaus-Dieter Jacob eine Liste des Projektes „Chronik LE“ mit in Taucha begangenen Taten wie Pöbeleien, das Einwerfen von Scheiben oder das Anbringen von „rechten“ Aufklebern verlas, wurde ein Besucher ungehalten: „Das sind alles unbestätigte Angaben, niemand weiß doch, ob das wirklich so war. Und ja, es existieren Aufkleber vom Dritten Weg und anderen rechten Gruppierungen. Wer sagt, dass das Tauchaer waren? Mal davon abgesehen, dass solche Aufkleber auch meist mit Antifa-Aufklebern beantwortet werden. Beides sieht nicht schön aus und ist Sachbeschädigung“, sagte der Bürger, der seinen Namen nicht veröffentlichen möchte. Generell sei Taucha eine weltoffene Stadt, führte er weiter aus. „Vergesst bitte nicht: Wir haben hier so eine Vielfalt an Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, angefangen bei der Gastro-Szene. Zum Ancient Trance Festival kommen jedes Jahr hunderte Menschen aus anderen Nationen. Viele Tauchaer engagieren sich in der Ukraine-Hilfe, haben Menschen aufgenommen, Sach- und Geldspenden gegeben. Ich verwehre mich wirklich gegen die Aussage, wir wären eine Fascho-Stadt, wie es aus der linken Szene gern heißt oder würden Rechtsextremismus hier dulden. Im Alltag taucht hier kein Rechtsextremismus auf“, so der Tauchaer.

Klaus-Dieter Jacob verlas eine Liste des Projektes Chronik LE mit mutmaßlichen Taten aus dem rechten Spektrum in Taucha.

Auch der SAfT e.V. wolle Taucha nicht in „eine rechte Ecke stellen“, teilt er heute auf seiner Website mit. Vielmehr gehe es darum, für eine lebenswerte, vielfältige und solidarische Gesellschaft zu streiten. „Engagement gegen und die Thematisierung von menschenverachtenden Einstellungen und Strukturen sind damit zwingend verbunden. Wir haben es oft erlebt, dass Tauchaer:innen sich zum Thema rechte Gewalt und Strukturen aus Angst gar nicht oder nur hinter vorgehaltener Hand äußern. Das gilt es zu ändern!“, heißt es auf der Website. Unter den etwa 70 Besuchern der Kundgebung waren auch rund zehn, die sich wohl selbst zum rechten Spektrum zählen dürften. Die Männer standen abseits, unterhielten sich. Einer wollte laut werden, wurde aber von der Polizei angesprochen. Am Ende wurde sachlich diskutiert.

Für Peer Oehler, Leiter des Polizeireviers Leipzig-Nord, der auch auf dem Markt zugegen war, ist der Fall des mutmaßlichen Übergriffs auf einen 14-Jährigen ziemlich schwierig, wie er sagte: „Für uns als Polizei ist es schwer zu ermitteln, wenn die Polizei nicht die erste Schutzinstanz ist, an die man sich wendet.“ Noch immer scheint nicht klar, ob der Vorfall tatsächlich stattgefunden hat, ob die mutmaßlichen Täter aus dem rechten Milieu kommen, warum sich das vermeintliche Opfer nicht an Vertrauenspersonen in Taucha sondern offenbar in der linken Szene Leipzigs gewandt hat. Auch kennt die Polizei noch immer nicht die Identität des Opfers, sucht weiter nach dem 14-Jährigen, dessen Eltern oder Zeugen.


Demonstration am Sonnabendnachmittag

All diese ungeklärten Fragen machen eine Einordnung der Tat für viele Tauchaer so schwierig. Und nicht wenige wären wohl zufrieden damit gewesen, wenn die friedliche Kundgebung am Mittwoch die einzige Aktion bleibt. Der Wunsch bleibt ungehört: Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft am kommenden Samstag, den 2. Juli, zu einer Demonstration in Taucha auf. Start soll um 15 Uhr am S-Bahnhof Taucha sein. Die Aktion Antifa Leipzig organisiere die gemeinsame Anreise ab Leipzig-Hauptbahnhof. In der Pressemitteilung nennt das Netzwerk als Grund, dass es am vergangenen Wochenende in Taucha zu einem rechten Übergriff gekommen sei. „Ein Jugendlicher war das Opfer und die Tat zeigte ein hohes Maß an Verrohung“, teilt „Leipzig nimmt Platz“ mit, ohne zu erwähnen, dass es bislang keine Beweise, Anhaltspunkte oder Zeugen für die mutmaßliche Tat gibt.

Für das Netzwerk spielt das wohl auch keine Rolle, denn es sei nicht der erste Vorfall dieser Art in Taucha. „Im vergangenen Jahr tauchten vermehrt Sticker auf, die sich gezielt gegen linke Personen richteten, bis hin zu offenen Drohungen. Als der Rote Stern vor zwei Jahren in Taucha auf den dortigen Verein traf, sammelten sich am Zaun bis zu 30 rechte Jugendliche, die Drohungen und Beleidigungen ausstießen. Die Zunahme solcher Taten hängt nicht zufällig damit zusammen, dass in Taucha seit einiger Zeit ein MMA-Verein aktiv ist, der wiederum zum Umfeld des Imperium Fight Teams von Neonazi Benjamin Brinsa gehört, wird „Theresa“ zitiert, die bei „Leipzig nimmt Platz“ und „Prisma Leipzig“ aktiv sei. Auch der Leipziger Stadrat Jürgen Kasek (Bündnis 90/Grüne) meint: „Wenn selbst die Polizei darauf hinweist, dass Handlungsnotwendigkeit bestehe, weil es in der Vergangenheit immer wieder zu rechten Übergriffen kam, ist es Zeit zu handeln. Wir müssen verhindern, dass sich in Taucha so gefestigte rechte Strukturen bilden, dass Übergriffe faktisch normal werden“, sagt er.

