Foto: Nick Liebold
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Die Straßenbaustelle B87 an der Einmündung Portitzer Straße kommt gut voran. Bereits gesetzt sind die Bordsteine. Jetzt folgt die Umverlegung der Verkehrsinsel. Dafür mussten auch Fundamente der alten Bürgerruhe entfernt werden.

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Mit dem Begriff „Bürgerruhe“ wissen wohl nur ältere oder geschichtlich interessierte Tauchaer noch etwas anzufangen. Die Bürgerruhe war ursprünglich eine Gaststätte. Das Gebäude stand seit Ende der 1870er Jahre auf der Verkehrsinsel zwischen Portitzer Straße und Endstelle der Straßenbahn. In den 1970er Jahren wurde es abgerissen. Heute heißt nur noch die Endstelle beziehungsweise die schmale Straße, auf der die Gleise verlaufen „An der Bürgerruhe“ und drei Wohnhäuser tragen diese Anschrift. Dieser Tage wurden bei den aktuell laufenden Arbeiten an der Bundesstraße 87 sozusagen die letzten Reste der Bürgerruhe gefunden und beseitigt. „Wir haben zunächst den Straßenkörper, also den Fahrbahnbelag abgebrochen und auch den Inselbereich entfernt. Dabei wurden Grundmauern und vor allem Ziegelbruchsteine der Bürgerruhe gefunden“, sagt Manuel Burke vom Fachbereich Bauwesen im Rathaus. Um die Tragfähigkeit wiederherzustellen, muss der Bereich nun aufgefüllt werden. Extrakosten verursache dies nicht. „Es wurde ein Baugrundgutachten erstellt, so dass wir bereits davon ausgingen, dass im Inselbereich mehr Arbeit zu leisten ist“, so Burke weiter.

Mauerreste und alte Ziegel der Bürgerruhe fanden sich im Erdreich.

Die Arbeiten auf der Bundesstraße 87 selbst sind bereits gut vorangeschritten: Die alten Natursteinborde wurden entfernt und gegen neue Betonborde ersetzt. Bevor aber der Straßenoberbau erfolgen kann, sind noch einige Arbeiten nötig, wie der zuständige Bauleiter vom ausführenden Bauunternehmen Reif erklärt: „Die Schachthöhen der Medienträger, also Telekom, Vodafone, Mitnetz Strom und so weiter, müssen noch angepasst und die Kabel um- oder tiefergelegt werden. Außerdem sollen weitere Kabel und Leerrohre für die neuen Lichtsignalanlagen im Straßenbereich verlegt werden. Zudem müssen Kabelschächte und Fundamente für die neuen Signalanlagen gesetzt werden.“ Der Fußweg in der Leipziger Straße 35 bis 39 soll ebenfalls noch vor dem Straßenbau erfolgen. Der Fußgängerverkehr soll in diesem Zeitraum eingezäunt durch die Baustelle geführt werden. Dies erfolge in zwei Bauabschnitten, so dass die Zufahrt zur Physiotherapie, Sonnenstudio und dem Bistro weitgehend gewährleistet werden könne, teilt die Stadtverwaltung mit.

Die Öffnung der B87 ist für den 28. Oktober vorgesehen.

Die Einmündung Portitzer Straße wird neu aufgeteilt: Künftig wird der Verkehr mittels einer Ampel geregelt. Diese soll mit der Ampel an der Kreuzung kombiniert sein. Auch Fußgängerampeln entstehen dort natürlich. Aus Richtung Leipzig wird es an der Einmündung Portitzer Straße eine Linksabbieger-Spur und eine Geradeaus-Spur geben. Dafür müssen die Parkflächen vor der Volksbank, Spielbank bzw. dem Ärztehaus entfallen. Auch die Taxiplätze gibt es dann nicht mehr. Eingebogen auf die Portitzer Straße wird dann aus Richtung Leipzig vor der großen Insel statt dahinter. Die eigentliche „Bürgerruhen-Insel“ wird verkleinert und in Richtung Portitzer Straße „geschoben“, so dass aus Richtung Eilenburg die Einfahrt in die Portitzer Straße von derzeit sechs Meter auf 3,75 Meter verschmälert wird.

