Vom irischen Dorf in der Badergasse über große Partynächte und den Stadtlauf bis zum Festumzug mit mehr als 1.000 Mitwirkenden: Der Tauchsche geht vom 28. bis 30. August in seine nächste Runde. Bei der Pressekonferenz am Montag wurde deutlich, dass sich Tauchas Stadtfest auch 2026 vor allem auf eine Stärke verlassen kann: Viele Vereine, Unternehmen und Helfer sind nicht nur dabei, sondern machen das Fest überhaupt erst möglich.
„Von allen Heimatfesten ist das die einzige Veranstaltung, bei der so viele Vereine an der Organisation beteiligt sind“, sagte Veranstalter Bernd Hochmuth. Über die Jahre sei dadurch eine Eigendynamik entstanden. Stadtlauf, Nachtvolleyballturnier, Spielstraße, Lampionumzug und Festumzug seien jedes für sich ein erheblicher Kraftakt, den die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder freiwillig auf sich nehmen. „Diese Vielfalt ist enorm“, so Hochmuth. Besonderen Dank richtete er an die Radeberger-Gruppe. „Ohne diese könnten wir das Stadtfest vergessen“, sagte Hochmuth. Das Unternehmen unterstütze an vielen Stellen weit über eine reine Sponsorenrolle hinaus.
„Ohne die Radeberger-Gruppe wäre der Tauchscher nicht möglich”
Drei Tage lang wird Taucha damit wieder zur großen Festmeile. Gefeiert wird auf der Festwiese und dem Marktplatz, erstmals aber auch mit einem deutlich veränderten Konzept in der Badergasse.
Die auffälligste Neuerung erwartet Besucher zwischen Markt und Festwiese. Die Badergasse soll in diesem Jahr weniger Durchgangsbereich und mehr Aufenthaltsort sein. Geplant ist eine kleine Flaniermeile mit Streetfood, Guinness und handgemachter Musik.
Musikalisch dreht sich vieles um Irish Folk. Am Freitag treten Michael Leser und Paddy’s Law – Finest Folk auf. Am Samstag sind erneut Michael Leser sowie Bad Penny mit Folkrock zu erleben. Freddie McCorkey und Steve Reeves beschließen das Programm dort am Sonntag mit „Irish Folk and more“.
Die Stadt reagiert mit dem Konzept nach eigenen Angaben auf Wünsche von Besuchern. Neben den großen Bühnen soll ein Bereich entstehen, in dem man sitzen, essen, trinken und der Musik zuhören kann.
Das komplette Programm findet sich übersichtlich auf tauchscher.info
Neu ist dieses Jahr auch, dass bereits dieser Bereich mittels Bauzäunen und „Einlass-Schleuse“ abgesperrt ist. Keine Angst - der Tauchsche bleibt kostenlos! Dies dient lediglich der Sicherheit, denn in der Vergangenheit wurden trotz polizeilichem Verbot Glasflaschen auf das Veranstaltungsgelände mitgenommen. Weil dann im Bereich Badergasse/An der Parthe immer wieder Flaschen zu Bruch gingen, wird die Einzäunung nun erweitert. Kontrolliert wird am Freitag von 17 bis 1 Uhr, am Samstag von 15 bis 1 Uhr und am Sonntag von 14 bis 19 Uhr. Durch die erweiterte Einzäunung ändert sich außerdem ein gewohnter Zugang: Wer aus Richtung Leipziger Straße kommt, kann das Festgelände nicht mehr über den Weg „An der Parthe“ erreichen. Der Weg führt stattdessen durch den Schöppenteichpark und über die kleine Brücke in Richtung PartheBad. Insgesamt stehen vier Ein- und Ausgänge zum Festgelände zur Verfügung.
Der Markt bleibt aber weiterhin ohne Zaun. Hier sorgen Sicherheitsmitarbeiter und Polizei dafür, dass Besucher keine Glasflaschen mitführen.
Auch auf der Festwiese gibt es eine kleine Veränderung. Bühnendach und Bühne wurden etwas gedreht. Hintergrund ist vor allem der Samstagabend, wenn es auf dem Gelände traditionell besonders voll wird. Wege für Sanitäter und andere Einsatzkräfte sollen dadurch besser freigehalten werden können.