Klaus-Dieter Jacob vom SAfT e. V. stellt klar: „Wir wünschen uns für Taucha mehr Mut und Engagement für eine lebendige demokratische und weltoffene Stadtgesellschaft. Dafür reichen bloße Appelle und Lippenbekenntnisse nicht aus!“ Und Irena Rudolph-Kokot, SPD-Politikerin aus Leipzig erklärt, dass es auch in Leipzig-Stötteritz vor zwei Wochen „zu einem Zwischenfall“ kam. „Die Gruppen, die in Stötteritz aktiv sind, weisen Verbindungen nach Taucha auf. Neonazis fühlen sich in letzter Zeit zu wohl in Leipzig und im direkten Umland“, erklärt sie in der Pressemitteilung. Man werde nicht schweigen und nicht zusehen. Es sei notwendig, dass man darauf reagiere und den Rechten den Raum nehme.

Hier entlang verläuft die Demonstration

Die Demonstration am Sonnabend soll sich durch Teile des Stadtgebietes ziehen. Auf dem Markt ist eine Abschlusskundgebung geplant. Nun liegt die Route des Aufzugs vor:

Bahnhof, Südstraße, B 87, Theodor-Körner-Straße, Friedrich-Engels-Straße, E.-M.-Arndt-Straße, Karl-Marx-Straße, Südstraße, Lindner Straße, Portitzer Straße, Friedrich-Ebert-Straße, Thomas-Mann-Straße, Goethestraße, Paul-Henze-Straße, Graßdorfer Straße, Leipziger Straße, Markt.

Auf den genannten Straßen kommt es zwischen 15 und 18 Uhr zu Beeinträchtigungen. Der Aufzug wird von Polizeikräften begleitet. Der Parkplatz auf dem Markt ist am Sonnabend für Fahrzeuge gesperrt. Für die Demonstration ist als Versammlungsbehörde das Landratsamt Nordsachsen zuständig.

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(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 30. Juni 2022 um 18:15 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 1. Juli 2022 um 11:57 Uhr.

38 Kommentare

  1. Als Reaktion auf die Äußerungen des im Text zitierten anonymen Tauchaer Bürgers, verweisen zum Thema Alltäglichkeit von menschenverachtenden Einstellungen und rechten Übergriffen in Taucha an dieser Stelle nochmal auf das Positionspapier des Runden Tisch Taucha, welches 2019 gemeinsam erarbeitet und Anfang 2020 öffentlich vorgestellt wurde – https://saft.noblogs.org/saft-chronik/runder-tisch-taucha-30-01-2020/positionspapier-2019_runder-tisch-taucha/ und auf die Sammlung von https://chronikle.org/ereignisse?area=taucha sowie die Aussagen des Revierleiters https://www.taucha-kompakt.de/2022/rechter-uebergriff-in-taucha-polizei-ermittelt/.
    Es ist natürlich auch eine Wahrnehmungsfrage. Menschen, die von rechten Einschüchterungsversuchen betroffen waren und sind oder sich mit dem Thema ausführlich beschäftigen, sind viel sensibilisierter für solche Phänomene als „der Durchschnittsbürger“ [doofer Begriff, aber ihr wisst hoffentlich, was wir meinen]. Auch die Bedrohungslage unterscheidet sich.

  2. Eine Wahrnemungsfrage??
    Also völlig egal, ob dieser menschenverachtende Überfall statt gefunden hat, oder im Gehirn linker Spinner entstanden ist, um endlich schön Bambule mit Jule, in Taucha, zu machen??

  3. Es wäre schön, wenn hier auch mal paar Tauchaer den Arsch in der Hose hätten, was zu schreiben!!!
    Ich habe keine Lust mich hier von Rechts und! LINKKSRADIKALEN in unserer Stadt missbrauchen zu lassen! Geht heeme in Euer Antifaleipzig!

    • Hier nochmal ein ausführlicherer Text, den wir im Vorfeld der Demonstration verfasst haben:
      https://saft.noblogs.org/post/2022/07/01/ausfuehrlicheres-zur-demo-am-02-07-2022/

      UND Zitat von unserem BLOG:
      „Ein kleiner Nachtrag, weil an der ein oder anderen Stelle Zweifel an den Geschehnissen bzw. deren Darstellung zu vernehmen sind: Wir sind da im Zweifelsfall einfach erst mal parteiisch. Betroffenen wird ja häufig nicht geglaubt. Gleichzeitig gibt es natürlich auch Fälle, die sich später als Fake herausstellen. Wir haben abgewogen, versucht nach unseren Möglichkeiten zu prüfen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir das erst mal für glaubhaft & plausibel halten!“

      Empfehlenswert auch der Redebeitrag von LARA https://twitter.com/LeipzigARA/status/1543683965013446657

      • Gleichzeitig sagt Ihr ja aber auch, dass Ihr bereits im Kontakt mit dem mutmaßlich Betroffenen wart und der auch auf der Demo zugegen gewesen sein soll. Unterdessen sucht die Polizei weiter nach dem mutmaßlichen Geschädigten, während Ihr offenbar nicht verratet, wer es ist. Behindert Ihr damit nicht die Ermittlungen und schützt Ihr damit nicht auch die mutmaßlichen Täter? Wie ehrlich ist es, einerseits „rechte Raumnahme“ stoppen zu wollen, gleichzeitig aber nichts für die Aufklärung der mutmaßlichen Straftat zu leisten?

        • Mhh…Das hatten wir doch schon mal im direkten Kontakt als Thema

          Frag gerne nochmal bei der Beratungsstelle SUPPORT des RAA Sachsen e.V. nach, warum Betroffene sich nicht an die Polizei wenden. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum das nicht geschieht & wir werden weiterhin den Wunsch des Betroffenen & seiner Familie respektieren.

