35 Jahre Parkblick: Seniorenresidenz feiert seine feste Rolle in Taucha | Taucha kompakt

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Veröffentlicht am 01.07.2026 16:30

35 Jahre Parkblick: Seniorenresidenz feiert seine feste Rolle in Taucha

Freuen sich über den Geburtstag der Seniorenresidenz Parkblick: Bürgermeister Tobias Meier, Einrichtungsleiter Thomas Scholz, Pflegedienstleiterin Yvonne Lohse, Konrad Kuhn von der Michels Gruppe, Elvira Lebe aus der Verwaltung und André Aßmuß, stellvertretender Pflegedienstleiter. (Foto: Daniel Große)
Freuen sich über den Geburtstag der Seniorenresidenz Parkblick: Bürgermeister Tobias Meier, Einrichtungsleiter Thomas Scholz, Pflegedienstleiterin Yvonne Lohse, Konrad Kuhn von der Michels Gruppe, Elvira Lebe aus der Verwaltung und André Aßmuß, stellvertretender Pflegedienstleiter. (Foto: Daniel Große)
Freuen sich über den Geburtstag der Seniorenresidenz Parkblick: Bürgermeister Tobias Meier, Einrichtungsleiter Thomas Scholz, Pflegedienstleiterin Yvonne Lohse, Konrad Kuhn von der Michels Gruppe, Elvira Lebe aus der Verwaltung und André Aßmuß, stellvertretender Pflegedienstleiter. (Foto: Daniel Große)

Mit Gästen, Rückblicken und vielen persönlichen Worten hat die Seniorenresidenz Parkblick Taucha heute ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. Für Einrichtungsleiter Thomas Scholz war das Jubiläum dabei mehr als ein runder Geburtstag eines Pflegeheims. Es sei auch ein Stück Stadtgeschichte, sagte er.

„Taucha und Pflege haben eine unglaublich lange Historie“, erinnerte Scholz. Erste Nachweise reichten bis ins frühe 16. Jahrhundert zurück. Der heutige Standort am Parkblick wurde 1890/91 als neues Krankenhaus der Stadt am damaligen König-Albert-Park errichtet. Später wurde das Gebäude unterschiedlich genutzt, unter anderem als Heim der Hitlerjugend und als Arbeitsamt, bevor es in der DDR wieder als Krankenhaus diente. Bis 1991 wurde der Standort als Krankenhaus betrieben, danach begann die Umwandlung in eine Pflegeeinrichtung.

Nach der Wende entstand hier eine der ersten Einrichtungen im damaligen Kreis Leipzig, die nach den neuen Vorgaben der Heimmindestbauverordnung errichtet wurde. Scholz erinnerte daran, dass der Antrag des damaligen Trägers im November 1991 gestellt und rückwirkend zum 1. Juli 1991 bewilligt wurde. Das Fördervolumen betrug 3,6 Millionen D-Mark. Schon im August 1991 begannen die Arbeiten, im September 1992 war der Neubau abgeschlossen. Die lokale Presse sprach damals von „Sachsens schönstem Pflegeheim“.

Der Parkblick sei eng mit der Stadt verbunden, sagte Scholz. Eine Parallele gefalle ihm besonders: „In den vergangenen 35 Jahren hat Taucha genau zwei Bürgermeister gehabt. Und der Parkblick hatte genau zwei Heimleiter. Das ist ein Zeichen für eine gesunde Konstanz.“ Seit 2002 gehört das Haus zur Michels Gruppe. In den Folgejahren wurde weiter investiert. 2009 erhielt der Träger den Versorgungsvertrag für einen Erweiterungsneubau mit 30 Einzelzimmern, 2010 kamen durch Umstrukturierungen im Erdgeschoss weitere Suiten hinzu. Heute verfügt die Seniorenresidenz über 96 Heimbewohnerplätze.

Tobias Meier: „Pflegeheim gehört in die Mitte der Stadt”

Auch Bürgermeister Tobias Meier gratulierte im Namen der Stadt. Ein Pflegeheim muss in die Mitte der Stadt, sagte er. „Das ist der beste Standort, da gehört das hin.“ Meier verwies auf den guten Ruf der Einrichtung und darauf, dass hier viele Senioren leben, die teils weit über 100 Jahre alt werden. Zugleich erinnerte er daran, dass Pflege eine herausfordernde Branche sei, gerade mit Blick auf Kosten, Fachkräfte und die Entwicklungen der vergangenen Jahre.