Bevor am Freitagabend offiziell das erste Bierfass angeschlagen wird, übernehmen zunächst die Läufer die Stadt. Der Sparkassen-Tauchscher-Stadtlauf findet inzwischen zum 21. Mal statt. Zum zweiten Mal werden im Rahmen der Veranstaltung Landesmeisterschaften ausgetragen. Auch einen Bambini-Lauf gibt es wieder.
Die Anmeldezahlen stimmen die Organisatoren optimistisch. Nach Angaben von Uwe Kleine vom LC Taucha lagen sie zum Zeitpunkt der Pressekonferenz rund zehn Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresstand. Damit könnte erneut ein Teilnehmerrekord erreicht werden.
Kleine sieht bei der Veranstaltung einen besonderen Effekt: Wer den Lauf mehrfach absolviere, merke, wie deutlich sich die Zahl der Teilnehmer und die Resonanz entwickelt hätten. Rund 100 Helfer sind für den Stadtlauf im Einsatz.
Als Besonderheit gilt nicht nur die Strecke, sondern auch die Atmosphäre. Während andere Läufe teilweise durch Wald oder wenig belebte Bereiche führen, werden die Sportler in Taucha an vielen Stellen von Zuschauern begleitet.
Sportlich geht es am Samstagabend weiter: Die Tauchaer Ringer starten mit einem Heimkampf in der Mehrzweckhalle in die neue Landesliga-Saison.
Um 19.15 Uhr beginnt am Freitag das offizielle Eröffnungsprogramm auf der Festwiese. Schülerinnen und Schüler der Regenbogenschule und der Parthelandschule wirken daran ebenso mit wie die Bürgerschützen und die Moritz Band. Auch die großen Sponsoren des Stadtfestes sind auf die Bühne eingeladen.
Moderiert wird die Eröffnung von Roman Knoblauch gemeinsam mit Bürgermeister Tobias Meier. Mit dem traditionellen Bierfassanstich wird der Tauchsche anschließend offiziell eröffnet.
Der Samstag bietet das dichteste Programm des Wochenendes. Einen Schwerpunkt bildet die große Kinderspielstraße. Rund 45 Vereine, Unternehmen und weitere Teilnehmer haben sich dafür angekündigt. Mit dabei sind unter anderem EDEKA und REWE sowie erstmals auch die DEKRA.
Was die DEKRA auf der Spielstraße zeigen will, wollten die Organisatoren bei der Pressekonferenz noch nicht verraten. Angekündigt wurde lediglich etwas „Extravagantes“.
Neu organisiert wird in diesem Jahr die Ausgabe der Lampions. Kinder erhalten auf der Spielstraße weiterhin Stempelkarten und können an den verschiedenen Stationen mindestens zehn Stempel sammeln. Dafür gibt es Präsente und einen Gutschein für einen Lampion. Bislang wurde dieser direkt auf der Spielstraße ausgegeben. Ab diesem Jahr können die Kinder sich ab 19 Uhr vor der Grundschule Am Park die Laterne abholen. Damit entfällt das frühzeitige Abholen und Mitführen.
Am Abend wird es auf den beiden großen Bühnen musikalisch deutlich lauter. Auf der Festwiese spielen TELLen & The Party Police. Danach folgen „The 80’s Gentleman – Roman Knoblauch feat. DJ Marc Bash“ sowie DJ Rockstroh.
Das dürfte den Tauchaern gefallen, wie auch Veranstalter Bernd Hochmuth sagt: „Die Tauchaer sind ausgesprochen tanzwütig“, sagt er. Sobald die Musik beginne, fülle sich die Tanzfläche. Einen vergleichbaren Effekt erlebe er bei anderen Veranstaltungen kaum.
Feuerwerk bleibt – Diskussion über Alternativen ebenfalls
Das komplette Programm findet sich übersichtlich auf tauchscher.info
Um 22 Uhr soll am Samstag erneut das große Höhenfeuerwerk über Taucha starten. Trotz immer wieder geführter Diskussionen über Feuerwerke halten Stadt und Veranstalter zunächst daran fest.
Bürgermeister Tobias Meier stellte bei der Pressekonferenz die Frage, ob ein Feuerwerk noch zeitgemäß sei, machte aber zugleich deutlich, dass sich viele Menschen weiterhin ausdrücklich eines wünschten. Ein Vorteil sei die große Reichweite: „Das sieht im Zweifel jemand auch, der nicht auf das Fest geht“, sagte Meier. Eine Lasershow beispielsweise wäre dagegen weitgehend auf der Festwiese sichtbar.
