Im PartheBad ist es am vergangenen Montag zu einem schweren Badeunfall mit einem sechsjährigen Jungen gekommen. Das Kind trieb gegen 16.45 Uhr im Nichtschwimmerbecken und musste reanimiert werden. Dank des schnellen Eingreifens des Badpersonals, der Unterstützung durch Badegäste und der anschließend alarmierten Rettungskräfte ging der Vorfall nach aktuellem Stand glimpflich aus. Das Kind wird voraussichtlich keine bleibenden Schäden davontragen.
Für das Team des PartheBads war es der erste derart ernste Vorfall seit 19 Jahren. Badleiterin Maria Schindler war zu diesem Zeitpunkt gerade damit beschäftigt, eine Verletzung an der Hand eines Badegastes zu versorgen. Chris Franke, Fachangestellter für Bäderbetriebe im PartheBad hatte währenddessen die Aufsicht am Schwimmmeisterplatz. Plötzlich funkte er: „Beckenrand jetzt!“ Im Nichtschwimmerbecken war ein Kind aufgefallen, das im Wasser trieb.
Nach Angaben von Maria Schindler hatten zwei Männer im Becken Ball gespielt und das Kind bemerkt. Als es auf ein Anstupsen nicht reagierte, wurde es sofort aus dem Wasser gehoben. Chris Franke begann umgehend mit der Reanimation. Er führte Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage durch. Dabei trat Wasser aus dem Mund des Kindes aus und es atmete wieder. „Vom Bemerken des Kindes bis zur erneuten Atmung dauerte es rund zwei Minuten“, so Maria Schindler.
Auch Badegäste halfen in der Situation besonnen mit. Zwei Stammgäste sorgten dafür, dass Platz gemacht wurde und das Team ungehindert arbeiten konnte. Insgesamt hätten alle Besucher sehr gut reagiert, so die Mitarbeiter. Anschließend wurde das Kind dem Notarzt übergeben. Warum es im Wasser trieb, ist bislang nicht geklärt.
Die Eltern des Kindes befanden sich nach Angaben des Bades weiter hinten auf der Liegewiese und bekamen den Vorfall zunächst nicht mit. Bis sie gefunden wurden, habe es entsprechend gedauert. Gerade dieser Umstand ist für das PartheBad Anlass, erneut an alle Eltern und Begleitpersonen zu appellieren, Kinder im Freibad konsequent im Blick zu behalten.
Chris Franke wurde nach dem Einsatz für den Rest des Tages aus dem Dienst genommen, blieb aber zunächst noch im Bad. Maria Schindler hatte dabei auch seine Verfassung im Blick. Er selbst sagt gegenüber Taucha kompakt: „Ich hab es gut verkraftet, vor allem auch, weil es ein positiver Ausgang war. Die Nacht habe ich schlecht geschlafen, der Körper war voller Adrenalin. Aber jetzt ist alles gut und ich hoffe, das bleibt der einzige ernsthafte Vorfall.“
Dass der Einsatz so geordnet ablief, führt das Team auch auf die regelmäßige Vorbereitung zurück. Vor jeder Saison absolvieren die Mitarbeiter des PartheBads einen Erste-Hilfe-Kurs. Am Montag habe alles Hand in Hand funktioniert: vom Erkennen der Notsituation über die Reanimation bis zur Übergabe an den Rettungsdienst. Ein weiterer Rettungsschwimmer übernahm anschließend die Aufsicht, sodass der Badebetrieb abgesichert blieb.
Im PartheBad wird der Vorfall trotz seiner Dramatik auch als Zeichen dafür gesehen, wie wichtig ausgebildetes Personal und klare Abläufe sind. Die Reaktionen vieler Badegäste seien positiv gewesen. Viele hätten wahrgenommen, dass das Bad gut aufgestellt sei und das Team in einer Ausnahmesituation professionell gehandelt habe.
Nach dem Vorfall veröffentlichte das PartheBad einen Beitrag in den sozialen Netzwerken. Darin bedankt sich das Team für das schnelle Handeln aller Beteiligten und macht zugleich deutlich, wie rasch aus einem unbeschwerten Badetag ein Notfall werden kann. Kinder dürften niemals unbeaufsichtigt bleiben, heißt es darin. Eltern und Begleitpersonen sollten immer in Sicht- und Griffweite bleiben. Auch das Handy könne warten.
Das Team weist außerdem darauf hin, dass Schwimmwesten häufig mehr Sicherheit bieten als Schwimmflügel. Schwimmen zu lernen, könne Leben retten. Wichtig sei zudem: Das Seepferdchen bedeute nicht, dass ein Kind sicher schwimmen könne. Ziel sollte mindestens das Schwimmabzeichen Bronze sein. Die Fähigkeiten müssten anschließend regelmäßig trainiert werden.
Auch in diesem Sommer bietet das PartheBad wieder Schwimmlernkurse an. Zudem findet am 21. Juni der Schwimmabzeichentag statt. Der Appell des Teams ist klar: Aufmerksamkeit rettet Leben. Schwimmen lernen rettet Leben. Der Vorfall vom Montag hat gezeigt, wie entscheidend beides sein kann.