Am morgigen Mittwoch um 7 Uhr öffnen die neuen Märkte von Netto und REWE an der Klebendorfer sowie Max-Liebermann-Straße. Die Teams sind bereit. Heute war Endspurt.
An jeder Ecke des neuen Netto-Marktes an der Max-Liebermann-Straße wird am Mittwochnachmittag noch gewerkelt. Schilder hier, noch mehr Ware da. Zeitgleich bekommen die Mitarbeiterinnen eine Einweisung in die Kasse. Inmitten des Gewusels steht Daniel Trebar. Er leitet die neu gebaute Filiale und hat das schon vorher, im alten und inzwischen abgerissenen Markt getan. „Angefangen habe ich auch hier an diesem Standort mit meiner Ausbildung”, erzählt er. Zwischenzeitlich habe er rund zehn Jahre eine Filiale in Machern geleitet.
Ganz besonders stolz ist er aber nun auf den neuen Markt in Taucha. „Das ist schon etwas ganz besonders für alle. Große, breite Gänge, verbesserte Bedingungen für Kunden und uns als Mitarbeiter. Ich finde, es ist wirklich schön geworden”, sagt er. Auffällig ist die Größe des Neubaus. Auf 1050 Quadratmetern Fläche erstreckt sich der Laden, der durch langgezogene Regalreihen und Kühlregale viel größer wirkt. Rund 15 Mitarbeiter sind ab morgen früh für die Kunden da.
Während bei Netto noch eingeräumt wird, ist bei REWE größtenteils alles fertig. Heute um 16 Uhr war Pre-Opening, also vorzeitige Öffnung für geladene Gäste. Gebietsmanagerin Ines Frenk-Billig, Projektleiter Marcel Heine, Lilian Rausch, duale Studentin im Bereich Expansion bei REWE und nicht zuletzt Lukas Teichmann, der Betreiber des neuen, modernen Standorts, begrüßten die anwesenden Gäste. Marcel Heine erinnerte an den Bauablauf. Im Dezember 2024 habe der Abriss begonnen, im Juni/Juli 2025 startete dann der Neubau. „Ein Neubau in zehn, elf Monaten inklusive Außenanlagen kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn das natürlich sportlich war”, sagte er.
Insgesamt 2650 Quadratmeter wurden bebaut, die Verkaufsfläche beträgt 1860 Quadratmeter. Das Haus ist zertifiziert mit dem Gold-Standard der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen). Entstanden sind im Außenbereich 93 PKW- und 32 Fahrradstellplätze, sowie auch Flächen für zehn Lastenräder.
Lilian Rausch vom Bereich Expansion freute sich, dass Taucha nun auch einen REWE-Markt hat und erinnerte an den Umbau des Bestandsgebäudes und die gütliche Einigung mit den Bestandsmietern. Die neue Zufahrt über die Sommerfelder Straße sei ein großer Gewinn für alle. Zum einen für die Kundenfrequenz, zum andern für die Verkehrsberuhigung an der Max-Liebermann-Straße. Auch verbessere der REWE die Nahversorgungslage für die Anwohner und weiteren Kunden aus Taucha.
Kaufmann Lukas Teichmann, der nun den Markt betreibt, war der Stolz und Dank anzumerken. In seinem kurzen Redebeitrag sprach er von einem Traum, der sich nun verwirkliche. Vor allem seiner Freundin, mit der er vor sechs Wochen nach Leipzig gezogen ist, sowie seiner Familie dankte er. Auch die rund 40 Mitarbeiter lobte er ausdrücklich für das, was in den vergangenen zwei Wochen geschaffen wurde. „Das konnten wir nur durch sehr viel Einsatz, Fleiß, Geduld und Teamarbeit schaffen. Das wird es sein, was unseren Markt künftig ausmacht”.
Teichmann wolle aber nicht nur ein guter Kaufmann sein, sondern strebe auch die Zusammenarbeit mit der Kita St. Moritz und der benachbarten Regenbogen- und Oberschule an. Zudem suche er regionale Lieferanten und wolle Kooperationen mit der SG Taucha und dem Förderverein des Rittergutsschlosses Taucha schließen.
Mit der Eröffnung der beiden neuen Märkte endet für die Anwohner eine lange Zeit des Dauerlärms. Ein Ehepaar äußerte heute Nachmittag ihren Unmut. „Wir haben über ein Jahr lang wirklich gelitten. Vom Abriss mit dem Schreddern des Betons hier vor Ort über den Neubau der beiden Häuser und die Erstellung der Außenanlagen”, sagt der Bewohner des Bogumils Gartens, der seinen Namen aber nicht nennen möchte. Selbst Samstags sei teilweise bis Abends gebaut worden. „Ein Nachbar meinte schon, er werde noch wahnsinnig und wolle umziehen”, schilderte die Ehefrau. Gewünscht hätten sie sich ein bisschen mehr Entgegenkommen von REWE. „Wir haben 5-Euro-Coupons bekommen, wie wahrscheinlich jeder andere auch, der hier morgen kommt”, ärgert sich der Mann. Dennoch sei er froh, dass der Baulärm nun nahezu vorbei sei.