Wenn sich die Stadtgesellschaft irgendwann mehrheitlich gegen ein Feuerwerk ausspreche, könne man über Alternativen diskutieren, erklärte der Bürgermeister. Diese sehe Hochmuth derzeit allerdings kaum. Eine große Drohnenshow und selbst eine Lasershow seien finanziell eine völlig andere Größenordnung. Solange die Tauchaer das Feuerwerk wollten, werde es deshalb auch stattfinden.
Der Sonntag beginnt auf dem Marktplatz traditionell mit der ökumenischen Andacht. Auf der Festwiese richtet sich das Programm am Sonntag besonders an Familien. Geplant sind unter anderem das Kaspermobil, „Taucha tanzt“ mit der Tanzschule Jörgens sowie ein Auftritt von Linda Jung.
Einer der traditionellen Höhepunkte folgt um 14 Uhr: der große Festumzug. Mehr als 45 Teilnehmergruppen mit zusammen über 1.000 Mitwirkenden sind nach Angaben der Organisatoren angekündigt. Auch die „Parthe“ ist wieder Bestandteil des Umzuges. Kommentiert wird das Geschehen an zwei Moderationspunkten – an der Sparkasse durch Roman Knoblauch und auf dem Markt durch dessen Tochter Marie Knoblauch-Grzibek, die als Redaktionsleiterin bei einem Braunschweiger Lokalradio arbeitet.
Zum Stadtfest gehört auch 2026 wieder der klassische Schaustellerbereich. Vier größere Fahrgeschäfte sind angekündigt: Kettenflieger, Spaßhaus, Autoscooter und Breakdance. Hinzu kommen mehrere Kinderkarussells sowie klassische Jahrmarktangebote wie Verlosungen und Ballwerfen.
Dass ein Stadtfest dieser Größenordnung aufwendiger wird, merken die Veranstalter zunehmend hinter den Kulissen. „Alle Veranstalter spüren Auswirkungen“, sagte Bernd Hochmuth. Mehr Security, mehr Polizeikräfte und mehr Sanitäter seien nötig, gleichzeitig stiegen Lohn-, Unterhaltungs- und weitere Veranstaltungskosten.
Kontrolliert wird am Freitag von 17 bis 1 Uhr, am Samstag von 15 bis 1 Uhr und am Sonntag von 14 bis 19 Uhr.
Durch die erweiterte Einzäunung ändert sich außerdem ein gewohnter Zugang: Wer aus Richtung Leipziger Straße kommt, kann das Festgelände nicht mehr über den Weg „An der Parthe“ erreichen. Der Weg führt stattdessen durch den Schöppenteichpark und über die kleine Brücke in Richtung PartheBad.
Das komplette Programm findet sich übersichtlich auf tauchscher.info
Finanziell bewegen sich die Organisatoren nach Angaben von Bürgermeister Tobias Meier in einem ähnlichen Rahmen wie im vergangenen Jahr. Der Zuschuss der Stadt Taucha sei ebenso wie die eingeplanten Sponsoringeinnahmen im Doppelhaushalt festgeschrieben und habe sich nicht verändert.
Dass trotz mehr Sponsoren nahezu dasselbe finanzielle Ergebnis erreicht werde, zeige zugleich die gestiegenen Kosten und dass einzelne Unterstützer ihre Leistungen etwas reduziert hätten.
Hochmuth hob hervor, dass viele Caterer und Dienstleister für Strom, Wasser, Abfall und weitere Leistungen unmittelbar aus Taucha kommen. Viele identifizierten sich stark mit dem Stadtfest, was die Organisation erleichtere und teilweise auch bei der Preisgestaltung helfe.
Zu den weiteren großen Unterstützern gehören neben der erwähnten Radeberger Gruppe die städtische Gesellschaft, WOTa, REWE Lukas Teichmann, EDEKA Potrzebski, die Gebäudereinigung Kürschner und die Malerfirma Ronny Schneider.
Was beim Tauchscher auf den Bühnen passiert, ist nur ein Teil des Wochenendes. Hinter Stadtlauf, Spielstraße, Vereinsauftritten, Nachtvolleyball, Lampionumzug, Festumzug und vielen weiteren Programmpunkten stehen hunderte Menschen, die vorbereiten, organisieren und während des Wochenendes mitarbeiten.
Das gesamte Programm gibt es auf der offiziellen Website stadtfest-taucha.de oder auf tauchscher.info, einem Teil von Taucha24.