          „Rechte Raumnahme stoppen“ war das Demomotto von Leipzig Nimmt Platz und Aktion Antifa Leipzig. Auch der Polizei-Revierleiter hat im Taucher Stadtrat erklärt, dass der Phänomenbereich der Politisch Motivierten Kriminalität – rechts, als konkrete gesellschaftliche Dynamik in Taucha über konkrete polizeiliche Arbeit hinaus als Problem angegangen werden muss. Das fordern wir und andere Akteur:innen in Taucha seit ein paar Jahren, engagieren uns vor Ort und schließen uns der Einschätzung von Herrn Oehler an. Das heißt Polizeiarbeit kann und wird das Problem alleine nicht lösen. Natürlich kann sie potentiell einen Teil dazu beitragen. Nur auf den konkreten Fall vom 22.06.2022 und den Umgang damit zu verweisen, ist da einfach, aber nicht zielführend. Die polizeilichen Ermittlungen sind zudem abzuwarten. Wir haben in den Wissensstand keinen Einblick.
          Polizeiliche Ermittlungen führen ja auch nicht automatisch dazu, dass selbst wenn der Vorfall so geschehen ist, auch die Täter:innen zur Rechenschaft gezogen werden können, im Zweifelsfall könnte bspw. Aussage gegen Aussage stehen. Dann ist dem Betroffenen wenig geholfen, außer dass er sehr wahrscheinlich in der Öffentlichkeit steht und damit neue Gefahren für sich produziert.

          Wir betonen nochmal, wir achten hier aus gutem Grund die Bedürfnisse und Wünsche des Betroffenen. Wir orientieren uns dabei an der üblichen Praxis von Beratungsstellen für Betroffene von Gewalt.

        • SAfT scheint alle Hintergründe und das Opfer zu kennen, gibt aber keine Informationen heraus. Berechtigte Zweifel werden sofort mit dem Argument Opfer-Täter-Umkehr beantwortet.
          Nur die eigene Meinung wird zugelassen, jeden Kommentar mit einer anderen Meinung will man anscheinend nicht gelten lassen.
          Es entsteht der Eindruck, es sollen schön lange Gründe für Demonstrationen am Leben gehalten und ein Bekanntheitsgrad von SAfT geschaffen werden.
          Der Wille, diesen Vorfall wirklich aufzuklären bzw. aufklären zu lassen, ist für mich nicht erkennbar. Hier scheint jemand Unruhe schüren zu wollen.
          Ich hoffe, dass die Ermittlungen bald eingestellt werden, sollte das Opfer sich nicht melden bzw. ermittelt werden.

  4. Solange dieser mutmaßliche Fall weder bestätigt noch dementiert wurde, sind irgendwelche Demonstrationen nicht angebracht. Das erinnert an den Fall Ofarim …
    In diesem mutmaßlichen Fall wird sogar das vermeintliche Opfer noch gesucht, die Demonstranten sind aber schon da bzw. kommen noch aus Leipzig und wollen sich für Taucha engagieren. Danke, kein Bedarf!

    Taucha wird hier aufgrund eines mutmaßlich stattgefundenen rechten Übergriffes zu einer Hochburg der Rechten gemacht.
    Wo bleibt dazu ein vernünftiges und besonnenes Statement der Stadtverwaltung und des Bürgermeisters?! Sind Euch die Folgen egal? Regelmäßige Demonstrationen, die dann erfahrungsgemäß immer mehr von Linksradikalen unterwandert werden, Sachbeschädigungen, Krawalle und ein schlechter Ruf für unsere schöne Stadt?

    Um es vorsorglich nochmal zu betonen: Ich bin sowohl gegen rechte als auch gegen linke Gewalttaten und finde sowohl Rechts- als auch Linksradikalismus nicht gut.

    • Hallo,
      mal abgesehen davon, dass „der Fall Ofarim“ auch nicht abschließend geklärt ist (!), gibt es doch einige Unterschiede:
      Der in Taucha Betroffene hat sich an Personen gewendet, denen er vertraut, diese haben den Vorfall geprüft und dann nach Absprache mehrere Tage nach dem Übergriff öffentlich gemacht. Der Betroffene ist keine öffentliche Person. Er ist zudem minderjährig. Die Reaktion(en) in Form von Kundgebung & Demonstration erfolgten nicht spontan sondern frühestens eine Woche nach dem Vorfall. Es gab/gibt keinen Tatverdächtigen, der als Beschuldigter öffentlich benannt wurde.

      Ergänzend sei erwähnt:
      Im Rahmen der öffentlichen Versammlungen wurde immer wieder darauf verwiesen, dass es in Taucha engagierte Menschen gibt, die sich für eine vielfältige Stadtgesellschaft engagieren. Das Motto der Demo war nicht „Taucha ist scheiße“!

      Die Stadtverwaltung wartet wahrscheinlich die polizeilichen Ermittlungen ab, ABER wir hätten ein Statement auch begrüßt. Ansonsten verweisen wir auf unseren ersten Kommentar zum Artikel oben.

      Auch hier nochmal der Verweis auf den Redebeitrag von LARA https://twitter.com/LeipzigARA/status/1543683965013446657 (stellen wir in Kürze auch noch als .pdf zur Verfügung)

      Außerdem ein Kurzbericht von der Demonstration:
      https://saft.noblogs.org/post/2022/07/03/kurzbericht-zur-demonstration-vom-02-07-2022/

  5. Moin,

    Ich verachte auch jegliche Gewalt. Aber was mich wundert wie kann ein 14-jähriger um ein Uhr in der Nacht unterwegs sein? Ich würde die Eltern in die Pflicht nehmen, Verstoß gehen die Aufsichtspflicht. Ich würde schon als Eltern darauf bestehen, das mein Kind um 22.00 Uhr zu Hause ist. Es laufen genügend Spinner rum.

