Elterninitiative fordert zweite erste Klasse an der Parthelandschule | Taucha kompakt

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Veröffentlicht am 28.04.2026 19:39

Elterninitiative fordert zweite erste Klasse an der Parthelandschule

Ricarda Seefeldt und andere Eltern fordern eine zweite erste Klasse in der Parthelandschule. (Foto: Daniel Große)
Ricarda Seefeldt und andere Eltern fordern eine zweite erste Klasse in der Parthelandschule. (Foto: Daniel Große)
Ricarda Seefeldt und andere Eltern fordern eine zweite erste Klasse in der Parthelandschule. (Foto: Daniel Große)

Eine Elterninitiative in Taucha fordert für das Schuljahr 2026/27 mehr erste Klassen in der Stadt. Konkret geht es um die Einrichtung von insgesamt acht ersten Klassen. Besonders im Fokus steht die Parthelandschule: Dort soll nach dem Willen der Initiative eine zweite erste Klasse entstehen, um eine einzelne Klasse mit bis zu 28 Kindern zu vermeiden.

Dafür wurde auf der Plattform openPetition die Petition „Acht erste Klassen für Taucha – bessere Lernbedingungen für unsere Kinder“ gestartet. Sie richtet sich an das Landesamt für Schule und Bildung Leipzig. Die Petition wurde am 21. April gestartet und hatte am Dienstagabend 218 Unterstützer. Als Ziel sind 400 Unterschriften angegeben.

„Gerade in der ersten Klasse wird die Grundlage für die weitere Schulzeit gelegt. Dafür brauchen Kinder gute Lernbedingungen und Lehrkräfte müssen die Möglichkeit haben, auf die Kinder individuell einzugehen“, so Ricarda Seefeldt von der Elterninitiative.
In der Petition argumentiert die Initiative, kleinere Klassen seien ein entscheidender Faktor für erfolgreiches Lernen. Sie ermöglichten individuellere Förderung, bessere Lernqualität und entlasteten zugleich die Lehrkräfte im Schulalltag.

Die Eltern verweisen zudem auf die Entwicklung der Stadt. Durch neue Wohngebiete und den Zuzug junger Familien sei auch künftig mit Bedarf an Grundschulplätzen zu rechnen. Aus Sicht der Initiative braucht es deshalb eine vorausschauende Planung. Seefeldt sagt: „Wir möchten, dass nicht erst reagiert wird, wenn die Klassen schon voll sind. Es geht darum, jetzt die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Kinder gut starten können.“

Auch die Stadt Taucha sieht grundsätzlich die Möglichkeit, an der Parthelandschule eine zweite erste Klasse einzurichten. Andreas Windhövel, Fachbereichsleiter Innere Verwaltung, verweist darauf, dass die Stadt als Schulträger die räumlichen Voraussetzungen bereitstellen könne. „Aus unserer Sicht wäre das machbar“, sagt Windhövel. Für die Stadt wäre es wünschenswert, wenn Kinder möglichst ortsnah eine Schule besuchen könnten.

Zugleich macht Windhövel deutlich, dass die Entscheidung nicht bei der Stadt liegt. Das Landesamt für Schule und Bildung müsse der Klassenbildung zustimmen. Rein rechnerisch könnten nach den derzeitigen Zahlen sieben erste Klassen ausreichen. Der gesetzliche Klassenteiler werde damit voraussichtlich eingehalten. „Das LaSuB hat nicht ganz unrecht, wenn es sagt, dass sieben Klassen genügen würden“, so Windhövel. Allerdings würden diese Klassen dann recht voll.

Nach Einschätzung der Stadt läge eine pädagogisch günstigere Größe eher bei 25 bis 26 Kindern pro Klasse. Bei Förderbedarf oder besonderen pädagogischen Anforderungen seien kleinere Klassen aus Sicht der Praxis besser. Hinzu komme eine gewisse Unsicherheit bei den endgültigen Zahlen. Es könne noch weitere Anmeldungen geben. Außerdem sei nicht ausgeschlossen, dass Kinder in der ersten Klasse verbleiben.

Auch Andreas Windhövel verweist auf die Neubautätigkeit in Taucha. Vor allem in der Gartenstadt entstehen aktuell neue Häuser. Auch wenn die geburtenschwächeren Jahrgänge inzwischen beginnen und der Zuzug in den vergangenen Jahren durch Corona, den Ukraine-Krieg und zeitweise stockende Bautätigkeit langsamer verlief, sieht die Stadt aktuell noch genügend Schüler, um eine zweite erste Klasse an der Parthelandschule zu begründen.

Eine abschließende Entscheidung gibt es noch nicht. Sprecher Clemens Arndt vom Landesamt für Schule und Bildung teilte auf Anfrage mit: „Das LaSuB prüft den Sachverhalt in Abstimmung mit dem zuständigen Planungsträger.“

Für die Elterninitiative ist die Petition deshalb auch ein Signal an die Behörden. Sie will zeigen, dass das Thema in Taucha viele Familien bewegt. Seefeldt sagt: „Es geht nicht um Luxus, sondern um gute Startbedingungen für unsere Kinder. Eine zweite erste Klasse an der Parthelandschule wäre aus unserer Sicht ein wichtiger Schritt, damit Lernen von Anfang an besser gelingen kann.“


Daniel Große
Daniel Große
Daniel Große arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die unsere Region bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus den Rathäusern und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.

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