Sieben Parklücken, sieben Angebote: Schulen gestalten Festwiesen-Parkplatz um | Taucha kompakt

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Sieben Parklücken, sieben Angebote: Schulen gestalten Festwiesen-Parkplatz um

Ein Teil des Parkplatzes an der Festwiese wurde heute zum gemeinsamen Erlebnisort von Grundschule Am Park und Geschwister-Scholl-Gymnasium. (Foto: Daniel Große)
Ein Teil des Parkplatzes an der Festwiese wurde heute zum gemeinsamen Erlebnisort von Grundschule Am Park und Geschwister-Scholl-Gymnasium. (Foto: Daniel Große)
Ein Teil des Parkplatzes an der Festwiese wurde heute zum gemeinsamen Erlebnisort von Grundschule Am Park und Geschwister-Scholl-Gymnasium. (Foto: Daniel Große)

Wo sonst Autos stehen, wurde am Freitagmorgen gelesen, gemalt, musiziert, gespielt und experimentiert. Die Grundschule Am Park und das Geschwister-Scholl-Gymnasium beteiligten sich am 18. September erstmals gemeinsam am Park(ing) Day. Dafür verwandelten sie sieben Stellplätze auf dem vorderen Parkplatz an der Festwiese in Taucha vorübergehend in kleine Aktionsflächen.

Die Idee ging von der Grundschule aus. „Wir wollten den Parking Day auch einmal veranstalten. Deshalb habe ich mich mit Kathrin Rentsch, der Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, abgesprochen, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen“, sagte Daniela Dörge, Schulleiterin der Grundschule Am Park. Alle acht Klassen der Grundschule besuchten im Laufe des Vormittags die verschiedenen Stationen. Der Termin passte zum sogenannten FREI-Day, der an der Schule jeweils freitags stattfindet und Raum für selbstständiges, projektorientiertes Lernen bietet.

Ein Teil des Parkplatzes an der Festwiese wurde heute zum gemeinsamen Erlebnisort von Grundschule Am Park und Geschwister-Scholl-Gymnasium. (Foto: Daniel Große)
Ein Teil des Parkplatzes an der Festwiese wurde heute zum gemeinsamen Erlebnisort von Grundschule Am Park und Geschwister-Scholl-Gymnasium. (Foto: Daniel Große)
Ein Teil des Parkplatzes an der Festwiese wurde heute zum gemeinsamen Erlebnisort von Grundschule Am Park und Geschwister-Scholl-Gymnasium. (Foto: Daniel Große)

Keine Demonstration gegen Parkplätze

Mit der Aktion verbanden die Schulen keine Forderung nach einer dauerhaften Abschaffung von Stellplätzen. Vielmehr sollte sichtbar werden, wie eine solche Fläche zeitweise auch für Begegnung, Bildung und gemeinsame Aktivitäten genutzt werden kann. „Das ist keine Demonstration, sondern eine gemeinsame Aktion”, so Daniela Dörge.

Das ungewöhnliche Bild weckte auch bei Passanten Interesse. Einige blieben stehen und kamen mit den Beteiligten ins Gespräch. Auf den ersten Blick habe die Veranstaltung ein wenig wie ein Flohmarkt gewirkt, berichtete die Schulleiterin. Unterstützung kam zudem spontan aus der Elternschaft: Eine Mutter brachte Tee und Becher vorbei. Der Förderverein der Grundschule Am Park half personell und stellte einen Pavillon zur Verfügung.

Von der Lesebude bis zur Straßenmusik

Unter dem Motto „Sieben Parklücken – sieben Angebote“ hatten die Schulen ein vielseitiges Programm vorbereitet. Neben einer Lesebude, einem Spielekaffee und einem Künstleratelier gehörten auch Straßenmusik und mehrere naturwissenschaftliche Angebote dazu. Am Maisstand wurde frisches Popcorn hergestellt. Besonders praktisch wurde es an den Stationen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Anja Dotzauer, Lehrerin für Biologie und Chemie, war mit Schülern des Biologie-Leistungskurses der 11. Klassen vor Ort. Da im Unterricht gerade das Mikroskopieren behandelt wird, konnten die Gymnasiasten ihr Wissen unmittelbar an jüngere Kinder weitergeben.

Untersucht wurden unter anderem Chloroplasten, Strukturen des Zytoplasmas und die Bewegung des Wassers innerhalb von Zellen. Die Grundschüler konnten eigene Präparate anfertigen und anschließend unter dem Mikroskop betrachten. Dabei erhielten sie Unterstützung von den älteren Schülern.

Farbwechsel bei selbst gemachten „Bubble-Tea-Perlen“

An einer weiteren Station stellten die Teilnehmer Alginatbällchen her, die optisch an die Perlen aus Bubble Tea erinnern. Die zunächst flüssige Alginatmischung wurde dafür in ein Calciumlactat-Bad gegeben, in dem sich feste Bällchen bildeten. Anschließend kamen drei verschiedene Flüssigkeiten zum Einsatz: Wasser, eine Säure und eine Base. Je nachdem, in welche Lösung die Bällchen gegeben wurden, veränderten sie ihre Farbe. Auf diese Weise konnten die Kinder chemische Reaktionen unmittelbar beobachten.

Für das Gymnasium war der Parking Day ebenfalls eine Premiere. „Eine Zusammenarbeit mit der Grundschule in dieser Form gab es bisher nicht“, sagte Dotzauer. Die Veranstaltung habe beiden Schulen die Möglichkeit gegeben, gemeinsam in der Öffentlichkeit aufzutreten und Schüler unterschiedlicher Altersstufen zusammenzubringen.

Die Aktion startete um 8.45 Uhr und läuft noch bis 10.30 Uhr. Ob daraus eine regelmäßige Veranstaltung wird, ist noch offen. Die Grundschule Am Park versteht die Premiere zunächst als Auftakt. „Wir starten in diesem Jahr und schauen, was daraus wird“, sagte Dörge.

Der „Parking Day” ist eine internationale Initiative. (Foto: Daniel Große)
Der „Parking Day” ist eine internationale Initiative. (Foto: Daniel Große)
Der „Parking Day” ist eine internationale Initiative. (Foto: Daniel Große)
Hintergrund

Was ist der Park(ing) Day?

Der Park(ing) Day ist ein internationaler Aktionstag, der in der Regel am dritten Freitag im September stattfindet. Seinen Ursprung hat er 2005 in San Francisco. Das Kunst- und Designkollektiv Rebar verwandelte damals einen einzelnen gebührenpflichtigen Parkplatz vorübergehend in einen kleinen öffentlichen Park – mit Rollrasen, einem Baum und einer Sitzbank. Aus dieser Idee entwickelte sich eine weltweite Bewegung.

Der Name ist ein Wortspiel aus dem englischen „parking“ für Parken und „Park“ für eine Grünanlage. Ziel ist es, zu zeigen, wie Flächen im öffentlichen Raum außer zum Abstellen von Autos noch genutzt werden können.

Auch in zahlreichen deutschen Städten gestalten Schulen, Vereine, Initiativen sowie Umwelt- und Verkehrsverbände Parkplätze zeitweise um. Typische Angebote sind Sitz- und Spielflächen, Lesungen, Musik, Straßenkunst, Pflanzaktionen, Nachbarschaftscafés oder Fahrradwerkstätten. Hinzu kommen Informationsstände zu Bus und Bahn, Radverkehr, Carsharing und einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Die Aktionen sind dezentral organisiert und unterscheiden sich deshalb von Ort zu Ort.



    Daniel Große
    Daniel Große
    Daniel Große arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die unsere Region bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus den Rathäusern und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.

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