Für den Neubau der Parthebrücke in Plösitz wird die Wurzner Straße ab Mittwoch, 7. Oktober, vollständig gesperrt. Auch Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle nicht passieren. Nach aktueller Mitteilung der Stadt Taucha dauern die Arbeiten voraussichtlich bis zum 27. Dezember 2027. Damit müssen sich Verkehrsteilnehmer auf mehr als 14 Monate mit Umleitungen einstellen.
Im August war noch ein Baustart Ende September und eine Fertigstellung im November 2027 angekündigt worden. Nun liegt ein konkreter, späterer Zeitrahmen vor. Eine Begründung für die veränderten Termine enthalten die aktuellen Mitteilungen von Stadt und Landkreis nicht.
Die Vollsperrung betrifft den Baustellenbereich der Kreisstraße K 7422 zwischen Bergstraße und Am Winneberg. Wer aus Richtung Panitzsch beziehungsweise Plösitz nach Taucha fahren will, wird über die Engelsdorfer Straße und die Kriekauer Straße geführt. Diese Umleitung gilt auch in Gegenrichtung. Für die Verbindung von Dewitz nach Plösitz nennt der Landkreis die Strecke über Dewitzer Straße, Schloßstraße, Leipziger Straße, Kriekauer Straße und Engelsdorfer Straße. Kurz also: In den kommenden 14 Monaten müssen noch mehr Verkehrsteilnehmer über die Kreuzung der B 87 fahren.
Fußgänger und Radfahrer müssen ebenfalls ausweichen. Ihre ausgeschilderte Strecke verläuft über Am Schmiedehöfchen, Schulweg, Plösitzer Weg und Engelsdorfer Straße beziehungsweise umgekehrt. Die Wegweisung ist laut Stadt bereits angebracht. Die LVB fahren schon seit Montag, 28. September, über die eingerichtete Umleitungsstrecke. Für die Wege sollte entsprechend mehr Zeit eingeplant werden.
Das Straßenbauamt des Landkreises lässt die verschlissene Parthebrücke vollständig abreißen und ersetzen. Gleichzeitig wird die Wurzner Straße im Umfeld auf rund 180 Metern grundhaft ausgebaut. Die Kosten beziffert der Landkreis aktuell auf etwa 2,8 Millionen Euro.
Wie bereits berichtet, werden im Zuge des Vorhabens auch Anlagen der Leipziger Wasserwerke erneuert. Die neue Brücke soll auf beiden Seiten zusätzliche Flächen für Fußgänger und Radfahrer erhalten. Für diesen Anteil waren einschließlich Planung und Bau rund 280.000 Euro aus dem städtischen Haushalt veranschlagt worden. Hinzu kommen die vorgesehenen Verbesserungen der Geh- und Radwege zwischen Am Schmiedehöfchen und der Brücke sowie zwischen Engelsdorfer Straße und dem Bauwerk.
Warum der Ersatz einer vergleichsweise kleinen Brücke so lange dauert, hatte das Landratsamt auf Nachfrage von Taucha kompakt bereits im August erläutert. Der eigentliche Brückenbau beansprucht nur einen Teil der Bauzeit. Zunächst müssen Versorgungsleitungen aus dem Bereich des alten Bauwerks verlegt und eine provisorische Umleitung der Parthe angelegt werden. Dafür sind etwa zwei Monate vorgesehen.
Weitere drei Monate entfallen auf Abbruch, Sicherung und Aushub der Baugrube sowie die Wasserhaltung. Dabei muss eindringendes Wasser kontrolliert abgeführt werden. Für den anschließenden Neubau kalkuliert der Landkreis rund fünf Monate. Geplant ist eine Einfeldbrücke aus Stahlbeton, deren wesentliche Teile vor Ort betoniert werden. Sie ruht auf 16 Bohrpfählen, acht je Seite. Jeder Pfahl ist zwölf Meter lang und hat einen Durchmesser von 88 Zentimetern. Darauf entstehen Widerlager, Flügelwände und der Überbau.
Anschließend folgen etwa zwei Monate für Gewässerbett, Uferböschungen und Treppen für spätere Wartungsarbeiten. Auch die vorübergehende Flussumleitung wird zurückgebaut. Der Straßen-, Geh- und Radwegebau soll sich soweit möglich mit den Brückenarbeiten überschneiden. Nach der damaligen Erläuterung von Bau- und Umweltdezernent Dr. Eckhard Rexroth ergibt sich aus dem gesamten Ablauf eine Bauzeit von rund 14 Monaten.
Eine provisorische Ersatzbrücke für Fußgänger und Radfahrer ist nicht vorgesehen. Nach den bereits veröffentlichten Angaben der Stadt sprechen die örtlichen Verhältnisse und das große Baufeld dagegen. Hinzu kämen erhebliche Kosten, naturschutzrechtliche Maßnahmen und der spätere Rückbau. Stattdessen wurde die Herrichtung des Plösitzer Wegs als Umleitungsstrecke geplant. Sie soll zugleich eine dauerhafte Verbesserung der Wegeverbindung bringen