An der Einmündung Karl-Große-Straße beginnt die Fahrbahnverschwenkung und Neuaufteilung mit einer Geradeaus- und einer Linksabbieger-Spur.

Neue Gestaltung der Verkehrsinsel mit Postmeilensäule

Die neue Dreiecks-Insel soll diverse Elemente erhalten. Durch das Unternehmen Comedia Concept sollen neue Sicherungsgeländer mit Werbemöglichkeiten installiert werden. Zudem setze die Firma Ströer eine neue Litfaßsäule. Ebenso sei ein neuer dreiarmiger Beleuchtungsmast geplant. Die derzeitige Uhr soll vorerst demontiert werden. Ob sie wieder aufgestellt wird, sei noch nicht klar.

Ein kleines Novum soll ebenso entstehen: Stadtrat und Schlossvereins-Vorsitzender Jürgen Ullrich möchte auf der Insel eine historische Postmeilensäule aufstellen. „Vor einigen Jahren ist mir aufgefallen, dass Taucha mal eine Postmeilensäule hatte. Ich wusste, dass das Unterteil jahrelang im Hof des Museums lag. Also habe ich recherchiert und eine Rundmail an Steinmetze verfasst, um den Verbleib des Unterteils in Erfahrung zu bringen“, schildert Jürgen Ullrich seine Recherche. Tatsächlich meldete sich der Natursteinhändler Robert Hirsch aus Geithain, dass der so genannte Stempel bei ihm liege. „Hirsch ist Mitglied in der Arbeitsgruppe Kursächische Postmeilensäulen und bestrebt, die ehemaligen Säulen zu sanieren. Allerdings erwies sich der Stempel als nicht geeignet, er war einfach zu verwittert und schlecht erhalten. Darum wollen wir die Säule komplett neu bauen“, so Ullrich.

Nachdem der Entschluss gefasst wurde, sei nach einem guten Platz gesucht worden. „Die Arbeitsgruppe möchte, dass sie möglichst dort steht, wo sie damals stand. Das wäre heute gegenüber der jetzigen Südstraße. Dort ergibt sie aber keinen Sinn. Auf der Insel wäre sie sehr repräsentativ, weshalb wir diese exponierte Stelle nun gemeinsam mit der Stadtverwaltung ausgewählt haben“, so Ullrich weiter. Rund 16.000 Euro soll die Säule kosten, finanziert über drei bis vier Sponsoren. Komplett finanziert sei sie noch nicht, ein Sponsor werde noch gesucht. Aussehen soll die Säule wie ein Obelisk. Etwa 2,18 Meter hoch, komplett aus Granit und mit einer leicht vergoldeten Spitze. Eingraviert werden sollen die Entfernungen nach Leipzig, Eilenburg, Torgau und Hainichen. Nicht etwa in Kilometern, sondern in der Zeit, die man damals mit der Postkutsche gebraucht hat.

Arbeiten liegen im Plan

Generell liege die Baustelle im Zeitplan, teilen die Projektbeteiligten mit. Wenn die B87 dann Ende Oktober wieder freigegeben ist, erfolge de Straßenbau in der Portitzer Straße, der bis etwa Ende des Jahres dauern soll. Von der B87 bis zum Trogbauwerk soll die Straße saniert werden. Noch nicht beseitigt werde dabei das Kopfsteinpflaster im Gleisbereich der Leipziger Verkehrsbetriebe. Wie Sprecher Marc Backhaus auf Anfrage mitteilt, werde ab 2025 die gesamte Straßenbahnstrecke in Taucha barrierefrei gestaltet. „In dem Zuge befassen wir uns auch mit dem grundhaften Ausbau der Wendeschleife“, sagt er. So lange bleibe das in schlechtem Zustand befindliche Kopfsteinpflaster also neben dem dann frischen und glatten Asphalt bestehen.

Foto: Nick Liebold
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Veröffentlicht am 6. September 2022 um 10:15 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 6. September 2022 um 10:18 Uhr.

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