    • Hallo, der Beitrag tendiert leider auch zu einer Täter-Opfer-Umkehr. Das Problem sind doch vor allem erst mal „die Spinner“!
      Darüber wann, wie, warum der Betroffene draußen unterwegs war, kann man sicherlich spekulieren und auch solche Fragen, wie im vorangegangenen Beitrag, aufwerfen.
      An sich gilt doch aber:
      Solche Übergriffe sind zu verurteilen. Den Betroffenen gilt es nach so einer beschissenen Erfahrung zu unterstützen.

      Empfehlenswert auch der Redebeitrag von LARA https://twitter.com/LeipzigARA/status/1543683965013446657

  6. Möchte mich nochmal zu Wort melden.

    Ich möchte keine Täter-Opfer-Umkehr herbeireden, ich bin gegen jegliche Gewalt. Mich ärgert aber diese Drohkulisse die von der Demonstration ausgeht. Meine Familie, besonders mein Kind hat sich sehr geängstigt und bedroht gefühlt. Warum kann eine Demonstration nicht bunt und einladend sein, warum muss immer schwarz getragen werden? Mein Empfinden ist, man möchte provozieren aber keine Lösung herbeiführen.

    (Beitrag unabhängig von Linker- oder Rechter Meinung)
    Bitte Saft e.V., ihr könnt eure Lebenseinstellung leben und ich akzeptiere Diese auch. Aber oft habe ich das Gefühl, das meine Lebenseinstellung (Meinung) nicht akzeptiert wird.

    Danke

    • Danke für die Antwort.

      Die Kundgebung, die wir am Mittwoch auf dem Marktplatz abgehalten haben, war ja was den Kleidungsstil angeht nicht so einheitlich wie die Demonstration von Leipzig nimmt Platz und Aktion Antifa Leipzig am Samstag.

      Die Demonstration von Samstag als reine Provokation zu labeln greift doch viel zu kurz. Es gab zahlreiche inhaltliche Redebeiträge, die wir noch nachreichen und ausführliche Erklärungen zum Anlass.

      Das dass Auftreten einschüchternd wirken kann, verstehen wir. Wir hatten ja auch bewusst entschieden, bereits am Mittwoch ein anderes Format zu organisieren. Das solche Demos so aussehen, wie sie häufig aussehen ist Ergebnis einer längeren Entwicklung, die hoffentlich woanders schon mal gut ausgearbeitet wurde. Kurzfassung: Schutz durch Anonymität + subkulturell gewachsenes Phänomen

      In einer demokratischen Gesellschaft geht es doch darum verschiedene Positionen / Meinungen im politischen Streit auszutauschen und für bestimmte Ideen zu mobilisieren, um die weitere Entwicklung der Gesellschaft zu gestalten. Mal abgesehen davon, dass die Menschenrechte und das Grundgesetz ja durchaus auch einen inhaltlichen Rahmen vorgeben, setzen wir uns für eine vielfältige Gesellschaft, ABER damit auch klar gegen Diskriminierung ein. Vielleicht verstehen wir auch den Kern des letzten Absatzes nicht ganz?

  7. Lieber Saft ev, Eure Ausführungen sind an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Der betroffene Jugendliche, welcher angeblich schwerste rechtsradikale Repräsalien ( musste sich nackt ausziehen, wurde körperlich schwer verletzt), erleiden musste, stellt keine Anzeige und geht nicht zur Polizei???? Wer soll den Quatsch glauben? Klärt die Sache auf! Oder wollt Ihr hier nur ein 2. CONNEWITZ errichten?

  8. Lieber Tim,
    wenn du das lächerlich findest, dann mag das so sein. Zur Frage warum, Menschen trotz Gewalterfahrungen nicht zur Polizei gehen (siehe oben). Außerdem nochmal, es gab in den letzten Monaten nicht nur diesen einen Vorfall.
    2. Connewitz? Diese andauernden Connewitz-Bezugnahmen lenken doch nur von der inhaltlichen Auseinandersetzung ab. Wir schreiben und sagen doch an vielen Stellen was wir wollen !!!

    Solidarische Grüße
    SAfT e.V.

    • Kleine Ergänzung:
      Wenn wir davon ausgehen, dass sich der Betroffene aus verschiedenen Gründen (siehe oben) nicht sofort an die Polizei gewendet hat, dann wären die Relativierungen in den ganzen Kommentarspalten & auch der dort aufgebaute Druck auf jeden Fall keine Ermutigung diese zu tun.

  9. Ich möchte bitte, wie viele Tauchscher, dass der Vorfall aufgelärt wird und wenn so geschehen, die Täter eine gerechten Strafe erhalten. Ich möchte nicht, dass Eure Antifafreunde hier in Taucha die Bürger mit Ihrem martialischen Auftreten einschüchtern, was der einzige Zweck dieser Veranstaltung war.

  10. Hallo nochmal,
    also am Samstag gab es sowohl „Unmutsbekundungen“ von Passant*innen, als auch diverse Menschen unterschiedlichen Alters (teilweise mit Kindern), die am Rand der Demo standen, zugeschaut haben und die entweder durch Handzeichen Unterstützung signalisiert haben oder nach kurzem Gespräch zum Kontext Zustimmung geäußert haben. Es ist doch mitnichten so, dass ALLE Tauchaer*innen eingeschüchtert hinter den Gardinen saßen, wahrscheinlich waren die meisten am See oder beim AC-Fest.
    Die Leute am Rand, haben sich unterhalten und sahen ganz normal aus, sind nicht weggerannt o.ä.
    Du sprichst hier als genau so wenig für „Taucha“ wie wir!!! Im Gegensatz zu vielen Kommentator*innen behaupten wir eben gerade nicht für alle Tauchaer*innen zu sprechen.
    Es sind sogar Menschen aus Taucha mitgelaufen. Taucha ist doch keine homogene (einheitliche) Masse, die alle das gleiche denken, fühlen und vertreten!!! Dass waren auch nicht alles unsere Feund*innen, sondern Menschen, denen es aufgrund des Anliegens der Demonstration wichtig war nach Taucha zu kommen. Das steht doch jedem Menschen frei zu demonstrieren wo es als wichtig empfunden wird. Zum Anliegen der Demonstration haben wir jetzt schon genug auf diversen Kanälen geschrieben. Wenn das deine Meinung ist, okay. Wir sehen das anders.

