Aktualisierung, 5. Oktober:
Das Amtsgericht Leipzig hat am 3. Oktober die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Energiekonzepte Deutschland GmbH (EKD) angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther bestellt. Er soll die Unternehmensführung überwachen und das Vermögen im Interesse der Gläubiger sichern. Verfügungen über das Unternehmensvermögen sind nur noch mit seiner Zustimmung wirksam. Das eigentliche Insolvenzverfahren ist damit noch nicht eröffnet. Über die Fortführung oder eine mögliche Schließung des Unternehmens trifft der Beschluss keine Aussage.
Seit 5. Oktober gilt dies auch für die Energiekonzepte Deutschland PV-Montage GmbH, die Energiekonzepte Deutschland Investorenholding GmbH, die Energiekonzepte Deutschland Holding GmbH Straße und die AMPERE German Electric Innovation GmbH.
Aktualisierung, 2.10.2026, 13:05 Uhr: Inzwischen bestätigt EKD-Sprecherin Julia Neuer, dass das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat. Auf Presseanfragen antwortet sie:
„Energiekonzepte Deutschland GmbH hat am 02.10.26 beim Amtsgericht Leipzig einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Die Löhne und Gehälter unserer ca. 340 Mitarbeitenden sind über das Insolvenzgeld abgesichert. Ziel der Geschäftsführung ist es, gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter einen Weg zur Sanierung des Unternehmens zu finden. Hierfür werden in den nächsten Wochen verschiedene Optionen geprüft. Für Kund:innen bleibt unser Kundenservice die Anlaufstelle. Eine Pressemeldung folgt in Kürze.”
Der Investor Pemberton bestätigt gegenüber Taucha kompakt, Energiekonzepte Deutschland (EKD) kein weiteres Geld zur Verfügung zu stellen. Damit bestätigt sich eine zentrale Information der Erstberichterstattung über die bevorstehende Insolvenz des Solaranbieters. Noch zwölf Tage vor der Mitarbeiterversammlung zur Insolvenz hatte Geschäftsführer Christian Arnold öffentlich die nächste Wachstumsphase angekündigt.
„Angesichts des anhaltenden, starken Marktrückgangs wurde kürzlich deutlich, dass das Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig ist“, erklärte ein Sprecher des Londoner Investors gegenüber Taucha kompakt. Weiter teilte er mit: „Es wurde die Entscheidung getroffen, der EKD über die bereits bereitgestellte Finanzierung hinaus keine weiteren Mittel zur Verfügung zu stellen.“
Inzwischen berichtet auch das Handelsblatt über die bevorstehende Insolvenz und verweist auf die Erstmeldung von Taucha kompakt am Mittwoch. Nach Informationen der Wirtschaftszeitung sollen sieben Gesellschaften der Gruppe Insolvenzanträge stellen – am Freitag, 2. Oktober, spätestens jedoch am Montag, 5. Oktober. Unter den sieben Gesellschaften befinden sich die Energiekonzepte Deutschland GmbH, die Energiekonzepte Deutschland Holding GmbH, die Energiekonzepte Deutschland Investorenholding GmbH und die Energiekonzepte Deutschland PV-Montage GmbH.
Dem Handelsblatt zufolge konnten weder zusätzliche Finanzmittel noch eine neue Führung und eine operative Umstrukturierung die Wende bringen. Pemberton begründete seine Entscheidung gegenüber der Zeitung auch mit der Verpflichtung, „die Renditen und das Kapital der Investoren zu schützen“. Für 2024 nennt der Bericht einen Verlust der EKD Holding von 40,4 Millionen Euro. Die Gehälter der rund 340 betroffenen Mitarbeiter seien vorerst gesichert, die langfristige Zukunft bleibe jedoch unklar.
Wie deutlich sich die öffentliche Darstellung innerhalb weniger Tage verändert hat, zeigt ein LinkedIn-Beitrag von Geschäftsführer Christian Arnold. Anlässlich des EKD-Meetings am 18. September in Berlin schrieb er: „Seitdem haben wir bei EKD viel verändert und an den Grundlagen für unsere nächste Wachstumsphase gearbeitet.“
Bei dem Treffen kamen Vertrieb, Handwerk, Produkt und Zentrale zusammen. Arnold warb für ein besseres Zusammenspiel im Interesse der Kunden und zeigte sich zuversichtlich: „Ich traue dieser Mannschaft viel zu. Und ich freue mich darauf, mit euch die nächste Etappe anzugehen.“
Zwölf Tage später, am 30. September, wurde die Belegschaft nach Informationen von Taucha kompakt bei einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung über die bevorstehende Insolvenz informiert. Aus der angekündigten nächsten Wachstumsphase war die Ungewissheit über die Zukunft des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze geworden.
Für die Beschäftigten in Leipzig und Taucha sowie die Kunden bleibt nun entscheidend, ob und in welchem Umfang der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden kann. Laut Handelsblatt laufe dieser vorerst weiter. In welchem Maße ein weiteres Arbeiten noch möglich ist, wie laufende Aufträge und zugesagte Service- und Garantieleistungen künftig abgesichert werden sollen, dürfte aber alles andere als sicher sein.
Service: Was für Kunden jetzt wichtig ist, hat Rechtsanwalt Daniel Blazek hier veröffentlicht.