Bei Deutsche Glasfaser kommt es seit der Nacht zu Mittwoch zu einer größeren Netzstörung. Auch zahlreiche Anschlüsse in Taucha sind betroffen. Bei Kunden fallen Internet und Festnetztelefonie teilweise vollständig aus oder funktionieren nur eingeschränkt.
Nach Angaben des Unternehmens begann die Störung am heutigen Mittwoch gegen 0.10 Uhr. Betroffen sind Privat- und Geschäftskunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Eine konkrete Ursache war zunächst nicht bekannt. Teams und Dienstleister seien im Einsatz, um den Fehler zu lokalisieren und zu beheben. Auch eine Prognose zur Dauer der Störung konnte Deutsche Glasfaser zunächst nicht geben.
Die Probleme sind auch in Taucha deutlich spürbar. Deutsche Glasfaser betreibt in der Stadt eigene Glasfaseranschlüsse. Da die aktuelle Störung gleichzeitig mehrere Bundesländer betrifft, dürfte die Ursache nicht in einer einzelnen beschädigten Leitung im Tauchaer Stadtgebiet liegen.
Für Betroffene kann ein Ausfall besonders weitreichend sein: Über den Glasfaseranschluss laufen häufig Internet und Telefon gleichzeitig. Bei Geschäftskunden können zudem Cloud-Anwendungen, Kartenzahlungen oder andere digitale Dienste betroffen sein.
Update: Laut Deutsche Glasfaser war die Störung am 26. August um 22.26 Uhr behoben.
Die aktuelle Störung ist nicht die erste auffällige Störungslage bei Deutsche Glasfaser in diesem Monat. Bereits Mitte August waren bundesweit deutlich erhöhte Störungsmeldungen registriert worden. Nutzer berichteten damals sowohl von kompletten Ausfällen als auch von stark reduzierten Internetgeschwindigkeiten. Auch rund um den gestrigen Dienstag nahm die Zahl der gemeldeten Probleme erneut deutlich zu.
Parallel zu den technischen Problemen hatte Deutsche Glasfaser in den vergangenen Monaten mit erheblichen finanziellen Herausforderungen zu kämpfen. Das hoch verschuldete Unternehmen musste seine Finanzierung neu ordnen und einigte sich im Frühjahr mit Eigentümern und Banken auf ein milliardenschweres Finanzierungspaket. Deutsche Glasfaser teilte im Juli mit, die Refinanzierung abgeschlossen zu haben und bis Mitte der 2030er Jahre durchfinanziert zu sein. Zahlreiche geplante Ausbauprojekte im gesamten Bundesgebiet wurden aber abgesagt. Künftig wolle sich das Unternehmen stärker auf den Betrieb bestehender Netze und die Versorgung seiner Kunden konzentrieren.
Einen Zeitpunkt für die Behebung der aktuellen Großstörung nannte Deutsche Glasfaser am Mittwoch zunächst nicht.
Laut Telekommunikationsgesetz stehen Verbrauchern Entschädigungen zu: Dauert der komplette Ausfall des Dienstes länger als zwei Kalendertage nach der Meldung, gibt es Geld zurück. Für Tag 3 und 4 können 5 Euro oder 10 Prozent des Monatsbeitrags geltend gemacht werden - je nachdem, welcher Betrag höher ist. Ab Tag 5 steigt die tägliche Summe auf 10 Euro oder 20 Prozent des Monatsbeitrags. Wichtig: Die Störung muss gemeldet werden, auch bei einer vom Unternehmen selbst gemeldeten Großstörung. Und die Störung darf nicht vom Kunden selbst verursacht sein.