  11. An Absurdität nicht zu übertreffen:

    Ein linker Blog „erfindet“ (es gibt ja keinerlei Beweise, Ermittlungen, also hat die Tat faktisch nicht stattgefunden) eine Straftat. Eine weitere fiktive Person des demonstrierenden Vereins (bist ja vlt. auch nur Fake und postet gern über Saft e.V) bestätigt, das Opfer zu kennen und wir sollen „glauben“, dass es wirklich so war. Und um diesem ganzen fiktiven Kram noch die Krone aufzusetzen, marschiert hier feucht fröhlich der schwarze Block ein, weil wir Tauchaer natürlich befreit werden müssen, weil wir hier ja scheinbar im dritten Reich leben. Der absolute Wahnsinn!

    Das Opfer soll sich bei der Polizei melden und die Tat soll dadurch aufgeklärt werden. Kommt es nicht dazu (und kommt nicht mit Opferschutz bla bla – da gibt es auch rechtsstaatliche Instrumente!), dann ist und bleibt es eine fiktive Tat. Eine erfundene Geschichte eines linken virtuellen Blogs ohne Impressum etc. Fake News halt.

    Es grüßt ein linker Bürger, der sich in diesen Tagen schämt, links zu sein. Der schwarze Block ist nicht links, er ist faschistisch! Und genau so war das Auftreten auch!

    • Hallo,
      wir können die Texte gerne auch auf die SAfT-Seite stellen, wenn sie den Bezug zum Verein in Zweifel ziehen. Voila https://saft.noblogs.org/kommentare/
      SAfT hat auch keine Mitarbeiter*innen. Wir engagieren uns aktuell alle ehrenamtlich.
      Wir hatten direkten Kontakt zum Betroffenen, auch schon vor der Veröffentlichung auf dem Blog der Gruppe Antifa Aktion Leipzig.
      Alles andere wurde hier schon ausführlich dargelegt.
      Was war an dem auftreten Der Demonstration von Leipzig Nimmt Platz und Aktion Antifa Leipzig faschistisch?
      Ein paar Jugendliche bzw. junge Erwachsene mit schwarzen Klamotten in loser Formation, die fertig von der Hitze bei der Zwischen- und Abschlusskundgebung auf dem Boden sitzen und ein paar Redebeiträgen lauschen, Menschen mit Fahrrädern, diverse Musikstile, linke Sprechchöre…sehr faschistisch. Haben Sie mal einen Fackelmarsch des III. Weg gesehen?

  12. SAfT scheint alle Hintergründe und das Opfer zu kennen, gibt aber keine Informationen heraus. Berechtigte Zweifel werden sofort mit dem Argument Opfer-Täter-Umkehr beantwortet.
    Nur die eigene Meinung wird zugelassen, jeden Kommentar mit einer anderen Meinung will man anscheinend nicht gelten lassen.
    Es entsteht der Eindruck, es sollen schön lange Gründe für Demonstrationen am Leben gehalten und ein Bekanntheitsgrad von SAfT geschaffen werden.
    Der Wille, diesen Vorfall wirklich aufzuklären bzw. aufklären zu lassen, ist für mich nicht erkennbar. Hier scheint jemand Unruhe schüren zu wollen.
    Ich hoffe, dass die Ermittlungen bald eingestellt werden, sollte das vermeintliche Opfer sich nicht melden bzw. ermittelt werden.

    • Auf jeden einzelnen Punkt wurde in den vorangegangenen Beiträgen von uns ausführlich eingegangen. Darauf wird in dem Beitrag null Bezug genommen.

      Neu sind die Vorwürfe, wir würden das alles nur machen, um die eigene Bekanntheit zu steigern und wollen Unruhe schüren. Die Vorwürfe gehören zum Standardrepertoire der Abwehrreflexe.

      Unruhe für was? Wozu? Warum?

      Seien Sie sich sicher, auf Bekanntheit durch solche Vorfälle und die Auseinandersetzung damit würden wir gerne verzichten! Uns bereiteten der Aufwand bzgl. Kommunikation und Organisation seit dem 22.07.2022 keine Freude, aber wir finden es trotzdem wichtig.

      Was haben wir denn von den 20+ Follower*innen mehr bei twitter und den drei Presseartikeln?

      Zitat aus unserem Kommentar unter diesem Taucha-Kompakt-Artikel vom 04.07.2022 / 16:20Uhr: „Wenn das deine Meinung ist, okay. Wir sehen das anders.“

      Gute Nacht

  13. Sehr geehrter Vertreter des SAfT e.V. ich finde es bewundernswert ihre Worte zu lesen. Man merkt richtig wie sie in diesen Dingen geschult, talentiert oder beides sind.

    Deshalb frage ich sie mit ehrlichem Interesse, was unterscheidet die Linke Gruppe von anderen Meinungs-Gruppen? Und bitte seien sie zu sich ehrlich, bei dieser Gruppe am Samstag hat es sich nicht um eine gemäßigte Gruppe gehandelt. Wir reden hier von der Antifa.

    Bitte helfen sie mir, es zu verstehen. Ich bin ein Mensch aus der Mitte der Gesellschaft, der sich gegen Rassismus, gegen Gewalt, gegen Umweltverschmutzung, gegen sozial Ungerechtigkeit usw. ausspricht und handelt.

    Ich verstehe nicht, warum die Gewalt (Bsp.: Connewitz) ihrer Meinungs-Gruppe und Angriffe auf Menschen besser und gerechtferigt ist, als die Gewalt und Angriffe anderer Meinungs-Gruppen.

    Warum das Graffiti ihrer Meinungs-Gruppe besser, schöner und gerechtferigt ist.

