Das Jugendparlament Taucha bekommt mehr Gewicht in der Kommunalpolitik. Abbygail Schmidt wurde als sachkundige Einwohnerin für den Technischen Ausschuss verpflichtet. Dort will sie Themen einbringen, die junge Menschen im Alltag direkt betreffen.
Das Jugendparlament Taucha (JuPa) ist ab sofort auch im Technischen Ausschuss der Stadt vertreten. Abbygail Schmidt, Vorsitzende des JuPas, wurde in der Stadtratssitzung am Donnerstag als sachkundige Einwohnerin verpflichtet. Damit kann sie künftig beratend an den Sitzungen des Ausschusses teilnehmen und dort die Perspektive junger Menschen einbringen.
Für Schmidt ist die Berufung mehr als ein formaler Schritt. Sie ist seit 2022 im Jugendparlament aktiv und seit 2024 dessen Vorsitzende. In den vergangenen Jahren habe das Gremium an Sichtbarkeit gewonnen, sagt sie. „Wir haben so viel erreicht. Ich will nicht, dass das aufhört.“ Das Jugendparlament sei bekannter geworden, habe mehr Struktur und Kontinuität bekommen und sei inzwischen regelmäßig in der Kommunalpolitik präsent.
Ein sichtbares Beispiel dafür sei die legale Graffiti-Wand, die nach ihren Angaben sehr gut angenommen wird. Auch beim Tauchscher ist das Jugendparlament präsent. Zudem nehmen Vertreter regelmäßig an Stadtratssitzungen teil. Im Kultur- und Sozialausschuss hat das JuPa bereits einen festen Sitz. Neu ist nun die Beteiligung im Technischen Ausschuss, also dort, wo viele praktische Fragen der Stadtentwicklung, der Infrastruktur und des öffentlichen Raums beraten werden.
Die Themenliste, die Schmidt dort einbringen möchte, ist lang. Es geht um Mobilität und Verkehr, sichere Schulwege, den Ausbau von Radwegen, das ÖPNV-Netz und mehr Fahrradstellplätze an Schulen und öffentlichen Orten. Auch Digitalisierung und WLAN an Schulen stehen auf ihrer Agenda. Hinzu kommen der Jugendclub, Treffpunkte für junge Menschen im öffentlichen Raum sowie die Beteiligung von Jugendlichen, wenn neue Jugendorte geplant werden. Weitere Themen sind Sicherheit, Umwelt und Nachhaltigkeit.
Schmidt sieht die Mitarbeit im Technischen Ausschuss auch als Möglichkeit, kommunalpolitische Abläufe besser kennenzulernen. „Ich kann mir vorstellen, 2029 für den Stadtrat zu kandidieren”, sagt die fast 20-Jährige. Bis dahin sei die Arbeit im Ausschuss eine gute Gelegenheit, sich Wissen anzueignen und Erfahrungen zu sammeln.
Aktuell hat das Jugendparlament sechs Mitglieder. Zugleich stehen Neuwahlen an. Bis 10. Juli können sich noch Kandidaten aufstellen lassen. Für das Gremium dürfte die Besetzung des Technischen Ausschusses deshalb auch ein Signal sein: Jugendbeteiligung soll in Taucha nicht nur bei Kultur- oder Schulfragen stattfinden, sondern auch dort, wo über Wege, Plätze, Verkehr und die Entwicklung der Stadt beraten wird.