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Nach der Veröffentlichung eines mutmaßlichen Übergriffs gegen einen 14-Jährigen laufen die Ermittlungen an. Für den morgigen Abend ist eine Kundgebung auf dem Markt geplant.

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Eine unglaubliche Tat soll sich laut inoffiziellen Quellen am frühen Morgen des 22. Juni zugetragen haben. Den Schilderungen nach soll ein 14-Jähriger über mehrere Stunden von zwei weiteren Jugendlichen festgehalten, genötigt, bespuckt und geschlagen worden sein. Zudem soll er nur in Unterhose durch die Straßen geführt worden sein. Auslöser war nach den Aufzeichnungen in zwei Blogs das Sprühen eines vermeintlich „linken“ Graffiti durch den 14-Jährigen. Seit Bekanntwerden existieren viele Fragen: Warum wurde keine Anzeige erstattet? Wer sind die mutmaßlichen Täter? Wem vertraute sich der 14-Jährige an? Hat jemand etwas mitbekommen, gibt es also Zeugen? Wer ist der 14-Jährige überhaupt?

Die Beantwortung dieser Fragen ist schwierig, die Faktenlage spärlich. Zumindest das Graffiti soll existieren. Zeugen gibt es wohl keine, weder für das Sprühen noch für die Misshandlung des 14-Jährigen. Im Umfeld des Tatortes in Graßdorf und der Portitzer Siedlung zwischen Graßdorfer und Portitzer Straße hat nach ersten Erkenntnissen niemand etwas von der Drangsalierung des Jugendlichen mitbekommen. So gab es keine Hinweise von Zeugen an die Polizei oder das Ordnungsamt. Auch aus dem Umfeld der Oberschule, die sowohl Täter als auch Opfer besuchen sollen, ist aktuell nichts zu dem Vorfall zu hören. Eine kurze Umfrage unter den Tauchaer Stadträten ergab ebenfalls, dass die Tat erst seit dem gestrigen Tage durch die Veröffentlichungen bekannt wurde. Frank Apitz von der CDU und 1. stellvertretender Bürgermeister sagt: „An mich wurde nichts herangetragen. Weder in meiner Funktion als Stadtrat, noch in der Fraktion und auch nicht im Ortsverband.“ Jürgen Ullrich von der Fraktion Die Linke teilt mit: „Vor dem gestrigen Tage haben wir absolut nichts dazu gehört. Der Bürgermeister sprach das gestern im Verwaltungsausschuss an und natürlich waren wir allgemein überrascht über solch eine Tat.“ Christof Heinzerling von der SPD-Fraktion Stadtrat sagt: „An mich ist nichts herangetragen worden. Leider ist so eine Tat denkbar und das muss aufgeklärt werden.“ Jochen Möller von der FDP-Fraktion sei bis gestern im Urlaub gewesen, also nicht auskunftsfähig, teilt er mit. Fridtjof Erbs von der Fraktion Bündnis 90/Grüne habe „ebenfalls nicht gehört. Aber ich bin hier in Sehlis auch ein bisschen weiter weg. Herangetragen an mich wurde nichts, auch beim Abschluss der Aktion Stadtradeln am Freitag war das nicht Thema“, so Erbs. Generell finde er es gut, dass ermittelt wird. „Die Vorwürfe sind ja ganz massiv, das muss aufgeklärt werden“, sagt er weiter. Auch Klaus Hofmann von der AfD habe zwischen dem 22. Juni und gestern nichts von einem solchen Vorfall gehört, ebenso Jens Barthelmes von den Unabhängigen Wählern nicht.

Ermittelt wird aktuell nur „von Amts wegen“. Das heißt, dass allein wegen externer Hinweise der Sache nachgegangen wird. Bürgermeister Tobias Meier: „Ich habe nachgeforscht bei unserer Polizei und der Polizeibehörde. Niemandem ist etwas dazu bekannt geworden. Ich zähle nun als Hinweisgeber, weil ich die Polizei auf die Berichterstattungen in den Blogs aufmerksam gemacht habe. Die Polizei ermittelt jetzt und hat die Sache auch an den Staatsschutz übergeben. Wir hoffen, das klärt sich auf und die mutmaßlichen Täter können ermittelt werden“, so Meier weiter.