    Warum das Zerstören von gemeinsamen Eigentums (Bsp.: Fahrzeuge Polizei) durch ihre Meinungs-Gruppe besser und gerechtfertigt ist? Fahrzeuge werden benötigt bei Notsituationen, Bsp. häusliche Gewalt, Gewalt auf offener Straße, schnelle Hilfe bei Unfällen, lebensbedrohliche Notsituationen usw..

    Warum das Zerstören von privatem Eigentum (Fahrzeuge von Menschen mittlerer und unterer Einkommensgruppen) besser und gerechtfertigt ist.

    Danke für ihre Antwort

    • Kurz vornweg. Wir rahmen unsere Engagement selbst nicht als links oder bezeichnen uns nicht als linken Verein. Unser Selbstverständnis hier: https://saft.noblogs.org/werwiewas-saft/selbstverstandnis/ Von den Inhalten her liegt so eine Zuordnung vielleicht nahe, wenn man das ernsthafte Engagement gegen Diskriminierung und die dahinter liegenden Strukturen nicht als Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens sieht.

      „Deshalb frage ich sie mit ehrlichem Interesse, was unterscheidet die Linke Gruppe von anderen Meinungs-Gruppen?“
      Es gibt verschiedene Meinungen und politische Ansichten. Diese werden im besten Fall im politischen Streit ausgetauscht, mit Argumenten um Zustimmung gerungen, Überzeugungsarbeit geleistet und Kompromisse gesucht. Teil der Auseinandersetzung ist es auch die eigene Meinung/Position als richtig zu empfinden (weil man überzeugt ist, an etwas glaubt, auf den eigenen Vorteil bedacht ist oder oder) und andere Meinungen/Positionen zu kritisieren. Von was wir bei SAfT e.V. überzeugt sind, was uns antreibt, haben wir im Selbstverständnis und in diesem Text 2019 versucht zu Papier zu bringen.

      „Und bitte seien sie zu sich ehrlich, bei dieser Gruppe am Samstag hat es sich nicht um eine gemäßigte Gruppe gehandelt. Wir reden hier von der Antifa.“
      Es gibt nicht DIE ANTIFA. Es gibt eine antifaschistische Bewegung, mit unterschiedlichsten Gruppen, Strömungen und Inhalten. Die inhaltlichen Redebeiträge, von vor Ort teilweise präsenten Gruppen, dokumentieren wir auf dem Blog. Die Demonstration war keine einheitliche Gruppe, nicht von den Inhalten und auch nicht vom Auftreten. Zum Auftreten der ersten Reihen steht in einem vorangegangenen Kommentar bereits etwas. Wir treten als SAfT e.V. anders auf, dass konnten Sie am Mittwoch 02.07.2022 beobachten (siehe oben). Wir halten das Auftreten der Demonstrationsteilnehmer*innen am 07.07.2022 aber für erklärbar, ohne dass es deswegen alle anderen gut finden müssen! Alles weitere dazu haben wir hier eigentlich bereits formuliert: https://saft.noblogs.org/post/2022/07/01/ausfuehrlicheres-zur-demo-am-02-07-2022/
      Empfehlenswert ist in diesem Kontext, einfach nur um Prozesse und Dynamiken zu verstehen (dafür braucht man ja nicht inhaltlich überzeugt sein), das Buch „30 Jahre Antifa in Ostdeutschland“. Das ist aktuell vergriffen. Wir könnten es als SAfT e.V. der Tauchaer Bibliothek schenken, wenn es wieder verfügbar ist. [Das haben wir übrigens auch schon mit anderen neu angeschafften Büchern und einer DVD so gemacht.]

      „Bitte helfen sie mir, es zu verstehen. Ich bin ein Mensch aus der Mitte der Gesellschaft, der sich gegen Rassismus, gegen Gewalt, gegen Umweltverschmutzung, gegen sozial Ungerechtigkeit usw. ausspricht und handelt.
      Ich verstehe nicht, warum die Gewalt (Bsp.: Connewitz) ihrer Meinungs-Gruppe und Angriffe auf Menschen besser und gerechtfertigt ist, als die Gewalt und Angriffe anderer Meinungs-Gruppen.“
      Warum das Graffiti ihrer Meinungs-Gruppe besser, schöner und gerechtfertigt ist.
      Warum das Zerstören von gemeinsamen Eigentums (Bsp.: Fahrzeuge Polizei) durch ihre Meinungs-Gruppe besser und gerechtfertigt ist? Fahrzeuge werden benötigt bei Notsituationen, Bsp. häusliche Gewalt, Gewalt auf offener Straße, schnelle Hilfe bei Unfällen, lebensbedrohliche Notsituationen usw.. Warum das Zerstören von privatem Eigentum (Fahrzeuge von Menschen mittlerer und unterer Einkommensgruppen) besser und gerechtfertigt ist. “

      Das führt ja schon wieder vom eigentlichen Thema weg. In Taucha gab es am 07.07.2022 keine Angriffe aus der Demonstration. Sie können auch nicht davon ausgehen, dass die dort Anwesenden in die von Ihnen beschriebenen Sachverhalte involviert sind. Wie wir als SAfT e.V. arbeiten, konnten Sie doch die letzten Jahre beobachten. Unsere „Aktionsformen“ sind die von Ihnen Vorgebrachten doch ganz offensichtlich nicht.

