Dieter Stolle beim Lesen des Tauchaer Ratsweines 2022.
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Heute wurde der Ratswein gelesen. Marktwinzer Dieter Stolle freut sich über die gute Ernte: „quantitativ und qualitativ hervorragend“, so sein Urteil. Über einen Zentner Wein konnte er ernten.

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Besonders süß und von einer wunderbaren Qualität ist er, der diesjährige Ratswein, den Marktwinzer Dieter Stolle heute gemeinsam mit Hausmeister Torsten Fix am Tauchaer Rathaus geerntet hat. Rund einen Zentner, also 50 Kilogramm seien diesmal zusammengekommen. Im vergangenen Jahr musste die Weinlese aufgrund starken Befalls mit Mehltau ausfallen. Im Jahr 2020 konnten noch 80 Kilogramm geerntet werden. Der Öchlse-Grad, der einen Hinweis auf den Zuckergehalt gibt, liege bei 82. Das sei ein guter Wert, besser als mancher Qualitätswein. „Das geht schon an Kabinettwein, also besonders hochwertig, wo wir fast keinen Zucker zusetzen müssen“, erklärt Stolle.

Trotz der guten Ernte werden es am Ende nur 15 Flaschen Wein. „Die Stadtverwaltung und ich wollen, dass es etwas besonderes bleibt“, so Stolle weiter. Hinzu käme, dass die spezielle Flaschenform, in die der Tauchaer Ratswein abgefüllt wird, schwer zu bekommen ist. „Sachsenkeule“ heißt die Flaschenform, die mit einem Korken verschlossen wird. Von diesen Flaschen habe Dieter Stolle nicht mehr viele Exemplare. „In der Energiekrise kann ich das Flaschenwerk schwer überzeugen, zusätzliche Flaschen herzustellen. Und selbst wenn, haben die alle einen Schraubverschluss“, sagt er. Darum bleibe es bei maximal 15 Flaschen, auch wenn er rund 50 Flaschen füllen könnte. Stattdessen werde der Rest der grünen Phönix-Trauben und der roten Regent-Trauben zu Saft verarbeitet.

Dieter Stolle und Hausmeister Torsten Fix.

Dieter Stolle ist seit vielen Jahren der vom Stadtrat erkannte Ratswinzer in Taucha. In Leipzig betreut er die Weinstöcke am Restaurant „Weinstock“ in der Nähe des Marktes. Der mittlerweile 73-Jährige denke so langsam ans Aufhören. „Man müsste sicher jemanden anlernen, wenn sich ein Jüngerer findet“, sagt er. Auf jeden Fall sei die Winzerei ein schönes Hobby. „Ich habe das nie beruflich gemacht, war Autodidakt“, berichtet er. Während seines Studiums des Maschinenbaus in Meißen habe er sich in die Traube verliebt. „Damals konnte man ja nicht so ohne Weiteres Weintrauben kaufen. Also habe ich mich damit beschäftigt und später an meinem Haus in Leipzig einen Weinstock gepflanzt. Auch heute kann ich nie an einem wilden Wein vorübergehen“, schildert er. Auf die Frage „Bier oder Wein“ würde er immer „Wein“ antworten. „Schon Luther hat gesagt, Bier ist Menschenwerk, aber Wein ist von Gott gemacht“, lächelt Stolle. In der Gesellschaft und zum Essen ziehe er immer einen Wein vor.

(1 mal heute gelesen)

Veröffentlicht am 11. Oktober 2022 um 13:45 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 11. Oktober 2022 um 13:45 Uhr.

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