Der Bürgermeister dankte dem Haus auch für die Zusammenarbeit mit der Stadt. Als Beispiel nannte er die Bürgerbeteiligung „Verkehr kommunal”. Dabei sei aufgefallen, dass vor dem Haus rund 50 Meter Fußweg fehlten. „Das war niemandem so richtig bewusst“, sagte Meier. Inzwischen wurde der Abschnitt gebaut. Außerdem unterstütze die Einrichtung gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz den Seniorennachmittag beim Stadtfest Tauchscher. Das sei wichtig, so Meier, weil die Stadt nicht nur Angebote für junge Menschen machen dürfe, sondern auch für ältere.

Christel Trotte, die erste Heimleiterin der Seniorenresidenz Parkblick mit dem jetzigen Heimleiter Thomas Scholz. (Foto: danielgrosse)
Christel Trotte, die erste Heimleiterin der Seniorenresidenz Parkblick mit dem jetzigen Heimleiter Thomas Scholz. (Foto: danielgrosse)
Christel Trotte, die erste Heimleiterin der Seniorenresidenz Parkblick mit dem jetzigen Heimleiter Thomas Scholz. (Foto: danielgrosse)

Eine besondere Rolle spielte beim Jubiläum auch die erste Heimleiterin Christel Trotte. Sie schaute zur Feier vorbei. Trotte ist gelernte Krankenschwester, hatte bereits 1964 am Standort im damaligen Krankenhaus begonnen und übernahm nach der Umstrukturierung 1991 die Leitung der Einrichtung. 2010 ging sie in den Ruhestand. Scholz dankte ihr ausdrücklich für ihre Arbeit und dafür, dass sie die Entwicklung des Hauses über Jahrzehnte geprägt habe.

Konrad Kuhn, Geschäftsbereichsleiter Pflege der Michels Gruppe, hob die Bedeutung des Standortes für den Betreiber hervor. „Das hier ist unser erstes Altenpflegeheim in der Gruppe gewesen“, sagte er. Das Haus laufe durchgehend stabil. Die üblichen Probleme der Branche, etwa beim Personal, gebe es hier in dieser Schärfe nicht. Der Parkblick sei gut vernetzt, die Gruppe sei mit dem Standort sehr zufrieden.

Thomas Scholz: „Den Bewohnern einen lebenswerten letzten Lebensabschnitt ermöglichen”

Scholz selbst stellte den Anspruch des Hauses in den Mittelpunkt. „Exzellenz ist für mich kein Sprint. Exzellenz ist ein Marathon“, sagte er. Entscheidend sei, immer wieder an sich zu arbeiten und den Fokus nicht zu verlieren. Dieser Fokus liege darauf, den Bewohnerinnen und Bewohnern einen lebenswerten letzten Lebensabschnitt zu ermöglichen. Sein Anspruch sei, dass sich das Haus nicht bewerben müsse, sondern empfohlen werde. „Das gelingt ziemlich gut, weil wir ein tolles Team haben“, sagte Scholz und dankte stellvertretend Pflegedienstleiterin Yvonne Lose. Sie habe „den Laden gut im Griff“ und halte ihm den Rücken frei.

Auch die Zahlen zeigen, welche Geschichte sich hinter 35 Jahren Parkblick verbirgt. Seit Einführung der elektronischen Heimabrechnung Ende der 1990er Jahre lebten 815 pflegebedürftige Menschen im Haus. Hochgerechnet geht die Einrichtung von insgesamt etwa 1.000 bis 1.100 versorgten Menschen aus. Drei Viertel der Bewohner sind Frauen. Das aktuelle Durchschnittsalter der Bewohnerinnen liegt bei 87,9 Jahren, das der Männer bei 84,7 Jahren. Die älteste Bewohnerin wurde 109 Jahre alt. Die längste Verweildauer betrug fast 32 Jahre: Eine Bewohnerin lebte von 1991 bis 2023 im Parkblick. Von den 30 Mitarbeitern, die 1991 übernommen wurden, sind heute noch vier Kolleginnen im Haus tätig.



Daniel Große
Daniel Große
Daniel Große arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die unsere Region bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus den Rathäusern und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.

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