      Beim Thema Graffiti und Sticker, gibt es in Taucha ja nicht nur Aufkleber mit explizit politischem Inhalt sondern auch diverse Sticker mit Fußballbezug und andere. Über die wird sich häufig sehr selten aufgeregt. Stickern und Sprayen ist (ob es uns nun gefällt oder nicht) teil der politischen Auseinandersetzung um Räume. Vor wenigen Jahren gab es in und um Taucha großflächige Graffiti und Tags mit extrem rechten Inhalt wie „Nazi Kiez“, „NS-Jetzt“, „NS-Zone“ und andere. Dieser rechten Präsenz, die ja auch mit realen Treffpunkten von rechten Jugendlichen in Taucha einher ging, wurde einerseits damit begegnet diese Bilder und Sprüche zu entfernen oder sie wurden teilweise überklebt oder übermalt. Es gab auch Sticker auf denen Stand „Taucha bleibt rechts“. Taucha wurde also von Akteur*innen aus dem extrem rechten Spektrum beansprucht, symbolisch aber auch durch direkte Einschüchterungsversuche und Bedrohungen. Auf der Ebene von solchen Markierungen spielen sich eben gesellschaftliche Auseinandersetzungen ab oder spiegeln sich in diesen wieder. Nun wird es nicht schwer zu erraten sein, dass wir es weniger schlimm finden, wenn irgendwo ein Sticker mit „Refugees Welcome“ drauf klebt oder mal ein Spruch steht, der sich eben gegen jene rechte Alltagspräsenz richtet, als wenn irgendwo der historische Nationalsozialismus gehuldigt wird. Fest steht doch auch, es wurde außer die Putzaktionen vom Jugendparlament und anderen kaum etwas unternommen. Im Alltag waren es häufig auch Aktive bei SAfT e.V., die dafür gesorgt haben, dass rechte Propaganda schnell verschwindet, Aufkleber abgepiepelt oder rechte Slogans unlesbar gemacht wurden. Eine kurzweilige Einstiegslektüre könnte dieses Buch bieten: https://www.unrast-verlag.de/index.php/reihen/transparent/kaempfe-um-raumhoheit-356-detail. Einen Text gibt es dort auch als Leseprobe im pdf-Format online. Wir bei SAfT sind alle Ü30 oder eher noch die meisten Ü40. Wir verstehen uns nicht „als linke Rand“ von Taucha, sondern als denkende kritische Menschen. Wir hatten das Gefühl, auch basierend auf eigenen Erfahrungen und den Erfahrungen unserer Kinder mit Einschüchterungen in Taucha, dass Engagement in Taucha dringend notwendig ist. Dass sich in kleineren Stadtgesellschaften häufig lieber ausgeschwiegen wird über Probleme mit extremen Rechten ist nicht neu und auch kein Einzelphänomen. Wer so etwas thematisiert ist dann erst mal der*die Nestbeschmutzer*in, wirkliche Unterstützung gerade aus der selbst-ernannten „Mitte der Gesellschaft“ rar. Das ist auch der Grund warum es wichtig ist, dass verschiedene Initiativen sich gegenseitig unterstützen, zusammenarbeiten und Solidarität zeigen, wenn es notwendig scheint und die Stille vor Ort schwer zu ertragen wird, sich absehbar nichts verändert. Wir stehen im engen Austausch mit Initiativen aus ganz Sachsen, sie alle müssen mit ähnlichen Hürden und ähnlicher Kritik umgehen. Wir kennen das schon.
      So weit im Sinne des Vereins.

      ____
      Ich wechsel mal zum Ich ;-)
      Thema: Unterschied linke und rechte Gewalt.
      Ich kann das versuchen zu erklären (also die Logik evtl. nachvollziehbar machen), ABER Achtung, ohne dass ich und wir als SAfT e.V. es damit rechtfertigen oder befürworten wollen!!!!!!!!!!! Ganz besonders distanzieren möchten wir uns von historischen und aktuellen autoritären und vermeintlich kommunistischen Systemen, die auf der gewaltvollen Unterdrückung von Verschiedenheit & Vielfalt beruhen.

      Die gängige Begründung zur Rechtfertigung von Angriffen auf bspw. Neonazis ist: Neonazis sind Menschenfeinde. Sie wollen mit Gewalt in all ihren Formen diskriminieren, selektieren, dominieren ggf. auch Menschenleben auslöschen. Da der Staat nicht ausreichend tut (hier wird sich meist auf viele historische Beispiele bezogen), muss die Sache selbst in die Hand genommen werden, um schlimmeres zu verhindern. So sollen rechte Übergriffe quasi aktiv verhindert werden. Das muss nicht überzeugen, aber ist die Logik dahinter.

      Die Statistik zeigt ja bspw. im Bezug auf tödliche Gewalt nach „politischen Lagern“ sehr eindeutig Unterschiede. Es gibt offensichtlich qualitative (Art & Weise) und quantitative (Menge) Unterschiede. Siehe bspw. https://katapult-magazin.de/de/artikel/gegenueberstellung-politisch-motivierter-gewalt

      Die Polizei ist von einigen als Feind markiert. Das Abbrennen von Polizeiautos wird dann als widerständiger Akt gegen eine repressives, wahlweise von rechten Umtrieben durchzogenes, System gerahmt oder dient in der konkreten Situation bspw. bei Gegendemos o.ä. einem strategischen Vorteil.

      Sachschaden bei Demonstrationen gegen Nazis oder aus anderen politischen Anlässen sollen entweder die Kosten für die jeweiligen „Veranstaltungen“ in die Höhe treiben und sie somit „unattraktiver“ machen. Beispiel in Leipzig findet eine Demonstration des III. Weg statt. Mit Randale soll eine für die Polizei unkontrollierbare Situation erzeugt werden, damit die Demo nicht laufen kann. Mit mal mehr, mal weniger gezielten Sachbeschädigungen sollen die allgemeinen Kosten (Geld, Aufwand, Druck durch empörte Eigentümer*innen) so in die Höhe getrieben werden, dass sich die Stadt beim nächsten mal gut überlegt, ob sie eine Demo nicht verbietet, verkürzt, verlegt o.ä.

      Sachbeschädigungen können aber auch gezielt für öffentliche Aufmerksamkeit eingesetzt werden. Über eine Demonstration und deren Inhalte wird (wurde?) häufiger berichtet, „wenn was los war“, als wenn sie einfach friedlich und ohne Störungen verlief. Gutes Beispiel: Die Demonstration und Kundgebung in Taucha, wurden in den Medieninformationen der Polizei Sachsen nicht erwähnt (außer ich habe es übersehen).