Kundgebung auf dem Markt am 29. Juni

Für den morgigen Mittwoch sei nun eine Kundgebung auf dem Markt angemeldet worden. Der Verein Solidarische Alternativen für Taucha (SAfT) wolle unter dem Motto „Rechte Gewalt stoppen“ ab 18 Uhr für eine Stunde eine kleine Kundgebung abhalten. Dafür solle „hauptsächlich in Taucha mobilisiert werden“, so der SAfT gegenüber Taucha kompakt. Engagement gegen rechte Umtriebe in Taucha sei bitter nötig, so der Verein. Der „erschreckende Übergriff am 22. Juni und diverse Vorfälle aus den vergangenen Jahren“ würden dies zeigen. Bürgermeister Tobias Meier bestätigt, dass eine Anmeldung vorliegt, die man dem Landratsamt als Versammlungsbehörde weitergeleitet habe. Noch nicht angemeldet wurde eine Demonstration durch das Tauchaer Stadtgebiet, die am Sonnabend abgehalten werden soll. Zumindest gebe es laut SAfT die Überlegung dafür.

Update: Polizei sucht nun Zeugen

Die Polizei meldete am 29. Juni, dass sie nun Zeugen für den Vorfall und vor allem den 14-Jährigen beziehungsweise dessen Eltern sucht. Die Polizei teilt mit: „Sofort mit Kenntniserhalt wurden erste Prüfungshandlungen durch das örtlich zuständige Polizeirevier Leipzig Nord aufgenommen und aufgrund der beschriebenen Tathandlung die Ermittlungen an das Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Leipzig übergeben. Die Ermittlungen richten sich aktuell noch gegen Unbekannt, da zum jetzigen Zeitpunkt, trotz polizeilicher Maßnahmen vor Ort, weder das beschriebene Tatgeschehen erhellt, noch der Geschädigte, die Tatverdächtigen oder Zeugen ermittelt werden konnten.

Aus diesem Grund benötigen die Ermittlerinnen und Ermittler der Polizeidirektion Leipzig die Mithilfe der Bevölkerung. Insbesondere wird der 14-Jährige und/oder dessen Eltern gebeten, sich bei der Leipziger Polizei zu melden. Zeuginnen und Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt oder den unbekannten Tatverdächtigen geben können, werden ebenfalls gebeten, sich bei der Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Tel. (0341) 966 4 6666 zu melden.

Im Kontext des im Internet dargestellten Tatgeschehens wurden zwei Versammlungen angezeigt. Zur Gewährleistung der Versammlungsfreiheit und zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung werden dazu am heutigen Mittwoch sowie am kommenden Samstag, den 2. Juli 2022, Einsatzkräfte der Polizeidirektion Leipzig vor Ort sein.

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(1 mal heute gelesen)

Veröffentlicht am 28. Juni 2022 um 15:33 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 29. Juni 2022 um 14:40 Uhr.

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Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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2 Kommentare

  1. Klingt genauso glaubwürdig, wie beim Fall Ofarim. Ich denke eher, er wurde beim Sprühen von seinem linksradikalen Schund erwischt und hat eine auf die Fresse bekommen und zieht jetzt die Nazikarte.

  2. Solange dieser mutmaßliche Fall weder bestätigt noch dementiert wurde, sind irgendwelche Demonstrationen nicht angebracht. Das erinnert an den Fall Ofarim …
    In diesem Fall wird das vermeintliche Opfer noch gesucht, die Demonstranten sind aber schon da bzw. kommen noch aus Leipzig und wollen sich für Taucha engagieren …
    Wo das hinführen wird, kann man sich leicht ausmalen und die nächsten Samstage werden wir immer wieder mit derartigen Demonstrationen erleben.

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