      So und bevor jetzt alle sagen, ich muss ja ein*r von den ganz Bösen sein, woher soll ich es sonst wissen. Ich hab mich im Rahmen meiner Master-Arbeit mit der Situation in Taucha beschäftigt, einiges zum Thema gelesen, war in meiner Jugend, wie auch andere SAfTis selber von rechten Übergriffen betroffen und mit den Themen und Fragestellungen von oben konfrontiert.

      Und nochmal. Dies ist keine Rechtfertigung, soll aber vielleicht die dahinter liegenden Handlungslogiken verdeutlichen. Ob diese tatsächlich im Sinne der „Anwender*innen“ funktionieren, wäre ja auch noch zu diskutieren.

      So und jetzt gerne zurück zu Taucha!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

      Verstehen wir es als kleine Exkursion in die politische Bildungsarbeit.

      Gute Nacht

      eine müde Person von SAfT e.V. ;-)

  14. Sehr geehrter Rainer,
    Danke für die Blumen und schön, dass Interesse an der Auseinandersetzung besteht!!! Das wird ein Bisschen Schreibarbeit, also haben Sie bitte ein wenig Geduld. Aber die Antwort kommt.

  15. Voll Ihrer Meinung, Tauchaer und Rainer. Nun muss der Rübensaftverein erstmal Hero Kaaasek um Hilfe bitten.

  16. Hallo Tim,
    in unseren Beiträgen haben wir versucht auf die anderen Beiträge einzugehen und verschiedene Argumente und Sichtweisen ausgeführt. Wenn sich darauf nicht bezogen wird, macht das diskutieren hier auch keinen Sinn. Verstehst du die formulierten Positionen, begrüßt du sie oder lehnst du sie ab und warum kommst du zu deiner Einschätzung? Ohne Argumentation wird das nichts mit inhaltlicher Debatte. Es kommen nur dauernd neue Vorwürfe, reine Meinungsbekundungen oder Versuche SAfT als Verein ins Lächerliche zu ziehen, wahlweise kombiniert mit Themenhopping. Jede*r kann ja eine Meinung haben, aber wenn man eigene Haltungen, Einstellungen und Meinungsäußerungen nicht begründen kann, dann diskutiert es sich schlecht. Dann kann man auch niemanden überzeugen o.ä. . Dann gibt es auch keine Debatte sondern nur irgendwelche leeren Parolen, mit denen versucht wird zu mobilisieren. Hier sind wir ja gerade auf einer Plattform, wo debattieren möglich ist. … und damit haben die Kundgebung und die Demonstration übrigens schon ein Ziel erreicht: Es gibt eine öffentliche Auseinandersetzung. Mal sehen, wie tief sie geht, wie lange sie dauert und zu welchem Zwischenergebnis sie kommt. @Rainer: Kommt noch.

    • Liebe Freunde…leere Parolen gibt es nur von Euch, da nix bewiesen ist! Meine Meinung, Eure linksradikale Einstellung ist keinen Deut besser, als Rechtsradikale. Wenn Ihr an der Macht wäret, ich kenne das aus 15 Jahren DDR, würdet Ihr, so wie jetzt auch, keine andere Meinung zulassen, die Menschen verfolgen, wie jetzt einschüchtern und es gäbe keine Demokratie. Ihr glaubt es nicht, weil Ihr zu jung seid, aber es wäre so.

  17. Nur als kleine Info. Der jüngste Beitrag wurde, weil er eine direkte Antwort auf einen Beitrag darstellt, weiter oben im Diskussionsverlauf einsortiert. Nur damit niemand wartet….veröffentlicht am 05. Juli 22:18Uhr.

  18. „… und damit haben die Kundgebung und die Demonstration übrigens schon ein Ziel erreicht: Es gibt eine öffentliche Auseinandersetzung. Mal sehen, wie tief sie geht, wie lange sie dauert und zu welchem Zwischenergebnis sie kommt. … “

    Dieses Zitat sagt meiner Meinung nach alles darüber aus, wie die Geschehnisse und das „Engagement“ des SAfT einzuordnen sind.

    • Lieber Tauchaer,
      helfen Sie uns doch mal auf die Sprünge. Wir checken es nicht! Was soll das bedeuten?
      Wäre doch schön die Gelegenheit zu nutzen hier mal Klartext zu sprechen und nicht so unterschwellig Kritik zu üben, die die Leser*in dann selbst interpretieren muss.
      Danke

  19. Das mutmaßliche Opfer der vermeintlichen Tat sollte sich doch endlich überwinden, mit gutem Zureden und Überzeugungsarbeit des SAfT sich vertrauensvoll an die Polizei zu wenden. Ein gewisses Vertrauen in die Polizei seitens von SAfT lässt sich ja durch das wiederholte Zitieren entsprechender Aussagen zu rechten Tendenzen und Vorfällen erkennen.
    Die Wahrscheinlichkeit ist dann hoch, dass sich alles aufklärt und die mutmaßlichen Täter gefasst und bestraft werden.
    Das wäre schon mal ein Anfang gegen die Raumnahme rechter Tendenzen und sollte doch auch ein Ziel von SAfT sein.

  20. Aber gern:
    Ich entnehme dem Zitat, dass es dem SAfT vorrangig darum geht, eine öffentliche Auseinandersetzung, in welcher Form und welcher Tiefe auch immer, zu führen. Deutlicher muss ich dazu nichts formulieren, es sollte klar sein, wie das Zitat, vor allem im Zusammenhang mit der plötzlich gewünschten Ersetzung von Begrifflichkeiten, zu bewerten ist.
    Ich kann nicht erkennen, dass wirkliches Interesse besteht, den mutmaßlichen Vorfall aufklären zu lassen.

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